Kung Fu Hase, Wombat oder Kaninchen?

Entdecke die Wahrheit hinter dem „Kung Fu Hasen“ und erfahre, dass es sich um ein Löwenkopfkaninchen handelt. Mimikama klärt auf über Fakes und Fakten

Spärlich behaart, beinahe nackt, doch ein weißes Bärtchen an der Schnauze: Was steckt hinter dem „Kung Fu Hasen“?

Wir erhielten eine Anfrage zu einem sehr interessant aussehendem Wesen. Das Foto kursiert mit verschiedenen Bezeichnungen – auf Deutsch, Englisch und anderen Sprachen. Einmal heißt es, das Tierchen sei ein Baby-Hase, dann wieder, es würde sich um ein Baby-Wombat handeln.

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Um dieses Foto geht es:

Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Hallo mimikama-Team! Anbei zwei Fotos, die ich gerade mehrfach auf FB sehe aber ich mir tatsächlich nicht sicher bin, ob das überhaupt ein gesundes Tierbaby ist … vielleicht findet ihr meine Anfrage auch eher lächerlich… dann einfach ignorieren VG

Der Faktencheck

Das possierliche Tierchen ist ein Löwenkopfkaninchen. Gehört also einer Zwergkaninchenrasse an. Es stammt aus einer schwedischen Zucht und kann als ganze Bilderserie auf der offiziellen Webseite gesehen werden.

Im Jahr 2013 postete die Züchtern folgenden Statusbeitrag:

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Mehr Informationen

Der Kleine trug den Namen Biran. In einem anderen Posting erklärt die Züchterin, dass er an einem Gendefekt litt und ihm zwar später noch Fell wuchs, aber auch, dass er gestorben ist. Wann genau, können wir an dieser Stelle jedoch leider nicht sagen.

Auf dem angefragten Foto war der Rammler ungefähr 3 Monate alt. Seine Züchterin ist der hohe Bekanntheitsgrad ihrer Fotos bewusst. (Siehe hier und hier)

Details zum Gendefekt

Diese Anomalie kommt hin und wieder bei Kaninchen vor. Die Webseite The Wonderful World of Pet Rabbits berichtet von einigen Fällen, in denen ebenfalls Babykaninchen von Haarlosigkeit betroffen waren. Einige von ihnen sind aber relativ früh verstorben.

Erbfehler von Haut und Fell

Es kann durch Erbfehler zu fehlenden oder mangelhaften Haarwuchs kommen, auch eine Hautversteifung ist möglich. Wenig bekannt ist dabei das „Glatzengen“, es wird so genannt, weil die zuvor normal entwickelten Jungtiere plötzlich Fellverlust an der Stirn bekommen und dann weiter Fell ausfällt, oft sind die Kaninchen nahezu „nackig“ oder haben nur einzelne Fellbüschel. Dadurch sehen sie bemitleidenswert faltig und krank aus. Interessanterweise entwickeln diese Kaninchen ein paar Wochen später völlig gesundes, normales Fell und sehen wie gesunde Tiere aus. Besonders oft betroffen sind Rexkaninchen oder Mischlinge. Meistens sind nur wenige Kaninchen in einem Wurf mit dem Glatzengen versehen.
Quelle: Kaninchenwiese

Manche Kaninchen, die von dem „Glatzengen“ betroffen sind, entwickeln sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten jedoch auch normal. Trotzdem werden diese Kaninchen in den meisten Fällen als „schwach und zerbrechlich“ beschrieben.

Fazit:

Bei dem Tier handelt es sich um ein Löwenkopfkaninchen, das an einem Gendefekt litt, das seine Haarlosigkeit bzw. die spärliche Behaarung auslöste. Seine Erscheinung ist auf jeden Fall „anders“ – das nutzen natürlich Menschen für ihre Unterhaltung und das seit schon seit 2013.

Aussagen wie „Baby-Hasen sehen aus wie ein Kung Fu Meister.“ treffen also nicht ganz zu, sondern auf dieses spezielle Kaninchen. (Wobei ein Hase auch kein Kaninchen ist und auch kein Wombat …)

Auf jeden Fall sind auch Anfragen wie diese, äußerst wichtig. Die richtigen Informationen, der richtige Hintergrund: Nur so lassen sich Fakenews vermeiden!

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