Lebensmittelklarheit.de, ein Projekt des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sammelt Verbraucherbeschwerden zur Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln. Ein aktueller Marktcheck zeigt, dass fast vier von zehn Herstellern innerhalb eines Jahres auf die Kritik reagieren und ihre Produktkennzeichnung verbessern.

Seit dem Start des Portals Lebensmittelklarheit.de haben Verbraucher tausende Beschwerden eingereicht. So enthält ein Dessert, das mit „feiner Vanille“ wirbt, keine echte Vanille und „Erdbeer-Streifen“ bestehen zu 79 Prozent aus Äpfeln. Solche irreführenden Bezeichnungen sind weit verbreitet. Die gute Nachricht: Viele Hersteller reagieren auf die Kritik: Fast vier von zehn der untersuchten Produkte hatten ein Jahr später eine realistischere Aufmachung oder Kennzeichnung.

Lebensmittelklarheit.de: So funktioniert das Projekt

Lebensmittelklarheit.de startete im Juli 2011 und ist ein gemeinsames Projekt des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und der Verbraucherzentralen, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Auf dem Portal können Verbraucher Produkte melden, deren Kennzeichnung sie für unklar oder irreführend halten. Die Fachredaktion prüft die Beschwerden und veröffentlicht berechtigte Fälle mit dem Label „Getäuscht?“

Marktcheck: Positive Entwicklungen trotz unzureichender Resonanz

Im Jahr 2023 wurde ein Marktcheck durchgeführt, bei dem insgesamt 84 Produkte untersucht wurden, die im Jahr 2022 auf Lebensmittelklarheit.de veröffentlicht worden waren. Um den Herstellern ausreichend Zeit für Änderungen zu geben, fand der Marktcheck erst ein Jahr später statt. In 21 Fällen hatten die Hersteller die Aufmachung bereits vor dem Untersuchungszeitraum verbessert. Weitere 12 Produkte wurden während des Marktchecks als „geändert“ identifiziert. Insgesamt haben knapp vier von zehn der untersuchten Hersteller die Kritik aufgegriffen.

Stephanie Wetzel, Koordinatorin des Projekts Lebensmittelklarheit, betont: „Die gute Nachricht ist: Das Portal Lebensmittelklarheit.de wirkt. Ein erheblicher Teil der Hersteller nimmt die Kritik der Verbraucher ernst und verbessert die Kennzeichnung ihrer Produkte. Die schlechte: 40 der untersuchten Produkte sind auch ein Jahr später noch unverändert auf dem Markt. Diese Anbieter haben die Kritik also einfach ignoriert.“

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Förderung der Verbraucherfreundlichkeit: Ein langer Weg

Der aktuelle Marktcheck zeigt, dass noch viel zu tun ist, um Verbraucher vor irreführenden Kennzeichnungen zu schützen. Hersteller, die Kritik ignorieren, gefährden das Vertrauen der Verbraucher. Lebensmittelklarheit.de bleibt daher ein wichtiges Instrument, um Transparenz und Ehrlichkeit bei der Lebensmittelkennzeichnung zu fördern.

Fragen und Antworten

Wie funktioniert das Beschwerdeverfahren von Lebensmittelklarheit.de?
Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich durch die Kennzeichnung eines Produktes getäuscht fühlen, können auf Lebensmittelklarheit.de eine Beschwerde einreichen. Die Fachredaktion prüft die Beschwerde und veröffentlicht berechtigte Fälle mit dem Stempel „Getäuscht?“ Gleichzeitig wird der Anbieter aufgefordert, Stellung zu nehmen.

Wie viele Produkte wurden seit dem Start von Lebensmittelklarheit.de verbessert?
Seit dem Start des Portals im Juli 2011 haben viele Hersteller die Kennzeichnung ihrer Produkte verbessert. Der aktuelle Marktcheck zeigt, dass knapp vier von zehn der untersuchten Produkte innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der Kritik auf Lebensmittelklarheit.de geändert wurden.

Warum reagieren nicht alle Hersteller auf Kritik?
Einige Hersteller ignorieren die Kritik aus verschiedenen Gründen, u.a. aus wirtschaftlichen Interessen oder wegen des Aufwands, den eine Änderung der Kennzeichnung mit sich bringt. Dies zeigt, dass weiterhin Druck und Aufklärung notwendig sind, um eine umfassende Verbraucherfreundlichkeit zu erreichen.

Welche Rolle spielt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in diesem Projekt?
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist maßgeblich an der Umsetzung des Projekts Lebensmittelklarheit beteiligt. Gemeinsam mit den Verbraucherzentralen setzt sich der vzbv für eine transparente und ehrliche Lebensmittelkennzeichnung ein. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Was können Verbraucher tun, wenn sie sich getäuscht fühlen?
Verbraucher sollten sich nicht scheuen, ihre Beschwerden auf Lebensmittelklarheit.de zu melden. Mit ihrer Meldung tragen sie zur Verbesserung der Produktkennzeichnung bei und unterstützen die Arbeit des vzbv und der Verbraucherzentralen.

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Fazit

Der Marktcheck von Lebensmittelklarheit.de zeigt, dass es Fortschritte bei der Produktkennzeichnung gibt, aber auch noch viele Herausforderungen. Verbraucherinnen und Verbraucher spielen eine entscheidende Rolle, indem sie irreführende Kennzeichnungen melden und so zu Verbesserungen beitragen. Lebensmittelklarheit.de bleibt ein unverzichtbares Instrument für mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Lebensmittelbranche.

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Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband

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