Behörden Fakes

Bundeszentralamt für Steuern: Gefälschte E-Mail fordert Wallet-Daten

Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von Zentrales Bundesamt für Steuern (BZSt)

|
↳ Themenbereich: Phishing erkennen – Hintergründe, typische Muster und weitere Analysen.
Screenshot: Bundeszentralamt für Steuern: Gefälschte E-Mail fordert Wallet-Daten
Screenshot — Quelle: Mimikama | 22.05.2026

Was nach dem Klick passiert

Diese Screenshots zeigen die nächsten Schritte des Betrugs — etwa die gefälschte Anmeldeseite oder das Formular zur Datenabfrage. Wer hier Daten eingibt, gibt sie direkt an die Täter.

Gefälschte Seite imitiert das Online-Portal des Bundeszentralamts für Steuern.
Auf der gefälschten Seite wird eine "Selbstauskunft von Kryptowerten" gefordert.
Hier sollen alle genutzten Krypto-Handelsplattformen ausgewählt werden.
Weiters werden persönliche Daten abgefragt.
Schließlich sollen Wallets verbunden und verifiziert werden.

Wortlaut der Nachricht

Betreff: Allgemeine Bekanntmachung Schönen Tag, Diese Mitteilung informiert Sie verbindlich über eine steuerliche Angelegenheit in Bezug auf Ihre eingereichte Steuererklärung und möglicherweise gehaltene Kryptowerte. Die DAC8-Richtlinie verlangt von Anbietern von Kryptodienstleistungen, relevante steuerliche Daten an die zuständigen Finanzbehörden zu übermitteln und zu prüfen. Künftig erfolgt ein automatischer Abgleich dieser Informationen mit Ihren gemachten Angaben. Um Differenzen, steuerliche Prüfungen oder mögliche Sanktionen zu verhindern, müssen Sie Ihre kryptabezogenen Daten — einschließlich aller verwendeten Wallets, gleich welcher Art — innerhalb von zwei Werktagen überprüfen und gegebenenfalls vervollständigen. Jetzt durchstarten Mit freundlichen Wünschen Bundessteueramt Bundeszentalamt für Steuern

Fake! Die Nachricht gibt sich als Mitteilung des Bundeszentralamts für Steuern aus und behauptet, Kryptowerte müssten überprüft und vervollständigt werden. Ziel ist es, persönliche Daten und Krypto-Informationen abzugreifen. Nach dem Klick landet man auf einer gefälschten BZSt-Seite, die persönliche Daten sowie genutzte Handelsplattformen anfordert und danach sogar eine Seed Phrase abfragt.

Warum es Fake ist

  • Absender und Inhalt sollen amtlich wirken, die Nachricht ist aber mit Druck formuliert und nennt nur eine kurze Frist von zwei Werktagen.
  • Die Absendeadresse hat nichts mit der Behörde zu tun.
  • Die Mail fordert dazu auf, kryptobezogene Daten und alle verwendeten Wallets zu „überprüfen und vervollständigen“.
  • Der Link in der Mail führt nicht zu einer offiziellen BZSt-Domain, sondern zu bzst-de.kovahsport.com.
  • Die Folgeseite kopiert das BZSt-Design und nennt sich „BZSt online.portal“, obwohl die Domain nicht passt.
  • Auf der Seite wird eine „Selbstauskunft zu Kryptowerten“ mit konkreten Handelsplattformen und Wallets abgefragt.
  • Später werden persönliche Angaben wie Name, Geburtsdatum und Adressdaten verlangt.
  • Die nächste Maske fordert sogar den Import einer BIP39 Wallet mit 12, 18 oder 24 Wörtern und damit die Seed Phrase ab.
  • Reale Begriffe wie DAC8, MiCA und Kryptowerte werden genutzt, um die Fälschung glaubwürdiger wirken zu lassen.

Handlungstipps

  • Keine Angaben machen und keine Buttons in dieser Nachricht anklicken.
  • Die E-Mail löschen und als Phishing markieren.
  • BZSt und Finanzbehörden niemals über fremde Links aufrufen, sondern nur die offizielle Website direkt im Browser öffnen.
  • Wer bereits Daten eingegeben hat, sofort Passwörter ändern und die betroffene Krypto-Wallet sichern.
  • Die Mail als Phishing melden und gegebenenfalls an das BZSt, die Verbraucherzentrale oder die Polizei weitergeben.
← Alle Warnungen ansehen