In mehr als 20 Dating-Apps erschienen Profile angeblicher Partnersuchender. Wer weiterschreiben wollte, musste mit echtem Geld digitale Münzen kaufen. Ein Anthropic-Bericht vom 10. September 2026 zeigt: Hinter vielen Chats standen KI-Personas – einzelne Apps könnten noch installiert sein.
Anthropic identifizierte innerhalb von zwei Wochen im April mehr als 4.700 KI-Figuren. Sie tauschten mit mindestens 25.000 Menschen rund 2,36 Millionen Nachrichten aus. Interagierende Personen sind allerdings nicht automatisch zahlende oder geschädigte Betroffene.
Die Täuschung bestand bereits im kostenpflichtigen Gespräch. Die Profile sollten wie echte Menschen wirken, die an einer Beziehung oder einem Treffen interessiert waren. Weitere Geldforderungen waren dafür nicht nötig.
Wenn ein Echtheitsbeweis verlangt wurde, übernahmen bezahlte Arbeitskräfte Videoanrufe oder folgten den Betroffenen auf Social Media. KI bereitete auch ihre Antworten vor. Ein kurzer Videoanruf beweist daher nicht, dass dieselbe Person zuvor geschrieben hat oder tatsächlich ein Date sucht.
Nach den Untersuchungen konnten die Apps während der Prüfung durch Apple und Google unauffällig wirken. KI-Profile und externe Bezahlsysteme ließen sich danach über den Server einschalten. Die meisten bekannten Apps waren Anfang September entfernt; laut The Verge war Kira am 16. September noch bei Google Play verfügbar. Ob die Apps im DACH-Raum angeboten wurden, ist offen.
Industrielles Catfishing muss nicht auf eine einzige große Überweisung zielen. Viele kleine Käufe können sich ebenfalls summieren – besonders dann, wenn emotional geführte Gespräche Hoffnung erzeugen und möglichst lange fortgesetzt werden.
Quellen
- Anthropic: Detecting and countering misuse of AI: September 2026, 10.09.2026
- Anthropic: Detecting and countering misuse of AI: September 2026 – PDF, 10.09.2026
- The Verge: Analyse des Netzwerks aus KI-Dating-Apps, 16.09.2026
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