Deepfake-Welle: Promis für dubioses Investment missbraucht

Kriminelle setzen Deepfakes ein, um Investoren zu täuschen und ihre Ersparnisse zu stehlen.

Die Behauptung

Prominente Persönlichkeiten wie Friedrich Merz und Dietmar Hopp werben in Videos für Investment-Produkte oder -Plattformen.

Falsch

Seit Mai 2024 haben Kriminelle aus Russland oder der Ukraine eine betrügerische Kampagne gestartet, die deutsche Nutzer über Deepfake-Videos zu dubiosen Investments verleitet. Prominente Persönlichkeiten wie Friedrich Merz und Dietmar Hopp werden gefälscht, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Achtung! Derartige Videos sind Deepfakes! Mit künstlicher Intelligenz werden Videos gefälscht, in denen man scheinbar seriöse Finanztipps erhält. Obwohl die Qualität der Fälschungen oft mangelhaft ist, profitieren die Betrüger dennoch von der hohen Zahl potenzieller Opfer.

Kurze Faktenübersicht:

  • Deepfakes mit prominenten Persönlichkeiten: Kriminelle fälschen Videos bekannter deutscher Persönlichkeiten wie Friedrich Merz und Dietmar Hopp, um dubiose Investmentplattformen zu bewerben.
  • Zielgruppe: Deutsche Nutzer sind Hauptopfer, aber die Kampagne erstreckt sich auch auf Länder wie Kanada, Japan und die Niederlande.
  • Schlechte Qualität der Fakes: Obwohl die Deepfakes oft fehlerhaft sind, reichen wenige Opfer, um den Betrug lukrativ zu machen.

Bewertung: Die Videos sind gefälscht. Deepfakes bekannter Persönlichkeiten sind Kern dieser Betrugskampagne.

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Unseriöse Investment-Plattformen missbrauchen Prominente für Deepfakes

Seit Mai 2024 rollt eine neue Welle von Deepfake-Betrugskampagnen durch das Internet. Die Kriminellen setzen dabei auf manipulierte Videos, die scheinbar von bekannten Persönlichkeiten wie dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz oder SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp stammen. Ihr Ziel? Menschen zu riskanten und betrügerischen Investitionen zu verleiten.

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Die Macher hinter dieser perfiden Masche stammen mutmaßlich aus Russland oder der Ukraine und haben ihre kriminellen Fänge nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf Länder wie Kanada, Japan, Südafrika und die Niederlande ausgedehnt. Mit gekauften Online-Werbekampagnen locken sie ahnungslose Nutzer auf betrügerische Plattformen wie „Immediate Matrix“, die angeblich traumhafte Gewinne versprechen.

Diese Plattform ist uns bereits aus einer Betrugsmasche mit Manuel Neuer bekannt. Hier wurde allerdings kein Video verwendet, sondern ein manipuliertes Bild, das angeblich von der „Bild“ stammen sollte. – Wir haben HIER berichtet.

Ikonen aus Politik und Wirtschaft im Visier

Deepfake-Videos nutzen Bild- und Tonmaterial aus realen Nachrichtenbeiträgen als Ausgangsbasis. Mit Hilfe dieser Daten erstellen die Betrüger neue, manipulierte Videos, in denen prominente Persönlichkeiten scheinbar seriöse Anlageempfehlungen geben. Dabei wird der Eindruck erweckt, dass diese Fälschungen in etablierten Nachrichtensendungen wie beispielsweise der Tagesschau ausgestrahlt werden. Neben Promis wie Politikern und TV-Bekanntheiten wählen die kriminellen Akteure bewusst auch Persönlichkeiten wie Friedrich Merz aus, dessen Expertise in Finanzfragen bekannt ist.

Merz, der früher selbst für Investmentfirmen tätig war und wirtschaftsliberale Ansichten vertritt, wird in einigen Videos als Finanzexperte dargestellt, der ebenfalls die dubiose Plattform „Immediate Matrix“ unterstützen soll. Diese gezielte Wahl schafft Vertrauen und erhöht die Glaubwürdigkeit der falschen Anlageempfehlungen.

Ebenso wird SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp als finanzielles Vorbild dargestellt, der angeblich selbst in die betrügerische Plattform investiert hat. Auch die Lufthansa, die zuletzt ihren Gewinn verdoppeln konnte, dient als Deckmantel, um für Investitionen zu werben. Die Kriminellen schreckten auch nicht davor zurück, Originalbeiträge aus den ARD-Nachrichten als Grundlage für ihre Deepfakes zu verwenden.

Erschreckende Leichtigkeit des Betrugs

Obwohl die Qualität der gefälschten Videos oft fragwürdig ist – insbesondere was die Lippensynchronität und die Echtheit der Bewegungen betrifft – reicht es den Tätern aus, wenn nur ein kleiner Prozentsatz der Nutzer auf ihre Masche hereinfällt. Die Kosten für die Erstellung solcher Videos sind gering, der potenzielle Gewinn aus dem Betrug jedoch enorm. Sobald ein Opfer auf der gefälschten Plattform investiert, ist das Geld verloren. In einigen Ländern wurden die Nutzer sogar nach der Investition kontaktiert und unter Druck gesetzt, noch mehr Geld zu investieren.

Schlechte Qualität der Deepfakes, große Wirkung

Der ESET-Forscher Ondrej Novotny erklärt, dass diese Videos oft von schlechter Qualität sind: monotone Stimmen, unnatürliche Bewegungen und Bildstörungen sind häufige Anzeichen, die auf eine Fälschung hinweisen. Besonders verdächtig wird es, wenn vermeintlich seriöse Anlagemöglichkeiten zu unrealistischen Bedingungen angeboten werden, etwa garantierte hohe Gewinne bei minimalem Einsatz.

Doch trotz dieser Mängel haben die Kriminellen Erfolg – der geringe Aufwand steht in krassem Gegensatz zum großen Schaden, den sie anrichten können. Auch wenn die Fälschungen nicht perfekt sind, ist das Risiko für die Täter gering. Wer solche „Angebote“ sieht, sollte skeptisch bleiben und unabhängige Quellen konsultieren.

Fazit

Diese Betrugskampagne zeigt einmal mehr, wie Kriminelle den technologischen Fortschritt für ihre Zwecke nutzen. Prominente Persönlichkeiten werden ohne deren Wissen ausgenutzt, um das Vertrauen von Anlegern zu erschleichen, und trotz der oft schlechten Qualität der Fälschungen haben die Betrüger Erfolg.

Quelle: ESET

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