Polizei-Algorithmus in Großbritannien lehnte tausende Betrugsfälle ab

Achtung: Mimikama warnt vor fehlerhaften Polizei-Algorithmus in Großbritannien! Tausende Betrugsopfer bleiben ohne Hilfe – ernsthafte Folgen drohen

Online-Betrugsfälle kann man in Großbritannien bequem beim „National Fraud Intelligence Bureau“ melden. Allerdings lehnte deren Algorithmus viele echte Fälle ab.

Zehntausende Online-Betrugsopfer in Großbritannien erhielten laut dem „Telegraph“ zufolge 2017 und 2018 kein angemessenes Verfahren, da ein Computer-Algorithmus des National Fraud Intelligence Bureaus, der Fälle mit einem Schaden von über 100.000 Pfund priorisiert, Anträge fälschlicherweise abgewiesen hat.

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Vorteil für Kriminelle

Zahlen, die der Zeitung zugespielt wurden, zeigen, dass 80 Prozent der rund 300.000 Online-Betrugsfälle, die der britischen Behörde in den Jahren 2017 und 2018 gemeldet wurden, vom Algorithmus zur Untersuchung abgelehnt wurden. Nur zwei Prozent der Betrugsfälle führten letztlich zur Verurteilung. „Das Ermittlungsniveau war schockierend niedrig. Dies gibt Kriminellen freie Fahrt“, betont Yvette Cooper vom Commons Home Affairs Committee.

„Der Fall zeigt, wie stark die Polizei überfordert ist und auch, wie sie Probleme damit hat, mit den sich ändernden Mustern der neuen Online-Kriminalität Schritt zu halten“, so Cooper. Angaben der Polizei zufolge konzentriert sich der Algorithmus hauptsächlich auf „signifikante“ Betrugsfälle und Straftaten mit einem Schaden von mehr als 100.000 Pfund (etwa 111.000 Euro). Insgesamt wurden 237.200 der 293.900 an die Polizei gerichteten Meldungen vom Algorithmus, den die britischen Beamten als „Gehirn“ des National Fraud Intelligence Bureaus bezeichnen, „ausgesiebt“.

Fehlende Transparenz

Die Behörde lehnt es bislang ab, Details zum Algorithmus offenzulegen. Sie bestätigt jedoch, dass der Schwerpunkt der Software auf Betrügereien von „erheblichem“ Wert oder auf Bedrohungen liegt. Von den 56.700 zur Überprüfung durch Analysten eingereichten Fällen wurden knapp die Hälfte (27.700) an die Polizei weitergeleitet. Von diesen führten nur 6.000 zu einem gerichtlichen Ergebnis. Bei den anderen 29.000 Betrugsfällen arbeitete die Polizei mit anderen Diensten zusammen, um Websites, Bankkonten oder E-Mail-Konten zu sperren.

Quelle: Pressetext

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