Wir kommen vorbei und pfänden ihre Wertgegenstände!

Andre Wolf, 12. April 2017

Widerliche Drohungen per E-Mail: “Aus diesem Grund wird Sie am ***, den **.**.**** um **:** Uhr unser Inkasso Team besuchen, um Ihre Wertgegenstände zu pfänden.” An anderen Stellen lautet es: “Sollten sie nicht zu Hause sein oder die Tür selbst öffnen, wird ein Schlosser hinzugezogen, der die Tür dann öffnen wird. Die Mehrkosten müssen wir ihnen natürlich zusätzlich in Rechnung stellen”.

Herzlich willkommen beim Rumpelstilzchen unter den Drohbriefen. Zuerst die Gute Nachricht: wenn du so eine Drohmail bekommen hast, musst du keine Angst haben. Juristen und Verbraucherschützer sind sich deutlich einig, dass man nicht zahlen muss.Man muss auch keine Pfändung der Wertgegenstände fürchten, denn die Website routenplaner-maps.com/website (und ähnlich) verstößt gegen zahlreiche gesetzliche Bestimmungen. Aus diesem Grund gibt es allein schon für die Forderung keinen Rechtsgrund. Wir haben schon mehrfach darüber berichtet (siehe hier).

Routenplaner-Abzocke

Bei der Webseiten handelt es sich um Routenplaner, die für ihre Benutzung eine Registrierung vorsehen. Die Polizei Niedersachsen hat verschiedene Adressen gelistet, unter denen dieser Routenplaner läuft.

maps-routenplaner.info, maps-navi.info, maps-routenplaner.net, maps-routenplaner-24.net, maps-routenplaner-24.com, routenprofi.net, gps-routenlaner.net, maps-routenplaner.online, routenplaner-maps.com und routenplaner-maps.website

VORSICHT: Bei der Nutzung verlangt der Betreiber, ohne dass es deutlich ersichtlich ist, 500 Euro für ein angeblich abgeschlossenes Abo.

Das ist natürlich Unsinn und niemand ist dazu verpflichtet, den Betrag zu zahlen. Bringen wir es auf den Punkt: es handelt sich bei E-Mails wie der folgenden um hohle Drohungen, auf die man nicht eingehen soll. Das ist MIST!

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Alleine schon die kranke Idee, eine Rechnung mit Amazon Gutscheinen zu begleichen (welche DEFINITIV kein offizielles Zahlungsmittel sind), ist Bullshit der Extraklasse. Was zum Teufel hat da wen geritten, auf diese Idee zu kommen?

Lass es doch tanzen, das Rumpelstilzchen!

Ja, und wie es tanzt. Und stampft. Und schreit. Wir tragen mal ein kleines “Best of” aller Drohungen aus den Rechnungen von “routenplaner-maps.***” zusammen:

  • Pfändung Ihrer Wertgegenstände
  • Besuch des Inkasso Teams
  • Tür wird aufgebrochen
  • Schlüsseldienst muss man selbst zahlen

Hat da der Verfasser dieser E-Mails zu häufig “Verklag mich doch” oder ““die “Trovatos” gesehen, oder wie kommt man auf diese Ideen? Waren da vielleicht bewusstseinserweiternde Rauchwaren im Spiel? Nochmals klar und deutlich: Die hinter dieser Abzock-Masche stehenden Routenplaner-Seiten sind Verbraucherschützern und der Polizei lange bekannt, die Forderungen unberechtigt. Auf der Webseite der Verbraucherzentrale gibt es einen Musterbrief dazu, der in dieser Art die einzige Reaktion sein sollte.


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