Die Behauptung
Lidl führt durch neue Preisschilder den elektronischen Euro ein und zwingt Kunden zur Kartenzahlung, indem Barzahler höhere Preise zahlen müssen.
Falsch
Die Behauptung ist falsch. Die neuen Preisschilder bei Lidl dienen lediglich einer Rabattaktion im Rahmen des Lidl-Plus-Programms und haben nichts mit der Einführung des elektronischen Euro zu tun.
Ein Blick in die sozialen Medien zeigt immer wieder, wie schnell sich Gerüchte und Missverständnisse verbreiten können. Ein aktuelles Beispiel betrifft den Discounter Lidl und seine neuen Preisschilder. Einige Postings behaupten, Lidl wolle mit diesen Preisschildern den elektronischen Euro einführen und die Kunden zur Kartenzahlung zwingen. Tatsächlich handelt es sich jedoch nur um eine Rabattaktion im Rahmen des Lidl-Plus-Programms.

Gerüchte/Behauptungen zu den Lidl-Preisschildern
In sozialen Netzwerken kursieren Behauptungen, Lidl habe neue Preisschilder eingeführt, die je nach Zahlungsart unterschiedliche Preise anzeigen. Diese Preisschilder sollen angeblich den elektronischen Euro einführen und Barzahler durch höhere Preise benachteiligen. Die Gerüchte besagen, dass die Kunden auf diese Weise zur Kartenzahlung gezwungen werden sollen.
Bewertung
Die Behauptung, Lidl führe mit den neuen Preisschildern den elektronischen Euro ein und zwinge die Kunden zur Kartenzahlung, ist falsch. Vielmehr handelt es sich um eine Marketingstrategie, um Kunden für das Lidl-Plus-Programm zu gewinnen. Die unterschiedlichen Preise auf den Preisschildern hängen mit Rabatten für Nutzer der Lidl-Plus-App zusammen und nicht mit der Art der Bezahlung.
Die Fakten
Seit 2020 bietet Lidl die Lidl-Plus-App an, über die Kundinnen und Kunden auf Sonderangebote und Rabattcoupons zugreifen können. Ab 2023 wurden spezielle Aktionspreise für Nutzer der App eingeführt, die auf den Preisschildern in den Filialen angezeigt werden. Diese Preise sind günstiger als die regulären Preise und gelten nur für Nutzer der Lidl-Plus-App.
Ein Sprecher von Lidl erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass diese regelmäßig wechselnden Rabatte auf den Preisschildern ausgewiesen werden. Die App ist europaweit verfügbar und auch in Deutschland weit verbreitet.
Die Behauptungen in den sozialen Medien beruhen auf Missverständnissen und beziehen sich auf diese Rabattaktion und nicht auf die Einführung des elektronischen Euro. Mehrere Medien haben ebenfalls über die Aktion berichtet und klargestellt, dass es sich nicht um eine Änderung der Zahlungsmittel handelt.
Weitere Informationen
Der digitale Euro, dessen Einführung die EU-Kommission plant, soll Online-Transaktionen sicherer und schneller machen. Verbraucher sollen bei jeder Geschäftsbank ein digitales Euro-Konto eröffnen können. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine zweijährige Vorbereitungsphase für die Einführung des digitalen Euro beschlossen. Experten gehen jedoch davon aus, dass der digitale Euro frühestens 2028 eingeführt wird.
Es ist nicht geplant, andere Zahlungsmittel wie Bargeld oder Kartenzahlungen abzuschaffen. Der digitale Euro soll lediglich eine zusätzliche Option für die Verbraucher darstellen, ähnlich wie bereits bestehende Systeme wie Paypal, Apple Pay oder Google Pay.
Quelle: dpa
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