Von einem in sozialen Medien geteilten Video wird behauptet, man sehe dort, wie die Polizei versehentlich einen schwarzen FBI-Agenten verhaften wolle.
Aufgrund der derzeitigen Unruhen in den USA wird jenes Video geteilt, in dem man zwei Polizisten sieht, die mit einem dunkelhäutigen Mann reden und ihm dann Handschellen anlegen. Nach einem Blick in seinen Ausweis lassen sie ihn aber wieder frei; es wird behauptet, dass es sich bei dem Mann um einen FBI-Agenten handelt.
Nachdem dem Mann die Handschellen wieder gelöst wurden, diskutiert er noch ein wenig weiter mit den Polizisten und verlangt, ihre Namen und Dienstnummer zu erfahren, um sie zu melden. Das Video findet sich unter anderem auf Facebook und Twitter in verschieden langen Versionen.
https://twitter.com/iamwytunes/status/1267478298361298946
Das Video ist von 2019 – und der Mann ist kein FBI-Agent!
Die Polizei von Rochester/Minnesota, die damals die Fast-Verhaftung durchführte, wurde ebenfalls auf das Video aufmerksam. Auf der Homepage der Stadt wird der tatsächliche Sachverhalt der Verhaftung dargestellt.
Demnach wurde die Polizei von Rochester am 1. Juni 2019 um 1 Uhr morgens zu einem Einsatz in das Vergnügungsviertel in der Innenstadt gerufen. Dort suchten die Beamten einen Mann, gegen den ein Haftbefehl wegen Körperverletzung vorlag.
Die Polizisten glaubten aufgrund der Beschreibung der gesuchten Person, den Mann ausfindig gemacht zu haben, da der Mann ungefähr die gleiche Größe, Gewicht und Alter habe. Da er sich nicht identifizieren wollte, legten die Beamten ihm Handschellen an, da sie glaubten, die richtige Person gefunden zu haben.
Anhand des gefundenen Ausweises in der Tasche des Mannes konnten sie dann erkennen, dass es sich nicht um die Person handelte, gegen die jener Haftbefehl vorlag, weswegen sie ihn dann wieder frei ließen. Es handelte sich allerdings nicht um einen FBI-Ausweis, eine FBI-Marke ist in dem Video auch nicht ersichtlich.
In der längeren Version des Videos ist noch zu sehen, wie der Vorgesetzte der beiden Polizisten dazukommt und die Polizisten dem Mann bereitwillig ihre Visitenkarten geben.
Zusammenfassung
Der Mann wurde zwar kurzfristig verhaftet, aber nicht wieder freigelassen, weil er ein FBI-Agent ist, sondern weil es sich nicht um die Person handelte, gegen die ein Haftbefehl vorlag, was ein Blick in seinen Ausweis klar stellte.
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