Eine alarmierende Nachricht verbreitet sich aktuell rasant auf Facebook und ruft zu Panik und Anteilnahme auf: Die angebliche Entführung der 7-jährigen Paula Schäfer, die angeblich aus ihrem Garten entführt wurde. Doch hinter dieser erschütternden Geschichte steckt eine perfide Betrugsmasche, die einzig dazu dient, Facebook-Nutzer in eine Phishing-Falle zu locken.

Es handelt sich um diesen Statusbeitrag, der angeblich Vermissten 7-jährigen Paula Schäfer

Screenshot Facebook von der angeblich vermissten Paula Schäfer
Screenshot Facebook von der angeblich vermissten Paula Schäfer. Hinweis: Die Ortsangaben können hier variieren!

Die erschreckende Behauptung

Die Nachricht besagt, dass die kleine Paula, die mit ihren braunen Haaren und dem gelben Kleid mit Blumenmuster spielend in ihrem Garten gesehen wurde, entführt wurde. Ein Video des vermeintlichen Täters soll existieren, das von einer Überwachungskamera aufgenommen wurde. In einer Mischung aus Dringlichkeit und Emotionalität wird die Facebook-Gemeinschaft dazu aufgerufen, die Nachricht zu teilen, um Paula schnellstmöglich zu finden.

Die brutale Realität: Ein durchtriebener Betrug

Doch die Wahrheit ist: Paula Schäfer existiert nicht. Diese ganze Geschichte ist nichts weiter als eine kaltblütige Erfindung von Cyberkriminellen, die die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl der Menschen ausnutzen wollen. Klicken gutgläubige Nutzer auf den Beitrag, werden sie zu einer gefälschten Facebook-Seite weitergeleitet. Dort wird behauptet, ein Video des Entführers zu besitzen, welches jedoch erst nach Eingabe der Facebook-Zugangsdaten angesehen werden kann. Einmal eingeloggt, werden diese Daten direkt an Betrüger übermittelt, die dann die Kontrolle über das Konto übernehmen.

MIMIKAMA
Screenshot: Fake Facebook-Login Seite
Screenshot: Fake Facebook-Login Seite

Die perfiden Mechanismen der Betrüger

Das eigentliche Ziel der Betrüger ist nicht nur der Diebstahl von Facebook-Konten. Im Hintergrund läuft ein automatisierter Mechanismus, der dafür sorgt, dass der Phishing-Beitrag vom gehackten Konto erneut geteilt wird, ohne dass das Opfer es bemerkt. So verbreitet sich der Betrug immer weiter, ein endloser Kreislauf von Phishing-Angriffen, der immer mehr Menschen in die Falle lockt.

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Keine Daten eingeben und nichts herunterladen!

Bei diesen Meldungen zu Kindesentführungen handelt es sich um Fake News! Die Beiträge sollen Nutzer dazu bringen, auf den Link zu klicken und ihre Login-Daten einzugeben. Diese landen dann in den Händen von Betrügern, die dann das Facebook-Konto übernehmen können. Wird ein Facebook-Konto von Betrügern übernommen, können sowohl für den betroffenen Nutzer als auch für seine Freunde und Kontakte verschiedene Gefahren und Risiken entstehen:

  • Identitätsdiebstahl
  • Phishing-Angriffe
  • Verbreitung von Malware
  • Erpressung
  • Rufschädigung
  • Missbrauch von Zahlungsinformationen
  • Kontroll- und Zugangsverlust

Auch ist es möglich, dass Schadsoftware installiert wird. Die Orte und Namen der Kinder variieren. Derartige Beiträge dienen als Köder, um an die Facebook-Login-Daten der Nutzer zu gelangen. Nutzer, die diese Beiträge auf Facebook posten, tun dies nicht bewusst. Dies geschieht automatisiert, wenn man in diese Falle getappt ist und der Account übernommen wurde. Hat man einen solchen Link angeklickt und seine Login-Daten angegeben, sollte man schnellstmöglich sein Facebook-Passwort ändern!

Fazit:

Die gefälschte Entführungsgeschichte von Paula Schäfer ist eine hinterhältige Phishing-Falle. Nutzer sollten immer skeptisch sein und keine sensiblen Daten eingeben, ohne die Quelle zu überprüfen. Es ist an der Zeit, dieser perfiden Masche ein Ende zu setzen, indem wir aufmerksam bleiben und andere warnen.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)