„Für diese kulturellen Unterschiede müssen wir Verständnis haben” –> Fake!

Achtung: Falsches Meme über kulturelle Unterschiede verbreitet! Mimikama deckt die Hintergründe auf und zeigt, warum dieses Bild ein Fake ist

Immer wieder taucht dieses Meme auf, mittlerweile hat sogar jemand die Logos der Grünen auf das Meme gebastelt. Doch egal wie, es bleibt ein Fake. Wir erklären die Herkunft!

Dieses Meme haben wir bereits mehrfach thematisieren müssen, jedoch taucht es auf Social Media immer wieder und in immer wieder neuen Zusammenhängen auf. So wie auch jetzt wieder, nachdem der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder von Susanna gefangen wurde.

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Das Petra Klamm-Rothenberger „Zitat“ ist wieder da! Kleine Textstellen wurden darin markiert und die Logos von Bündnis 90 / Die Grünen am oberen rechten Bildrand eingefügt. Zur Entstehung dieses Memes und somit auch seiner Herkunft gibt es eine etwas komplexere Geschichte. Beginnen wir ein weiteres Mal von vorne und erklären, wer hinter dem folgenden Sharepic steckt und was da los ist.

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“Grünen-Politikerin verteidigt Mord an vergewaltigter Studentin” lautet die Falschmeldung. Doch Vorsicht! Ein Screenshot dieser Falschmeldung  hat ein Eigenleben entwickelt. Abgekoppelt von seiner Quelle und der ursprünglichen Intention ist dieser Screenshot nicht mehr zu verstehen und kann die eigentliche Wirkung, die damit beabsicht igt wurde, nicht mehr erzielen.

Dieser Screenshot tauchte zum ersten mal im Dezember 2016 auf. Selbst wenn man die Herkunft des Screenshots NICHT kennt, so kann man ihn problemlos als Fake identifizieren. Drei mehr oder weniger einfache Punkte beweisen, dass es sich um eine Fälschung handelt:

Fake! – mimikama.org“ title=“„Für diese kulturellen Unterschiede müssen wir Verständnis haben” –> Fake! – mimikama.org“ src=“https://www.mimikama.org/wp-content/uploads/2016/12/image-87.png“ />

1. Der Name

Es gibt keine Politikerin der GRÜNEN, die diesen Namen trägt. Eine einfache Google-Suche nach dem Namen bringt kein Ergebnis in diese Richtung [1].

2. Der Tweet

Zugegeben, heute hätte das so funktioniert, jedoch im Dezember 2016 war das noch nicht machbar: Twitter hatte seinerzeit eine Begrenzung von maximal 140 Zeichen pro Tweet, dieser angebliche Tweet liegt mit 191 Zeichen weit darüber.

3. Das Foto

Die Suche nach dem Gesicht hat ergeben: Es handelt sich um ein sogenanntes Stockfoto, also ein Bild aus einer Bilderdatenbank. Dieses Foto ist beispielsweise bei Pixabay zu finden und wird auf einer Vielzahl von Webseiten verwendet [2].

Herkunft

Was man an dem Sharepic leider nicht mehr erkennen kann, ist seine Herkunft! Dieser Fake wurde ursprünglich auf einer Webseite mit dem Namen Moselkurier veröffentlicht.

Dieser Moselkurier war jedoch eine geplante Aktion, mit der klargemacht werden sollte, wie einfach es ist, auf erfundene Nachrichten hereinzufallen. Um nicht enttarnt zu werden, haben die Macher des Moselkuriers die gesamte Szenerie in einer Fake-Fake Story verpackt. Nach den damaligen Angaben der Seite “Moselkurier” war im Impressum ein “Alfonso Mbambe” als Inhaber genannt. Hierzu gibt es auch ein ganz tolles Erklärvideo, wer dieser Alfonso sein soll:

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Dieses Video ist natürlich ebenso Unsinn. Die Webseite “Moselkurier” wies zwar Mbambe als Inhaber aus, doch eine Suchmaschinensuche nach der Impressumsanschrift enthüllte das ganze Unterfangen. Die Impressumsanschrift war in diesem Falle die Adresse der Turbokultur GmbH in Berlin.

Es handelte sich also ursprünglich um ein Fake-Fake Projekt. Dieses hat jedoch im Nachhinein eine ganz eigene Dynamik bekommen: Unbekannte Dritte haben von dem Bild einen Screenshot gemacht und diesen losgelöst vom alten Kontext verbreitet. Sprich: Jemand hat dieses Story für WAHR genommen und nicht erkannt, dass es sich um eine bewusste Irreführung handelte.

Turbokultur

Und wer ist nun Turbokultur?

Als Bastard aus Filmproduktion und Web-Agentur ist Storytelling im Netz unsere Spezialdisziplin. Von Comedy-Show bis Opinion Leading schrauben wir schon etwas länger am deutschen Internet.

Turbokultur mit Sitz in Berlin: Erinnert sich noch wer an die Masters of Germany? Stammt aus demselben Haus.

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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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