Falschinformationen über Alzheimer: Die Krankheit ist seit über 100 Jahren bekannt

Die Wahrheit über Ursachen und Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Die Behauptung

Laut einem verbreiteten Facebook-Posting soll es Alzheimer erst seit 40 Jahren geben. Außerdem wird behauptet, dass cholesterinsenkende Medikamente die Entstehung von Alzheimer begünstigen können.

Wahr

Alzheimer wurde vor über 100 Jahren erstmals beschrieben. Es gibt keine Belege dafür, dass cholesterinsenkende Medikamente die Entstehung von Alzheimer begünstigen.

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Die Behauptung, Alzheimer sei eine relativ neue Erkrankung, die erst in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sei, ist irreführend und falsch. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass cholesterinsenkende Medikamente das Risiko erhöhen, an Alzheimer zu erkranken.

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Gerüchte/Behauptungen

In einem Facebook-Beitrag wird ein Video von Joel D. Wallach, einem Tierarzt und Heilpraktiker, geteilt. Wallach behauptet darin, dass es Alzheimer vor 40 Jahren noch nicht gegeben habe und dass cholesterinsenkende Medikamente den Ausbruch der Krankheit begünstigen könnten. Diese Aussagen verbreiten Unsicherheit und Angst, insbesondere bei älteren Menschen und ihren Angehörigen.

Falschinformationen über Alzheimer: Die Krankheit ist seit über 100 Jahren bekannt – mimikama.org
Screenshot der Behauptung auf Facebbok (hier archiviert)
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Screenshot des fraglichen Videos auf Facebook (hier archiviert)

Bewertung

Die Behauptungen, dass die Krankheit erst seit kurzem auftritt und dass Cholesterinsenker einen Einfluss auf die Krankheit haben, sind unbegründet. Die Alzheimer-Krankheit wurde bereits 1906 von Alois Alzheimer beschrieben. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen cholesterinsenkenden Medikamenten und der Entstehung der Alzheimer-Krankheit.

Die Fakten zu Alzheimer

Alzheimer ist seit langem bekannt und gut erforscht
Die «seltsame Krankheit der Hirnrinde» wurde erstmals 1906 von Alois Alzheimer beschrieben. Er untersuchte das Gehirn einer verstorbenen Patientin, Auguste Deter, und entdeckte Eiweißablagerungen, so genannte Plaques, in und zwischen den Nervenzellen. Diese Forschungsergebnisse wurden 1910 von Emil Kraepelin in einem Lehrbuch unter dem Titel „Morbus Alzheimer“ veröffentlicht.

Was ist eigentlich Alzheimer?
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz, die vor allem bei Menschen über 60 Jahren auftritt und zu fortschreitendem Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Verhaltensänderungen führt. Die Krankheit entsteht durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn und ist bislang nicht heilbar. Eine zentrale Rolle im Krankheitsverlauf spielt die Störung der Proteine Amyloid-Beta und Tau.

Cholesterinsenker und Alzheimer
Im Video von Wallach wird behauptet, dass eine cholesterinarme Ernährung oder cholesterinsenkende Medikamente den Aufbau von Myelin verhindern. Dem widerspricht Raphael Wurm, Neurologe an der Medizinischen Universität Wien. Myelin macht etwa 20 bis 30 Prozent des Gehirngewichts aus und ist nicht direkt an der Entstehung von Alzheimer beteiligt.

Das Fett, das das Gehirn benötigt, wird direkt im Gehirn produziert, da es die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann. Es gibt keine Hinweise darauf, dass cholesterinsenkende Medikamente die Alzheimer-Krankheit begünstigen. Im Gegenteil, viele Studien deuten darauf hin, dass sich diese Medikamente positiv auf die allgemeine Gesundheit auswirken und neurologische Erkrankungen eher verhindern als fördern.

Weiterführende Informationen

Laut Raphael Wurm ist die Behauptung, dass cholesterinsenkende Medikamente Alzheimer begünstigen, wissenschaftlich nicht haltbar. Diese Medikamente haben in den letzten 50 Jahren wesentlich dazu beigetragen, Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verhindern und damit das Risiko für andere schwere Erkrankungen zu senken. Eine gesunde Ernährung und die Kontrolle des Cholesterinspiegels sind bewährte Methoden zur Förderung der allgemeinen Gesundheit und können indirekt dazu beitragen, neurologische Erkrankungen weniger wahrscheinlich zu machen.

Fazit

Die Alzheimer-Krankheit ist seit mehr als einem Jahrhundert bekannt und Gegenstand intensiver Forschung. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass cholesterinsenkende Medikamente das Risiko erhöhen, an Alzheimer zu erkranken. Im Gegenteil, diese Medikamente haben dazu beigetragen, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und schwere Erkrankungen zu verhindern.

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Quelle: dpa-factchecking

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