Kein Fake: Mädchen hatte über 100 Bubble Tea Perlen im Magen

Achtung: Mimikama warnt vor Fake-News über Bubble Tea! Berichte über 100 Perlen im Magen eines Mädchens sind irreführend und benötigen Faktenchecks

Heute kaum noch bekannt, jedoch Anfang des Jahrzehnts DAS Trendgetränk hierzulande: Bubble Tea.

Mancherorts bekommt man das Getränk mit den Tapioka-Perlen noch, doch die wenigen, noch verbliebenen Konsumenten fühlen sich durch mehrere Artikel dieser Art aufgeschreckt:

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Kein Fake: Mädchen hatte über 100 Bubble Tea Perlen im Magen
Screenshot: mimikama.org, Artikelquelle: 9News

So wurde ein 14-jähriges Mädchen in China ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie seit mehreren Tagen unter Bauchschmerzen und Verstopfung litt. Bei der CT-Untersuchung wurden dann über 100 kugelförmige Objekte ausgemacht, welche sich als Bubble Tea-Perlen herausstellten.
Das Mädchen habe angeblich nur einen einzigen Bubble Tea vor einigen Tagen getrunken, nach Verschreibung eines Abführmittels konnte sie wieder nach Hause gehen.

Wieso waren die Kugeln beim Röntgen sichtbar?

Zweifel an den Artikeln kam aus dem Grund auf, weil die Perlen im Bubble Tea hauptsächlich aus Tapioka bestehen, einem stärkehaltigen Lebensmittel aus Kohlehydraten. Diese dürften jedoch auf einem CT-Bild gar nicht sichtbar sein.

Typischerweise enthalten die Perlen aber noch andere Stoffe, beispielsweise wird häufig Guarkernmehl  (E 412) verwendet, um die Perlen besser in Form zu halten. Allerdings sorgt Guarkernmehl in größeren Mengen auch für Verstopfung, da es sich ausdehnt, wenn es mit Wasser in Berührung kommt.

Dies erklärt allerdings ebenfalls nicht, warum die Perlen in der Röntgenaufnahme sichtbar waren. So wird davon ausgegangen, dass jener Laden in China noch einen anderen Zusatz in den Perlen verwendete, welcher anscheinend nicht nur unverdaulich ist, sondern sogar in einem CT sichtbar ist.

Tatsächlich gab es 2015 einen ähnlichen Fall im Zusammenhang mit Bubble Tea:
Ebenfalls in China wurde bei einem Patienten beim CT weiße Punkte im Magen festgestellt, nachdem er über Magenbeschwerden klagte. Ein Reporter besuchte den gleichen Laden wie jener Patient, trank den selben Bubble Tea und ließ sich röntgen; auch bei ihm wurden die Perlen im Magen beim Röntgen sichtbar.
Damals gab es dass Gerücht, dass in China alte Schuhe und Reifen bei der Herstellung der Tapioka-Perlen verwendet wurden, was allerdings niemals bestätigt werden konnte.

Wie sieht es hierzulande mit der Schädlichkeit aus?

Wie oben bereits erwähnt, gibt es hier kaum noch Bubble Tea-Läden. Grund dafür war ein Artikel aus dem Jahr 2012, in dem behauptet wurde, dass krebserregende Stoffe in Bubble Tea gefunden wurden.
Zwar konnten die Behauptungen nie bestätigt werden, der Ruf des Bubble Teas war jedoch dahin. Das Verbraucherschutzministerium NRW zumindest konnte keine gesundheitsschädlichen Stoffe nachweisen.

Fazit

Man kann getrost davon ausgehen, dass bei der Menge der gefundenen Perlen im Magen des Mädchens sie weitaus mehr als einen einzigen Bubble Tea getrunken haben muss, sie dies aber vor den Eltern und Ärzten nicht zugeben wollte. Zudem bestanden die Perlen anscheinend aus weiteren, leider unbekannten, nicht verdaulichen Zusatzstoffen, ansonsten wären sie bei der Röntgenaufnahme gar nicht sichtbar gewesen.

Hierzulande ist es mehr als unwahrscheinlich, dass sich solche Perlen im Bubble Tea finden. Doch können zuviele Perlen hier ebenfalls durch erhöhte Aufnahme des enthaltenen Guarkernmehls zu Verstopfung führen, weswegen man nicht mehr als ein oder zwei Bubble Teas am Tag zu sich nehmen sollte.

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