Fake! Die Nachricht gibt vor, von Europol zu stammen, und beschuldigt dich schwerer Straftaten. Mit Angst, Drohungen und einer kurzen Frist sollen Betroffene zu einer Antwort gedrängt werden. Der eigentliche Betrug kann erst danach beginnen, etwa durch Geldforderungen oder das Erschleichen persönlicher Daten. Antworte nicht und lass dich nicht einschüchtern!
Europol: Fake-Mail droht mit Haftbefehl
Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von EUROPOL
Screenshot — Quelle: Mimikama | 13.10.2026
Wortlaut der Nachricht
EUROPOL EC3 European Cybercrime Centre HERR JUR BART PEETERS KRIMINALHAUPTKOMMISSAR E-MAIL: [email protected] MINOR PROTECTION BRIGADE CEPOL - EC3 - EUROPOL Brigade for the Suppression of Deceptive Crime AKTENZEICHEN : EU-2026-BPM-001245 ANKLAGEPUNKT : KINDERPORNOGRAFIE ZU IHREN HÄNDEN Auf Anweisung von General Jean-Philippe LECOUFFE, Brigadekommandeur bei Europol – Brigade zum Schutz Minderjähriger (BPM), wird gegen Sie ein gerichtliches Verfahren eingeleitet, nachdem unsere Cyber-Ermittlungseinheit im Rahmen einer Untersuchung Computerdaten wegen des Verdachts auf Kinderpornografie sichergestellt hat. Zur Information : Artikel 390-1 der Strafprozessordnung vom März 2007 sieht verschärfte Strafen vor, wenn sexuelle Anbahnungen, sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigungen über das Internet begangen wurden. Ihnen wird vorgeworfen, identifiziert worden zu sein, nachdem Sie im Internet Videos mit kinderpornografischem Inhalt angesehen haben sollen. Bilder und Videos nackter Minderjähriger wurden nach Angaben unserer Cyber-Ermittler erfasst und als Beweismittel für die Ihnen vorgeworfenen Taten registriert. Aus Gründen der Vertraulichkeit übermitteln wir Ihnen diese E-Mail. Sie werden aufgefordert, sich schriftlich per E-Mail zu den Vorwürfen zu äußern, damit Ihre Erklärung geprüft und bewertet werden kann. Ihnen wird hierfür eine Frist von 48 Stunden eingeräumt. Zur Erleichterung der Ermittlungen bitten wir Sie, Ihre schriftliche Stellungnahme an die oben in diesem Schreiben angegebene E-Mail-Adresse zu senden. Nach Ablauf dieser Frist sehen wir uns veranlasst, unseren Bericht an den zuständigen Staatsanwalt weiterzuleiten, damit gegebenenfalls ein Haftbefehl gegen Sie beantragt werden kann. Anschließend kann die für Ihren Wohnort zuständige Polizeidienststelle Maßnahmen gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen ergreifen. Gegebenenfalls können weitere Schritte entsprechend den einschlägigen Rechtsvorschriften erfolgen. EUROPOL BRIGADEKOMMANDEUR GENERAL JEAN-PHILIPPE LECOUFFE
Warum es Fake ist
- 1Die Nachricht missbraucht den Namen und das Logo von Europol, um einen offiziellen Eindruck zu erwecken.
- 2Der schwerwiegende Vorwurf soll Angst auslösen und Betroffene einschüchtern.
- 3Die Frist von nur 48 Stunden erzeugt künstlichen Zeitdruck und soll unüberlegte Reaktionen provozieren.
- 4Mit einem angeblichen Haftbefehl und strafrechtlichen Konsequenzen wird gezielt gedroht.
- 5Die angegebene Kontaktadresse „[email protected]“ ist keine offizielle Europol-Adresse.
- 6Das Schreiben enthält weder eine persönliche Anrede noch konkrete Angaben zu den angeblichen Ermittlungen.
- 7Ungewöhnliche Behördenbezeichnungen und die Vermischung unterschiedlicher europäischer Polizeieinrichtungen sollen amtliche Zuständigkeiten vortäuschen.
- 8Die Aufforderung zur schriftlichen Stellungnahme dient dazu, Betroffene zur direkten Kontaktaufnahme mit den Betrügern zu bewegen.
- 9Dass keine verdächtigen Links enthalten sind, ist kein Entwarnungszeichen: Der Betrug kann erst nach einer Antwort beginnen.
- 10Als Absender wird eine E-Mail-Adresse einer Wiener Schule angezeigt, die keinen Bezug zu Europol hat und möglicherweise missbräuchlich verwendet wurde.
Handlungstipps
- Nicht antworten: Reagiere weder auf die Vorwürfe noch auf die Aufforderung zur Stellungnahme.
- Nicht einschüchtern lassen: Die angeblichen Ermittlungen, die 48-Stunden-Frist und die Drohung mit einem Haftbefehl sind Teil der Betrugsmasche.
- Keine Daten weitergeben: Übermittle weder persönliche Informationen noch Ausweiskopien oder andere Dokumente.
- Kein Geld bezahlen: Sollten im weiteren Kontakt Gebühren, Strafzahlungen oder Geld für eine angebliche Verfahrenseinstellung verlangt werden, zahle keinesfalls.
- Absender nicht vertrauen: Auch eine scheinbar bekannte oder seriöse Absenderadresse kann gefälscht oder missbraucht worden sein.
- Echtheit unabhängig prüfen: Kontaktiere Behörden ausschließlich über selbst recherchierte, offizielle Kontaktwege.
- Nachricht sichern: Bewahre die Originalmail bei Bedarf als Beweismittel auf, insbesondere wenn du den Betrugsversuch anzeigen möchtest.
- Betrugsversuch melden: Verdächtige Nachrichten kannst du bei der Polizei oder entsprechenden Meldestellen für Internetbetrug melden.
- Mail anschließend löschen: Wenn du nicht darauf reagiert und gegebenenfalls Beweise gesichert hast, kannst du die Nachricht als Spam markieren und entfernen.
Weitere Informationen
Ausführliche Hintergründe und Schutzmaßnahmen:
