Fake! Die Nachrichten stammen weder von EUROPOL noch vom österreichischen Bundeskriminalamt. In einer Variante lautet der Betreff „Gerichtliche-Vorladung/ Ref.AT5482855-2026“, in einer weiteren „OP-77Mitteilung zu Ihrem Vorgang“. Die Schreiben sollen Angst erzeugen und Betroffene dazu bringen, auf die Nachricht zu reagieren oder Kontakt über nichtamtliche E-Mail-Adressen aufzunehmen. Nicht antworten und keine Anhänge oder Links öffnen!
Gefälschte Nachrichten im Namen von EUROPOL
Warnung vor betrügerischen Nachrichten im Namen von EUROPOL
Wortlaut der Nachricht
Eine Variante wird mit dem Betreff „Gerichtliche-Vorladung/ Ref.AT5482855-2026“ verschickt. Der Wortlaut beginnt mit: Guten Tag, Bitte sehen Sie sich die gerichtliche Vorladung an. Mit freundlichen Grüßen, Kommunikationsabteilung Im angehängten beziehungsweise eingebetteten Schreiben heißt es unter anderem: BUNDESKRIMINALAMT (BK) Kriminalpolizei (Kripo) Vorladung wegen Informatikdelikten ZU IHRER AUFMERKSAMKEIT Im Anschluss an durchgeführte Cyber-Infiltrationsuntersuchungen leiten wir rechtliche Schritte gegen Sie ein wegen: Kinderpornografie, Pädophilie, Cyberpornografie und Exhibitionismus. Unsere Ermittlungen in den letzten drei Monaten haben ergeben, dass Ihr Datenverkehr und Ihre IP-Adresse als Verstoß gegen das Gesetz über den unerlaubten Zugriff identifiziert werden konnten. Eine weitere Variante trägt den Betreff „OP-77Mitteilung zu Ihrem Vorgang“. In der E-Mail steht lediglich: Die Unterlagen sind im beigefügten Dokument enthalten. Das beigefügte Schreiben beginnt mit: SICHERER KANAL – E.U.R.O.P.O.L Dienst für grenzüberschreitende Koordination Im Rahmen einer internationalen Überprüfung teilen wir Ihnen mit, dass Ihre Akte gemäß dem Protokoll 112-EU unter prioritäre Kontrolle gestellt wurde. Die durchgeführten Überprüfungen haben ergeben, dass sowohl Ihre Internetverbindung als auch Ihr Telefonapparat für den Zugriff auf verbotene und als eingeschränkt eingestufte Inhalte genutzt wurden.
Warum es Fake ist
- Die Absenderadressen stimmen nicht mit offiziellen Domains von EUROPOL oder österreichischen Behörden überein
- In den Schreiben werden freie Maildienste wie Gmail, Europe.com oder Mail2World als Kontaktadressen verwendet
- Die Empfänger werden nicht persönlich mit vollständigem Namen angesprochen
- Teilweise wurden Nachrichten an „undisclosed-recipients“ beziehungsweise per BCC verschickt
- Es werden schwere Straftaten behauptet, ohne konkrete oder überprüfbare Angaben zu einem tatsächlichen Ermittlungsverfahren zu machen
- Die Schreiben setzen mit Fristen von 48 Stunden, angedrohten Haftbefehlen oder Festnahmen massiv unter Druck
- Es fehlen nachvollziehbare Angaben zu Zeitpunkt, Ort oder konkretem Anlass des angeblichen Verfahrens
- Reale Behördenlogos und Namen werden verwendet, belegen aber nicht die Echtheit des Schreibens
- Die genannten Aktenzeichen, Protokolle und Richtlinien wirken amtlich, sind für Empfänger aber nicht nachvollziehbar belegt
- Die Kommunikation soll über E-Mail-Adressen erfolgen, die erkennbar nicht zu den genannten Behörden gehören
- Eine individuelle gerichtliche oder polizeiliche Vorladung würde nicht auf diese Weise über beliebige Freemail-Adressen abgewickelt
- In den vorliegenden Screenshots ist keine offizielle behördliche Zustellung oder verifizierbare Kontaktmöglichkeit erkennbar
Handlungstipps
- Nicht auf die Nachricht antworten
- Keine der angegebenen E-Mail-Adressen kontaktieren
- Keine Links in der Nachricht oder in angehängten Dokumenten anklicken
- Keine persönlichen Daten, Zugangsdaten, Ausweiskopien oder Bankdaten übermitteln
- Anhänge aus unbekannter Quelle nicht weiter öffnen
- Bei Unsicherheit die betreffende Behörde ausschließlich über die offizielle Webseite und dort veröffentlichte Kontaktdaten kontaktieren
- Die Nachricht als Spam oder Phishing markieren und anschließend löschen
- Falls bereits Zugangsdaten übermittelt wurden, das betroffene Passwort sofort ändern
- Wenn dasselbe Passwort auch bei anderen Diensten verwendet wurde, dort ebenfalls neue Passwörter vergeben und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, sofern verfügbar
- Bei bereits entstandenen Schäden oder übermittelten sensiblen Daten Beweise sichern und Anzeige erstatten
Weitere Informationen
Ausführliche Hintergründe und Schutzmaßnahmen:
