Spiegel Redakteur veröffentlichte frei erfundene Geschichten

Faktencheck und Transparenz sind unerlässlich im Journalismus. Mimikama analysiert den Fall Claas Relotius und die Auswirkungen auf die Medienlandschaft

Über stetige Kontrolle, Faktencheck und Transparenz.

Er täuschte nicht allein nur seine Leser, sondern auch die Kollegen und das Verlagshaus. Der Redakteur Claas Relotius hat eigene Geschichten gefälscht und die darin vorkommenden Protagonisten teilweise sogar erfunden. Das wurde nun bekannt, erste Verdachtsmomente äußerte sein Reporterkollege Juan Moreno bereits im November 2018.

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Diese Info hat nicht etwa irgendein Verlagshaus veröffentlicht, sondern die Betroffenen selbst: in einem erstaunlich transparenten Artikel schreibt der Spiegel, dass Relotius „mit Vorsatz, methodisch und hoher krimineller Energie getäuscht“ hat. Dieser Artikel ist frei zugänglich lesbar auf der Webseite des Spiegel (siehe hier).

Nach Angaben des Spiegels sind seit 2011 knapp 60 Texte von ihm im Spiegel (auch online) erschienen, davon sind zumindest 14 Artikel betroffen, die entweder gefälscht oder in Teilen gefälscht sind.

Transparenter Umgang

Der Spiegel bemüht sich an dieser Stelle um eine offensive und transparente Aufklärung. Gleichzeitig nimmt der Spiegel weitere Hinweise auf mögliche Fälschungen unter [email protected] an.

Der Spiegel setzt nun eine unabhängige Kommission ein, um die Artikel von Relotius zu prüfen. Sämtliche Ergebnisse dazu werden öffentlich dokumentiert.

Reaktionen im Netz

Speziell unter Journalisten hat die Veröffentlichung des Spiegels für Reaktionen gesorgt.

Tagtäglich rackern wir uns ab, Fakten zu sammeln in einer Welt, in der zahlreiche PR-Firmen Halbwahrheiten und Lügen verbreiten. In einer Welt, in der die Menschen immer weniger uns Journalisten glauben. Und dann betrügt ein preisgekrönter Reporter über Jahre seine Redaktion, die Leser, das Verlagshaus. Das ist ein unermesslicher Schaden nicht nur für den SPIEGEL, sondern für den ganzen Journalismus. Und es ist ein Schlag für alle anderen Journalisten, die tagtäglich mit viel Engagement und Einsatz Fakten sammeln und ehrlich berichten. – Demian von Osten (ARD) auf Facebook

https://www.facebook.com/demiano/posts/10155766405516669

Doch speziell der offene Umgang des Spiegels mit dem Thema zeigt auch, wie wichtig es weiterhin ist, Inhalte zu kontrollieren, Fakten zu prüfen und auch zu hinterfragen.

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Artikelbild: Shutterstock / Von Elpisterra

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