Scareware Malware

Fake-Sicherheitswarnung: Angeblich 199 Viren auf dem Gerät

Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von Vermeintliche Sicherheits-App

|
↳ Themenbereich: Datenschutz im Alltag – Hintergründe, typische Muster und weitere Analysen.
Screenshot: Fake-Sicherheitswarnung: Angeblich 199 Viren auf dem Gerät
Tippen Sie auf ein Warnzeichen, um zu sehen, woran Sie die Fälschung erkennen.
Screenshot — Quelle: Mimikama | 09.09.2026

Was nach dem Klick passiert

Diese Screenshots zeigen die nächsten Schritte des Betrugs — etwa die gefälschte Anmeldeseite oder das Formular zur Datenabfrage. Wer hier Daten eingibt, gibt sie direkt an die Täter.

Hier eine andere Variante der Warnmeldung (Update vom 15.9.26)

Wortlaut der Nachricht

WARNUNG! Ihr Browser enthält einen Trojaner. Wir haben 199 gefährliche Viren in Ihrem Browser erkannt. Wenn Sie nichts unternehmen, werden Ihre Kontopasswörter, Daten, Fotos, SMS-Nachrichten und Kontaktinformationen kompromittiert. Installieren Sie eine kostenlose Sicherheits-App, um Ihr Gerät und Ihre Daten zu schützen. Nein Ja GET IT ON Google Play

Fake! Die Nachricht behauptet ohne nachvollziehbare Prüfung, dass der Browser mit einem Trojaner und 199 Viren infiziert sei. Solche Warnfenster sollen Angst erzeugen und Betroffene dazu bringen, auf einen Link zu klicken oder eine angebliche Sicherheits-App zu installieren. Eine Webseite kann nicht einfach einen vollständigen Virenscan Ihres Smartphones durchführen und daraus eine solche konkrete Zahl ableiten.

Warum es Fake ist

  • 1Alarmistische Warnung mit rotem „WARNUNG!“ und Ausrufezeichen
  • 2Dramatische und unbelegte Behauptung von einem angeblichen Trojaner und "199 gefährlichen Viren“
  • 3Pauschale Drohung mit gestohlenen Passwörtern, Daten, Fotos, SMS und Kontakten
  • 4Aufforderung, unmittelbar eine angebliche Sicherheits-App zu installieren
  • 5Der Google-Play-Button soll Vertrauen schaffen, belegt aber nicht die Seriosität der Warnung
  • 6Es fehlen nachvollziehbare Angaben dazu, wer die angebliche Prüfung durchgeführt hat
  • 7Die konkrete Zahl der angeblich gefundenen Schadprogramme wird ohne Scanbericht oder andere Belege präsentiert
  • 8Eine Webseite kann nicht einfach das gesamte Smartphone auf Viren untersuchen
  • 9Die Meldung vermischt angebliche Browser-Probleme mit einer Bedrohung sämtlicher Daten auf dem Gerät
  • 10Zeit- und Handlungsdruck soll zu einer schnellen Reaktion verleiten

Handlungstipps

  • Nicht auf „Ja“, den Google-Play-Button oder andere Links innerhalb der Warnung tippen
  • Die Webseite beziehungsweise den betroffenen Browser-Tab schließen
  • Keine App aufgrund einer solchen Warnmeldung installieren
  • Wurde bereits eine App installiert, diese auf Herkunft und Seriosität prüfen und im Zweifel deinstallieren
  • Prüfen, ob einer neu installierten App weitreichende Berechtigungen erteilt wurden
  • Unter Android kann zusätzlich eine Überprüfung mit Google Play Protect durchgeführt werden
  • Keine Passwörter, Zahlungsdaten oder persönlichen Informationen über die eingeblendete Seite eingeben
  • Wurden Zugangsdaten eingegeben, das betreffende Passwort über die echte Website oder App des Dienstes ändern
  • Bei wiederkehrenden Pop-ups die Browser-Benachrichtigungen und erteilten Website-Berechtigungen kontrollieren
  • Eine solche Anzeige allein bedeutet noch nicht, dass das Smartphone tatsächlich mit Schadsoftware infiziert ist

Hinweis der Redaktion

Dass diese Warnung auf dem Smartphone erscheint, bedeutet nicht automatisch, dass sich ein Trojaner oder 199 Viren auf dem Gerät befinden. Solche Meldungen können als Werbung oder Weiterleitung auf Webseiten eingeblendet werden und sind so gestaltet, dass sie wie eine echte Sicherheitswarnung wirken. Entscheidend ist die Trennung zwischen Anzeige und tatsächlichem Gerätestatus: Das Warnfenster selbst liefert keinen Nachweis für eine Infektion.

Auch ein eingeblendetes Google-Play-Logo macht die Meldung nicht vertrauenswürdig. Es kann lediglich dazu dienen, den anschließenden Download seriöser erscheinen zu lassen. Wer nichts installiert, keine Daten eingegeben und keine besonderen Berechtigungen erteilt hat, muss allein wegen des Auftauchens dieser Anzeige nicht davon ausgehen, dass das Gerät kompromittiert wurde.

← Alle Warnungen ansehen