Falsches Zitat: Ministerin Faeser Opfer von Verleumdung

Keine Belege für das angebliche Zitat von Nancy Faeser: «Ich hasse dieses Land und begrüße daher alles, was unsere Kultur und unsere Traditionen abschafft. Allahu Akbar».

Die Behauptung

Bundesinnenministerin Nancy Faeser soll gesagt haben: «Ich hasse dieses Land und begrüße daher alles, was unsere Kultur und unsere Traditionen abschafft. Allahu Akbar».

Falsch

Es gibt keinen Beleg für ein solches Zitat. Die Behauptung ist falsch.

📖Wie funktioniert Desinformation im politischen Kontext? Antworten finden Sie im Leitfaden Politische Desinformation.

Die Verbreitung von gefälschten Zitaten im Internet ist keine Seltenheit. Oft werden Politikerinnen und Politikern Worte in den Mund gelegt, die sie nie gesagt haben, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben und politische Agenden zu fördern. Ein aktuelles Beispiel betrifft die Bundesinnenministerin Nancy Faeser, der eine äußerst umstrittene Aussage zugeschrieben wird. Doch was steckt wirklich dahinter?

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
Falsches Zitat: Ministerin Faeser Opfer von Verleumdung - Screenshot der Behauptung aus den sozialen Medien
Screenshot der Behauptung aus den sozialen Medien

Gerüchte/Behauptungen zum Zitat von Nancy Faeser

Im Frühjahr 2024 kursiert im Internet die Behauptung, Nancy Faeser habe gesagt: «Ich hasse dieses Land und begrüße daher alles, was unsere Kultur und unsere Traditionen abschafft. Allahu Akbar.» Dieses angebliche Zitat wird in sozialen Medien und auf bestimmten Webseiten verbreitet, um Faeser in ein schlechtes Licht zu rücken und ihre politische Position zu untergraben.

Bewertung

Nach eingehender Prüfung gibt es keine Belege für diese Behauptung. Weder in offiziellen Reden noch in Interviews oder öffentlichen Auftritten von Nancy Faeser finden sich entsprechende Äußerungen. Die Behauptung, sie habe diese Worte geäußert, ist daher völlig haltlos.

Die Fakten

Keine Quelle angegeben: Die Behauptung wird ohne Quellenangabe verbreitet. Es bleibt völlig unklar, wann und in welchem Zusammenhang Faeser das angebliche Zitat geäußert haben soll. Auch eine gezielte Suche nach einer solchen Quelle führt zu keinem Ergebnis.

Fehlende Medienberichterstattung: Wäre eine derart brisante Aussage tatsächlich von der Bundesinnenministerin getätigt worden, hätte dies zweifellos zu einer umfangreichen Berichterstattung in den Medien geführt. Eine solche Berichterstattung findet jedoch nicht statt.

Offizielle Stellungnahme: Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage schriftlich mit: »Das angegebene Zitat ist falsch. Dieses angebliche Zitat der Bundesinnenministerin gibt es nicht».

Weitere Informationen

Es sei noch darauf hingewiesen, dass die genaue Amtsbezeichnung von Nancy Faeser »Bundesministerin des Innern und für Heimat» lautet. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass jemand in dieser Position eine derart despektierliche Äußerung über das eigene Land machen würde, ohne dass dies enorme politische und gesellschaftliche Konsequenzen hätte. Solche gefälschten Zitate sind ein typisches Beispiel dafür, wie Desinformation genutzt wird, um politische Feindbilder zu schaffen und das Vertrauen in öffentliche Amtsträger zu untergraben.

Mimikama-Tipp

Seien Sie wachsam gegenüber solchen Behauptungen im Internet und überprüfen Sie die Quellen, bevor Sie solche Informationen weiterverbreiten.

Quelle: dpa

Abonnieren Sie unseren Newsletter für regelmäßige Updates zu ähnlichen Themen und melden Sie sich für unsere monatlichen Online-Vorträge und Workshops an, um mehr über den Umgang mit Falschinformationen zu erfahren.

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.