„Tweet“ und „Web“ kaum mit Natur assoziiert

Entwicklungen in der Sprache zeigen, wie soziale Medien Naturbegriffe verändern. Mimikama beleuchtet die Auswirkungen auf unser Umweltbewusstsein

Englische Sprache verändert sich durch Social Media – Viele Begriffe rufen neue Deutungen hervor

Worte aus der englischen Sprache, die eigentlich die Natur beschreiben, nehmen durch soziale Medien andere Bedeutungen an. Junge Menschen bringen zum Beispiel das Wort „Tweet“ nicht mehr mit dem Zwitschern von Vögeln in Verbindung, sondern mit Nachrichten auf Twitter, wie eine Studie der britischen Umweltschutzorganisation National Trust zeigt.

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Diese Entwicklung sei problematisch für die Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Wandel seit den 1990er-Jahren

„Sprache repräsentiert, was für eine Kultur oder Gesellschaft wichtig ist. Wenn Begriffe aus der Natur ersetzt oder weniger verwendet werden, weist das darauf hin, dass die Natur weniger wichtig wird“,

meint Robbie Love, Linguist an der University of Leeds, der im Auftrag des National Trust die Studie durchgeführt hat.

Love hat Datensätze über gewöhnliche Konversationen untersucht, die von den 1990er Jahren bis heute gesammelt wurden. Geschaut wurde, was mit bestimmten Begriffen, die ursprünglich aus der Natur stammen, üblicherweise gemeint ist. Die linguistische Analyse hat ergeben, dass viele Wörter in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener in Verbindung mit der Natur erwähnt werden.

So war mit dem Wort „Tweet“ in den 1990er-Jahren ausschließlich das Zwitschern eines Vogels gemeint, heute trifft das nur noch auf eine von 100 Erwähnungen zu.

Eltern bringen Kindern Natur näher

In den 1990er-Jahren meinte das Wort „Web“ in sieben von zehn Fällen ein Spinnennetz, heute spielt man damit in neun von zehn Fällen auf das Internet an. „Stream“ war damals immer ein Wort für einen Flusslauf, heute meinen zwei von drei Erwähnungen einen Video- oder Audiostream.

Andere Wörter aus der Natur, die neue Assoziationen angenommen haben, sind „Cloud“ (Wolke), „Branch“ (Zweig) oder „Field“ (Feld).

Auch YouGov-Daten wurden ausgewertet, um festzustellen, wie Eltern auf Veränderungen der Sprache reagieren. Ein Viertel sei besorgt, dass Naturbegriffe aus der Sprache ihrer Kinder verschwinden. Mögliche Lösungen seien laut den Befragten, Kinder mehr draußen spielen zu lassen (74 Prozent), Unterrichtseinheiten, die teilweise draußen stattfinden (56 Prozent) sowie mehr Naturkunde in der Schule (54 Prozent).

Laut National Trust ist es wichtig, Kinder bereits vor dem Alter von zwölf Jahren für die Natur zu begeistern, da es dadurch wahrscheinlicher sei, dass sie die Interaktion mit ihr im späteren Leben zu einer Angewohnheit machen.

Quelle: pressetext

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