Die Behauptung
Beweise für Wahlbetrug bei der Europawahl 2024 basieren auf veralteten und irreführenden Fotos, die im Zusammenhang mit der aktuellen Wahl verbreitet wurden.
Faktencheck: Falsch
Die Behauptungen über Wahlbetrug bei der Europawahl 2024 basieren auf Symbol- und Stockfotos, die bereits vor dem Wahltag im Internet kursierten und keinen Betrug belegen.
Kaum sind die Wahllokale geschlossen, verbreiten sich in den sozialen Netzwerken Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug bei der Europawahl 2024. Auf Plattformen wie X kursieren Bilder und Kommentare, die suggerieren, AfD-Stimmen seien absichtlich zerstört oder entfernt worden. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass es sich um alte und aus dem Zusammenhang gerissene Fotos handelt.
Gerüchte/Behauptungen
In einer Reihe von Social-Media-Posts, insbesondere auf der Plattform X, wird behauptet, dass AfD-Stimmen bei der Europawahl 2024 systematisch manipuliert worden seien. Diese Behauptungen werden mit angeblichen Beweisfotos untermauert, die geschredderte Stimmzettel und rote Briefwahlumschläge zeigen sollen. Nutzer wie „Ketzchen“ (der Account ist inzwischen gelöscht) verbreiten diese Bilder mit Kommentaren wie „Sie schreddern AfD-Stimmzettel“ und „37 AfD-Stimmzettel aus der Urne gefischt und entsorgt“.

Bewertung
Diese Behauptungen und Bilder wurden inzwischen untersucht und widerlegt. Bei den angeblichen Beweisen handelt es sich um Symbol- und Stockfotos, die bereits vor dem Wahltag im Internet zu finden waren. Die Bilder beweisen daher keinen Wahlbetrug, sondern sind irreführende Darstellungen, die gezielt zur Verunsicherung der Wähler beitragen sollen.
Die Fakten
Bei den kursierenden Bildern handelt es sich um alte Aufnahmen, die in keinem Zusammenhang mit der Europawahl 2024 stehen:
- Foto des geschredderten Papiers: Dieses Bild findet sich bereits seit 2014 auf der Plattform Shutterstock. Es handelt sich um ein Symbolfoto und nicht um tatsächlich geschredderte Stimmzettel.
- Bild von Briefwahlumschlägen: Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2018 und zeigt Wahlhelfer bei der Landtagswahl in Bayern. Es wurde von einem dpa-Fotografen aufgenommen und hat nichts mit der Europawahl 2024 zu tun.
- Vorher-Nachher-Bilder: Das Vorher-Bild des Stimmzettels wurde bereits am 5. Juni 2024 in einem ARD-Beitrag verwendet.
Weitere Informationen
Die Bundeswahlleitung hat auf diese Vorwürfe reagiert und klargestellt, dass es bisher keine konkreten Berichte über Wahlmanipulationen gibt. Postings und Behauptungen in sozialen Medien sind kein Beweis für Manipulationen. Die Bundeswahlleitung betont, dass Wahlfälschung strafbar ist und konkrete Beweise den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden sollten.
Fazit
Die kursierenden Behauptungen über Wahlfälschungen bei der Europawahl 2024 basieren auf alten Fotos und irreführenden Darstellungen. Es gibt keine stichhaltigen Beweise für Manipulationen und die verbreiteten Bilder sind aus dem Zusammenhang gerissen und zweckentfremdet. Wählerinnen und Wähler sollten sich von solchen Fehlinformationen nicht verunsichern lassen und sich auf verlässliche Quellen verlassen.
Mimikama-Tipp
Bleiben Sie informiert und wachsam, wenn Sie online auf außergewöhnliche Behauptungen oder Bilder stoßen. Abonnieren Sie unseren Newsletter für aktuelle Informationen und nehmen Sie an unseren Online-Vorträgen und Workshops teil, um mehr über die Erkennung von Fehlinformationen zu erfahren.
Quelle: dpa-factchecking
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
