„Nikolas – er muss leben“: Zweifel an der Echtheit einer Spendenkampagne

Eine Facebook-Kampagne sammelt 650.000 US-Dollar für die Behandlung eines schwer kranken Kindes. Doch fehlende Nachweise und dubiose Details werfen Fragen auf.

Die Behauptung

Die Facebook-Kampagne „Nikolas – er muss leben“ sammelt Spenden für ein schwer krankes Kind namens Nikolas. Angeblich leidet er an einem Wilms-Tumor und soll in New York behandelt werden. Die Kampagne hat bereits über 500.000 Euro gesammelt.

Aufgestellt von: Unbekannt

Irreführend

Teilweise wahr. Zwar existiert die Kampagne und sie sammelt aktiv Spenden über eine eigens eingerichtete Seite. Doch es fehlen entscheidende Nachweise zur Echtheit des Kindes, der Familie sowie zur medizinischen Notwendigkeit der genannten Behandlungskosten. Zudem fällt die Kommunikation der Betreiber durch fehlende Transparenz und unangemessene Forderungen auf.

Kurze Faktenübersicht:

  • Die Kampagne wurde am 22. Dezember 2024 erstellt und wirbt über Facebook.
  • Die angeblichen Eltern Anna und Anton Blanc sind online nicht auffindbar.
  • Die Plattform „Geev“ übernimmt keine Haftung für die Spendennutzung.
  • Bislang keine medizinischen Nachweise oder Klinikbestätigungen vorgelegt.
💬Wie erkennt man Facebook-Betrug im Alltag? Antworten finden Sie im Leitfaden Facebook-Betrug.

Die Facebook-Seite „Nikolas – er muss leben“, die Ende Dezember 2024 erstellt wurde, sammelt Spenden für die Behandlung des fünfjährigen Nikolas, der angeblich an einem Wilms-Tumor leidet. Ziel ist es, 650.000 US-Dollar für eine Therapie in New York zu erreichen. Der aktuelle Spendenstand beträgt 516.258 €. Wir konnten die angegebene Familie nicht verifizieren, und alle veröffentlichten Bilder des Kindes sind über keine Rückwärtssuche auffindbar. Die Kampagne nutzt die Plattform „Geev“, die keine Haftung für die Verwendung der Spenden übernimmt. Emotional aufgeladene Werbeanzeigen werden global geschaltet. Bis zur Klärung der offenen Fragen zur Authentizität der Kampagne und der Verwendung der Spendengelder wird von einer Unterstützung abgeraten.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Hinweis an Leser und Nutzer!
Sollten Sie weitere Informationen oder Nachweise zu dieser Kampagne oder den genannten Personen haben, bitten wir Sie, uns diese zukommen zu lassen. Unser Ziel ist es, die Echtheit und die Hintergründe dieser Kampagne so objektiv und umfassend wie möglich zu beleuchten. Dieser Artikel basiert auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich zugänglichen und transparenten Informationen. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder eine abschließende Bewertung der Sachlage. Ziel des Artikels ist es, Nutzer über mögliche Unstimmigkeiten zu informieren, Transparenz zu schaffen und eine bewusste Entscheidungsfindung zu ermöglichen.


Screenshot unserer Anfrage vom 8.1.2025
Screenshot unserer Anfrage vom 8.1.2025

From: [email protected] <[email protected]>
Sent: Wednesday, January 8, 2025 2:12 PM
To: hope for life found <[email protected]>
Subject: AW: Saving the child Nicolas

Vielen Dank für Ihre Nachricht.
Gerne möchten wir uns Ihnen zunächst kurz vorstellen, damit Sie wissen, wer wir sind und weshalb wir diese Fragen stellen.

Wir sind MIMIKAMA, ein Verbraucherschutzportal und Verein, der sich seit 2011 aktiv gegen Internetmissbrauch und -betrug einsetzt. Internetnutzer haben die Möglichkeit, uns Themen einzusenden, bei denen sie den Verdacht auf Fake News oder Betrug haben.

Unsere Arbeit findet in enger Zusammenarbeit mit anderen Verbraucherschutzzentralen statt – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Landesgrenzen. Darüber hinaus kooperieren wir regelmäßig mit Polizeidienststellen und weiteren relevanten Institutionen, um Missbrauchsfälle umfassend zu prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

In Bezug auf Ihre Facebook-Seite haben wir eine Vielzahl von Einsendungen erhalten, weshalb wir uns bemühen, Klarheit zu schaffen und Missverständnisse aufzuklären. Auf Ihrer Facebook-Seite haben wir bereits einige Fragen hinterlassen, die wir auch hier nochmals übersichtlich zusammenfassen, um gezielte Antworten zu erleichtern:

Fragen zur Behandlung in New York:

  1. Krankenhaus und Behandlung: Welches Krankenhaus in New York wird die Behandlung durchführen? Gibt es eine schriftliche Bestätigung der Klinik oder der behandelnden Ärzte, dass Nikolas dort behandelt werden kann?
  2. Behandlungsalternativen: Warum ist eine Behandlung in Europa oder einem anderen Land nicht möglich, das möglicherweise leichter zugänglich ist?

Medizinische Dokumentation:

  1. Diagnose und Dringlichkeit: Können Sie Berichte oder Stellungnahmen der behandelnden Ärzte vorlegen, die die Diagnose, Behandlungsoptionen und die Dringlichkeit bestätigen?

Kostennachweis:

  1. Detaillierte Aufschlüsselung: Können Sie die auf 650.000 Dollar geschätzten Kosten detailliert aufschlüsseln? Welche Teile betreffen die Behandlung, welche die Reisen und welche Unterkunft oder andere Nebenkosten?

Organisation der Spenden:

  1. Verwaltung der Gelder: Wer verwaltet die Spenden?
  2. Sicherheit der Spendenplattform: Gibt es eine vertrauenswürdige dritte Partei, die die Verwendung der Gelder überwacht, oder ein transparentes Spendenkonto?

Kommunikation und Kontakt:

  1. Kontaktmöglichkeiten: Warum ist es nicht möglich, Sie über die Nachrichtenfunktion von Facebook zu erreichen? Gibt es alternative Kontaktmöglichkeiten wie E-Mail oder Telefon?

Hintergrund zur Familie:

  1. Echtheitsnachweis: Können Sie weitere Informationen über Ihre Familie bereitstellen oder die Echtheit Ihrer Identität bestätigen (z. B. durch ein Interview oder eine Videoansprache)?

Langfristige Transparenz:

  1. Updates für Spender: Wie stellen Sie sicher, dass Spender regelmäßig über den Fortschritt informiert werden, z. B. durch Berichte zur Behandlung und zur Verwendung der Gelder?
  2. Verwendung überschüssiger Spenden: Was passiert mit den Geldern, falls der benötigte Betrag überschritten wird?

Diese Informationen helfen uns und anderen potenziellen Unterstützern, Ihre Kampagne besser zu verstehen und gezielt Hilfe zu leisten. Wir danken Ihnen für Ihre Mühe und hoffen sehr, dass Sie und Nikolas die notwendige Unterstützung erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

das Mimikama-Team
Mimikama- Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch

✉️ [email protected]

UPDATE: Wenige Stunden nach unserer Veröffentlichung unseres Artikels am 14. Januar 2025 erhielten wir eine E-Mail von der Adresse „[email protected]“ mit einem angehängten PDF-Dokument. In der E-Mail stand nur: „Guten Tag, anbei ein Brief vom Vereinsbuchhalter.“

„Nikolas – er muss leben“: Zweifel an der Echtheit einer Spendenkampagne – mimikama.org

Dieses Schreiben stammt laut Absender von „E-Z Incorporate Inc.“, einer angeblich seit Jahren mit der Buchhaltung von „Hope for Life“ betrauten Organisation. Das Schreiben fordert die Entfernung unseres Artikels über die Kampagne „Nikolas – er muss leben“, bietet jedoch keine Beweise oder Details, die die erhobenen Zweifel ausräumen könnten.

„Nikolas – er muss leben“: Zweifel an der Echtheit einer Spendenkampagne – mimikama.org

Inhalt des Schreibens

Das Dokument enthält folgende Kernaussagen:

  1. „E-Z Incorporate Inc.“ sei für die Buchhaltung der Organisation „Hope for Life“ zuständig.
  2. Die Veröffentlichung unseres Artikels solle zurückgezogen werden.
  3. Man sei bereit, alle gesetzlich erlaubten Informationen zu teilen, sofern wir als „legitime Institution“ anerkannt werden.
  4. Die Antwort habe sich aufgrund von Jahresendprozessen verzögert.

Detaillierte Analyse des Schreibens

1. Absender und Domain

  • Die E-Mail-Adresse: Das Schreiben wurde von der Domain „@ezwag.com“ verschickt. Diese Domain wirkt unprofessionell, da keine zugehörige Website existiert, auf der „E-Z Incorporate Inc.“ oder deren Dienstleistungen näher beschrieben werden.
  • Verbindung zu „K Filing Inc.“: Die im Schreiben angegebene Adresse (1063 54th Street, Brooklyn, NY 11219) und Telefonnummer (718-686-7526) und die im Schreiben genannte Mailadresse, lassen sich auf ein Unternehmen namens „K Filing Inc.“ zurückführen. Diese Firma bietet Dienstleistungen im Bereich Firmengründungen und Buchhaltung an. Ob „E-Z Incorporate Inc.“ ein eigenständiges Unternehmen ist oder nur als Name einer Abteilung von „K Filing Inc.“ fungiert, bleibt unklar.
  • Fehlende Transparenz: Es fehlen Nachweise, dass „E-Z Incorporate Inc.“ tatsächlich mit „Hope for Life“ zusammenarbeitet. Eine Verbindung zwischen beiden Organisationen konnte nicht nachgewiesen werden.

2. Layout und Gestaltung

  • Kein Logo oder Corporate Identity: Das Dokument enthält weder ein Logo noch andere visuelle Elemente, die üblicherweise in professionellen Schreiben verwendet werden.
  • Sprachliche Ungenauigkeiten: Im Schreiben finden sich sprachliche Fehler wie „post he published“ (anstatt „post you published“) und eine ungewöhnliche Satzstruktur, die darauf hindeutet, dass das Schreiben möglicherweise nicht von einem englischen Muttersprachler verfasst wurde.
  • Fehlende rechtliche Details: Es gibt keine Hinweise auf rechtliche Grundlagen oder spezifische Argumente, die die Entfernung des Artikels rechtfertigen würden.

3. Inhaltliche Substanz

  • Keine Beweise: Der Brief liefert keinerlei Nachweise, die die Kampagne „Hope for Life“ in ein besseres Licht rücken könnten. Es fehlen Informationen zu den im Artikel aufgeführten Fragen, wie beispielsweise Belege für die Existenz der Familie Blanc, die Mittelverwendung oder die Authentizität der Kampagne.
  • Verweis auf „vertrauliche Informationen“: Es wird angedeutet, dass die relevanten Informationen vertraulich seien und nur unter bestimmten Bedingungen geteilt werden könnten. Dieser Verweis bleibt jedoch vage und enthält keine spezifischen Details, die Vertrauen schaffen könnten.

4. Ungewöhnliche Verzögerung

  • Antwortzeit: Der Brief entschuldigt sich für eine siebentägige Verzögerung aufgrund von „Jahresend-Updates“. Dies wirkt in einem dringlichen Fall wie diesem unprofessionell und lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Schreibens aufkommen.

5. Verbindung zur Organisation „Hope for Life“

  • Fehlender Bezug zur Kampagne: Der Brief geht in keiner Weise auf die im Artikel erhobenen Vorwürfe ein. Es fehlen Verweise auf medizinische Beweise, Klinikbestätigungen oder andere relevante Unterlagen, die Zweifel an der Echtheit der Kampagne ausräumen könnten.
  • Unklare Zuständigkeit: Es bleibt unklar, ob „E-Z Incorporate Inc.“ tatsächlich für „Hope for Life“ tätig ist, da keine offiziellen Dokumente oder Nachweise vorgelegt wurden.

Unsere Schlussfolgerung

Nach eingehender Prüfung des Schreibens und weiterer Recherchen kommen wir zu folgenden Schlussfolgerungen:

  1. Fehlende Glaubwürdigkeit: Das Schreiben enthält keine substanziellen Informationen oder Belege, die Zweifel an der Authentizität der Kampagne „Hope for Life“ ausräumen könnten.
  2. Mangelnde Professionalität: Die Gestaltung und sprachlichen Ungenauigkeiten im Brief, das Fehlen eines Impressums oder einer offiziellen Website sowie die Verbindung zu einer Firma mit unklarer Zuständigkeit unterstreichen die unseriöse Erscheinung des Schreibens.
  3. Kein Grund zur Artikelentfernung: Da weder neue Fakten noch stichhaltige Gegenargumente vorgelegt wurden, sehen wir keine Grundlage für eine Entfernung des Artikels.

Weiteres Vorgehen

Wir sind weiterhin bereit, neue Informationen oder Beweise zu prüfen, die die Echtheit der Kampagne oder die Verbindung von „E-Z Incorporate Inc.“ zu „Hope for Life“ untermauern könnten. Bis dahin basiert unsere Berichterstattung auf den verfügbaren und überprüfbaren Fakten.

Aufgrund der E-Mail vom 14.1.2025 haben wir auf die Nachricht von Herrn Aron Gancfried und der Organisation „Hope for Life“ reagiert. In unserer Antwort haben wir klargestellt, dass wir als journalistische Plattform gemäß den Prinzipien der Pressefreiheit und der unabhängigen Berichterstattung agieren.

„Nikolas – er muss leben“: Zweifel an der Echtheit einer Spendenkampagne – mimikama.org

Wir fordern keine vertraulichen oder gesetzlich geschützten Informationen, sondern bitten lediglich um öffentlich überprüfbare Nachweise, die die Authentizität der Kampagne stützen könnten. Konkret haben wir um folgende Dokumente gebeten, wie.z.B.

  1. Nachweis der Existenz der Familie Blanc und des Kindes Nikolas, ohne persönliche Details offenzulegen.
  2. Bestätigung der medizinischen Behandlung und der veranschlagten Kosten, beispielsweise durch ein Schreiben der behandelnden Klinik in New York.

Wir betonen in der Mail, dass diese Dokumente ausschließlich dazu dienen, Transparenz herzustellen und eine faktenbasierte Berichterstattung zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir verdeutlicht, dass wir ohne belastbare Nachweise keinen Grund sehen, unseren Artikel zurückzuziehen.

Unser Ziel bleibt es, die Öffentlichkeit sachlich und umfassend über die Kampagne zu informieren. Wir stehen weiterhin für einen konstruktiven Dialog mit der Organisation „Hope for Life“ und Herrn Gancfried bereit.

Nachdem wir in unserer gestrigen E-Mail um öffentlich überprüfbare Nachweise zur Authentizität der Kampagne „Hope for Life“ gebeten hatten, erhielten wir am selben Abend eine überraschende Antwort. Die Nachricht war weder namentlich unterzeichnet noch inhaltlich auf unsere Fragen eingehend und lautet:

„Nikolas – er muss leben“: Zweifel an der Echtheit einer Spendenkampagne – mimikama.org

„Hello,
you post junk about me and you ask me for documents?
it doesn’t work like that. Stop the publication, and then I will send you the documents, –
in addition, I need a commitment from you, that if I produce the 2 documents you requested, you publish an apology in a prominent place, for the time you published the slanders against me,
thank you.“

Diese Antwort weicht deutlich von einer sachlichen und lösungsorientierten Kommunikation ab. Anstatt auf unsere konkreten Fragen einzugehen oder die angeforderten Nachweise vorzulegen, wird unsere journalistische Arbeit als „junk“, was in etwas Müll, Abfall oder Unsinn bedeutet, abgewertet. Zusätzlich wird gefordert, die Veröffentlichung einzustellen, bevor Dokumente bereitgestellt werden, und eine Entschuldigung in prominenter Form verlangt, bevor Nachweise überhaupt vorgelegt werden.

An dieser Stelle dürfen wir betonen, dass Mimikama als journalistische Plattform stets faktenbasiert und neutral arbeitet. Unsere Anfrage enthielt klare Fragen und Forderungen nach Nachweisen, die weder vertrauliche Daten noch rechtlich geschützte Informationen beinhalten. Der Ton und die Forderungen dieser Antwort stehen in keinem Verhältnis zu unserer sachlichen und professionellen Anfrage.

Unser Ziel bleibt es, Transparenz herzustellen und unseren Lesern eine fundierte Einschätzung auf Basis überprüfbarer Fakten zu bieten. Solange keine entsprechenden Beweise vorgelegt werden, sehen wir keinen Anlass, den Artikel zurückzuziehen oder den Bedingungen nachzugeben. Gleichzeitig sind wir weiterhin offen für sachliche Kommunikation und die Zusendung überprüfbarer Belege.


Nach unserer Anfrage an die Betreiber der Kampagne „Hope for Life“, die darauf abzielte, öffentlich überprüfbare Nachweise zur Authentizität der Kampagne zu erhalten, erhielten wir zwei Antworten.

  1. Die erste Antwort: Am 14. Januar wurde uns ein PDF-Dokument zugesandt, das von einem angeblichen Buchhalter der Organisation stammt. In diesem wurde verlangt, unseren Artikel zu entfernen, bevor Beweise geliefert werden könnten. Zudem wurden wir aufgefordert, uns als „legitime Institution“ auszuweisen, um vertrauliche Informationen zu erhalten.
  2. Die zweite Antwort: Am 15. Januar erhielten wir eine weitere Nachricht. Sie enthielt eine scharfe Kritik an unserer journalistischen Arbeit, die als „junk“ (Müll, Abfall…), bezeichnet wurde, und war in einem herablassenden Ton gehalten. Ebenso wurden explizite Bedingungen gestellt: Wir sollten den Artikel über die Kampagne unverzüglich zurückziehen und in einer prominenten Form eine Entschuldigung für angebliche Verleumdungen veröffentlichen. Erst nach Erfüllung dieser Forderungen wurde die Bereitschaft signalisiert, die von uns angeforderten Beweise vorzulegen. Diese Antwort wich in Ton und Inhalt deutlich von einer sachlichen Kommunikation ab, da sie weder auf unsere konkreten Fragen einging, noch nachvollziehbare Nachweise enthielt, die die Authentizität der Kampagne „Hope for Life“ stützen könnten. Stattdessen versuchte sie, Druck auszuüben, indem sie unberechtigte Forderungen stellte und grundlegende journalistische Prinzipien ignorierte.

Unsere Einschätzung: Beide Antworten weichen deutlich von einer sachlichen und lösungsorientierten Kommunikation ab. Trotz klar formulierter Fragen und der Bitte um öffentliche Nachweise wurde uns keine der angeforderten Dokumente bereitgestellt, die die Authentizität der Kampagne bestätigen könnten. Stattdessen wurden Forderungen gestellt, die weder journalistisch noch rechtlich gerechtfertigt sind.

Warum wir nicht weiter antworten: Angesichts der unsachlichen Antworten und der fehlenden Bereitschaft, glaubwürdige Beweise vorzulegen, haben wir uns entschieden, nicht weiter auf die Nachrichten einzugehen. Unser Ziel bleibt, Transparenz herzustellen und auf Basis überprüfbarer Fakten zu berichten. Solange uns keine belastbaren Belege vorliegen, sehen wir keinen Anlass, den Artikel zurückzuziehen oder auf Forderungen einzugehen.

Was das für unsere Leser bedeutet

  1. Fehlende Beweise und zweifelhafte Kommunikation: Die bisherigen Antworten verstärken den Eindruck, dass es sich um eine unseriöse Kampagne handeln könnte.
  2. Keine Spenden empfohlen: Bis belastbare Beweise vorgelegt werden, raten wir weiterhin davon ab, diese Kampagne finanziell zu unterstützen.
  3. Lehre für zukünftige Spendenaufrufe: Vertrauen Sie nur auf Kampagnen, die transparente und überprüfbare Informationen bereitstellen.

Wir bleiben weiterhin offen für eine sachliche Kommunikation und werden den Artikel aktualisieren, falls neue, glaubwürdige Informationen vorgelegt werden.


Die Kampagne ist eine Spendenaktion auf Facebook, die angeblich für die Behandlung des fünfjährigen Nikolas ins Leben gerufen wurde. Nikolas soll an einem Wilms-Tumor leiden, einem seltenen Nierenkrebs, der beide Nieren betrifft. Ziel der Kampagne ist es, 650.000 US-Dollar für eine Therapie in New York zu sammeln.

Die Facebook-Seite wurde am 22. Dezember 2024 erstellt, und die ersten Beiträge erschienen kurz danach.

Der Spendenstand liegt, Stand 14. Januar 2025, bei 516.258 Euro. Das sind etwa 83 % des Zielbetrags.

Bisher konnten weder die Existenz von Nikolas noch die seiner Familie (Anna und Anton Blanc) verifiziert werden. Es gibt keine Social-Media-Profile oder andere öffentlich zugängliche Informationen über sie.

Unauffindbare Bilder: Die veröffentlichten Bilder sind einzigartig und über keine Rückwärtssuchmaschine im Internet auffindbar.

Fehlende Nachweise: Es gibt keine medizinischen Dokumente oder Bestätigungen einer Klinik, die die Diagnose oder die geplante Behandlung belegen.

Verdächtige Details: Die Familie „Blanc“ ist in keiner Weise mit den angegebenen Standorten oder Institutionen verknüpft.

Fragwürdige Plattform: Die Kampagne nutzt die Plattform „Geev“, die keine Verantwortung für die Verwendung der Spenden übernimmt.

Die Kampagne läuft über „Geev“, eine Plattform, die als Vermittler zwischen Spendern und Organisationen agiert. Sie übernimmt keine Haftung für die Verwendung der gespendeten Gelder. Zudem ist die rechtliche Zuständigkeit in Israel angesiedelt, was es für Spender schwierig macht, Ansprüche geltend zu machen.

Die Kampagne nutzt Werbeanzeigen, die gezielt emotional aufgeladen sind und global geschaltet werden. Auffällig ist, dass Deutschland und Spanien bei bestimmten Anzeigen ausgeschlossen wurden, während Überseegebiete bevorzugt angesprochen werden.

Der Wilms-Tumor ist eine seltene Krebserkrankung, die fast ausschließlich Kinder betrifft. Die Behandlungskosten in den USA können stark variieren, oft zwischen 100.000 und mehreren Millionen US-Dollar.

Es fehlen klare Beweise für die Echtheit der Kampagne. Die Kombination aus unauffindbaren Familienmitgliedern, einzigartigen Bildern und der Nutzung einer Plattform mit eingeschränkter Haftung wirft erhebliche Zweifel auf.

Spender sollten ihre Bank oder Zahlungsplattform kontaktieren und prüfen, ob eine Rückbuchung möglich ist. Zudem sollte der Fall bei Verbraucherschutzorganisationen oder der Polizei gemeldet werden.

Ja, z. B. die Wilms Foundation, die Familien mit krebskranken Kindern gezielt unterstützt. Solche Organisationen bieten transparente Informationen über ihre Arbeit.

Mimikama prüft offizielle Dokumente, Kontaktangaben, technische Details wie Domainregistrierung und Plattformnutzung. Falls möglich, werden die Betreiber direkt kontaktiert, was in diesem Falle geschehen ist.


Die Facebook-Seite „Nikolas – er muss leben“ wirbt mit emotionalen Aufrufen um Spenden, um die Behandlung eines Jungen mit einem Wilms-Tumor zu finanzieren. Trotz des scheinbar wohltätigen Anliegens gibt es erhebliche Zweifel an der Authentizität der Kampagne. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe und die bisherigen Recherchen.

Eckdaten zur Facebook-Seite: Die Seite wurde am 22. Dezember 2024 erstellt und hat 1.772 „Gefällt mir“-Angaben sowie 2.090 Follower. Laut Beschreibung handelt es sich um einen „Guten Zweck“, der Spenden für den fünfjährigen Nikolas sammelt. Nikolas leidet angeblich an einem Wilms-Tumor, einem seltenen Nierenkrebs, der beide Nieren befallen hat. Die Gesamtkosten der Behandlung in New York werden mit 650.000 US-Dollar beziffert.

Screenshot der Facebook-Seite: Nikolas - er muss leben
Screenshot der Facebook-Seite: Nikolas – er muss leben

Beschreibung der Kampagne: Die Eltern Anna und Anton Blanc schildern auf der Seite eindringlich das Leiden ihres Sohnes Nikolas und den dringenden Bedarf an Spenden. Sie appellieren an die Emotionen der Leser und betonen die Dringlichkeit der Behandlung. Ein Beitrag / ein Video vom 28. Dezember 2024 beschreibt detailliert das Fortschreiten der Krankheit und die Notlage der Familie.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Faktenübersicht zum aktuellen Spendenstand

Aktueller Spendenstand (Stand 14.1.2025, 14:59 Uhr): Laut den Angaben der Facebook-Seite haben bis zu diesem Zeitpunkt 17.465 Personen insgesamt 516.258 Euro gespendet, sofern die angegebenen Zahlen korrekt sind.

Screenshot der Spendenseite "hopeforlife"
Screenshot der Spendenseite „hopeforlife“
  • Gesammelte Summe: €516.258
  • Zielbetrag: €618.427
  • Prozentsatz: 83 % erreicht
  • Anzahl der Spender: 17.465 Spender

Veröffentlichte Inhalte: Die Seite nutzt Bilder und Videos, die das Leid des Kindes und der Familie unterstreichen sollen.

Screenshot der Facebookseite: "Nikolas - er muss leben" Fotoübersicht
Screenshot der Facebookseite: „Nikolas – er muss leben“ Fotoübersicht

Auffällig ist, dass keine dieser Bilder über Rückwärtssuchen im Internet auffindbar sind. Sie scheinen entweder neu erstellt oder ausschließlich für diese Kampagne verwendet zu werden.

Angaben und Analyse zur Seitentransparenz: Die Facebook-Seite „Nikolas – er muss leben“ enthält folgende Informationen in der Seitentransparenz:

  1. Seitenname und Art:
    • Name: „Nikolas – er muss leben“
    • Kategorie: Guter Zweck
  2. Verlauf der Seite:
    • Die Seite wurde am 22. Dezember 2024 unter ihrem aktuellen Namen erstellt.
  3. Verwaltung der Seite:
    • Es gibt eine Person, die die Seite verwaltet. Als Hauptstandort wurde Portugal angegeben.
  4. Werbeanzeigen:
    • Die Seite hat aktuell Werbeanzeigen geschaltet.
    • Ein Zugriff auf die Werbebibliothek zeigt, dass die Anzeigen verschiedene Zielgruppen und geografische Bereiche abdecken.
Screenshot der Facebookseite: "Nikolas - er muss leben" - Seitentransparenz
Screenshot der Facebookseite: „Nikolas – er muss leben“ – Seitentransparenz

Bewertung der Seitentransparenz: Die Angabe, dass die Seite erst am 22. Dezember 2024 erstellt wurde, wirft Fragen auf, da sie vorgibt, bereits substanzielle Spenden gesammelt zu haben. Der Hauptstandort der verwaltenden Person in Portugal ist ebenfalls bemerkenswert, da die Kampagne international angelegt ist und die angebliche Familie „Blanc“ nicht mit Portugal in Verbindung gebracht wird.

Die aktiv geschalteten Werbeanzeigen verstärken den Eindruck, dass die Kampagne auf professionell strukturierte Spendenwerbung abzielt, was bei einem angeblich familiären Hilferuf ungewöhnlich erscheint.

Analyse der Werbekampagnen

Die Seite nutzt Meta-Technologien, um Werbeanzeigen zu schalten. Seit dem 23. Dezember 2024 werden verschiedene Versionen der Anzeigen verbreitet. Die Zielgruppenanalyse zeigt einige Auffälligkeiten:

  • Geografische Ausrichtung: Anzeigen sind weltweit aktiv, jedoch wird Deutschland bei einzelnen Anzeigen ausgeschlossen, während Spanien immer ausgeschlossen bleibt. Die Reichweite innerhalb Europas konzentriert sich auf Überseegebiete und Zypern.
  • Demografische Zielgruppe: Die Anzeigen richten sich primär an Frauen zwischen 25 und 65 Jahren.
  • Reichweite: Innerhalb der EU wurden 4.906 Personen erreicht, davon 229 in bestimmten Regionen wie Französisch-Guayana und Zypern.
Screenshot der Facebook-Werbebibliothek von "Nikolas - er muss leben"
Screenshot der Facebook-Werbebibliothek von „Nikolas – er muss leben“
Screenshot der Facebook-Werbebibliothek von "Nikolas - er muss leben"
Screenshot der Facebook-Werbebibliothek von „Nikolas – er muss leben“

Recherchen und Kommunikation mit Mimikama

Am 7. Januar 2025 hat Mimikama Fragen auf der besagten Facebook-Seite hinterlassen, um Klarheit über die Kampagne zu schaffen. Die gestellten Fragen umfassten unter anderem:

  1. Welches Krankenhaus in New York führt die Behandlung durch?
  2. Gibt es eine schriftliche Bestätigung der Klinik oder der behandelnden Ärzte?
  3. Warum ist eine Behandlung in Europa nicht möglich?
  4. Wie setzt sich der Betrag von 650.000 US-Dollar zusammen?
  5. Wer verwaltet die Spenden, und gibt es eine vertrauenswürdige Überwachung der Gelder?
Screenshot: Mimikama-Anfrage auf der Facebookseite: "Nikolas - er muss leben"
Screenshot: Mimikama-Anfrage auf der Facebookseite: „Nikolas – er muss leben“
Screenshot: Mimikama-Anfrage auf der Facebookseite: "Nikolas - er muss leben"
Screenshot: Mimikama-Anfrage auf der Facebookseite: „Nikolas – er muss leben“

Unser Kommentar war HIER zu finden: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0ExC4jDbVDV6ttry7Zht4DMHfEHhWjdE86juWZRshGpUo84ZqLGxrHw9KUZqTLhfPl&id=61570974962351&comment_id=1279393736685953 . Dieses wurde aber von dem Betreiber mittlerweile wieder gelöscht!?

Antwort des Seitenbetreibers: Die Betreiber antworteten mit der Bitte, eine E-Mail an [email protected] zu senden. Auf eine anschließende Mail von Mimikama reagierte ein gewisser „Yom Stern“ am 8. Januar 2025. Die Antwort war allgemein gehalten und enthielt keine konkreten Informationen. Zudem handelte es sich um eine „@gmail.com“ Adresse und nicht um die genannte „hopeforlifefund.com“. Weitere Nachfragen bzw. Antworten auf unsere Fragen, die wir per Mail nochmals gestellt haben, blieben bis heute, 14.1.2025 / 14:33 Uhr unbeantwortet.

Screenshot der Antwort-Mail des Seitenbetreibers vom  8.1.2025
Screenshot der Antwort-Mail des Seitenbetreibers vom 8.1.2025

Verbindung zu einem gewissen Tikvah Lechaim: Nutzer meldeten uns, dass Ihre Spende an einen gewissen „Tikvah Lechaim“ überwiesen wurde.

Screenshot: Nutzerstatusbeitrag auf Facebook
Screenshot: Nutzerstatusbeitrag auf Facebook

Unsere Recherchen ergaben eine Verbindung zwischen der Kampagne und der Organisation Tikvah Lechaim. Es gibt Berichte, die auf eine unzureichende Transparenz bei der Mittelverwendung hindeuten, jedoch liegen hierzu keine überprüfbaren Details vor.

Tikvah Lechaim ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Monsey, New York. Verantwortlich ist Yomtov Stern, der auch in der E-Mail-Kommunikation mit Mimikama als Kontaktperson auftaucht.

Finanzdaten von Tikvah Lechaim (2022)

  • Einnahmen: 426.899 USD
  • Ausgaben: 420.781 USD
  • Zuschüsse: 302.891 USD
  • Überschuss: 6.118 USD

Die Organisation gibt an, Familien mit krebskranken Kindern zu unterstützen, jedoch bleiben die Details zur Verwendung der Gelder vage. Nutzerberichte deuten darauf hin, dass Spenden nicht immer nachvollziehbar verwendet wurden.

  1. Tikvah Lechaim Inc. ist als gemeinnützige Organisation gemäß Section 501(c)(3) des IRS klassifiziert, was bedeutet, dass Spenden steuerlich absetzbar sind.
  2. Kontaktinformationen:
    • Adresse: 84 Groce St, Monsey, NY 10952
    • Verantwortlicher: Yomtov Stern

Der Inhalt des Dokuments ist eine reguläre Steuererklärung für gemeinnützige Organisationen in den USA und zeigt keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, zumindest basierend auf den vorliegenden Daten.

Technische Analyse der Spenden-Plattform

Die Kampagne verwendet den Spendenlink go.hopeforlifefund.com, dessen Domain im Juli 2024 über NameCheap registriert wurde.

Screenshot: Whois - hopeforlifefund.com
Screenshot: Whois – hopeforlifefund.com

Auffällig sind die geringen Sicherheitsstandards (einfaches DV-SSL) und die Nutzung der Plattform „Geev“, die als Vermittler agiert. Laut den AGB von Geev übernimmt die Plattform keine Verantwortung für die Verwendung der gespendeten Gelder.

Interpretation der Daten

  1. Neue Domain: Die Domain wurde erst kürzlich, im Juli 2024, registriert. Dies könnte auf eine neu erstellte Kampagne hinweisen.
  2. Privatsphäre-Einstellungen: Die Nutzung eines Privacy-Dienstes verbirgt Details über den tatsächlichen Besitzer der Domain. Dies ist legal und üblich, erschwert aber die Nachverfolgung bei potenziellen Betrugsfällen.
  3. Registrar NameCheap: NameCheap wird häufig genutzt, da es kostengünstige und einfache Domainregistrierungen anbietet. Allerdings wird es auch von fragwürdigen Kampagnen genutzt.
  4. Technische Sicherheitsstandards: Das Fehlen von DNSSEC und die Nutzung eines einfachen DV-SSL-Zertifikats (wie bereits erwähnt) weisen auf grundlegende Sicherheitsmaßnahmen hin, aber nicht auf einen hohen Standard.
  5. Kein Impressum: Auf der Kampagnenseite fehlt ein Impressum, das in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben ist. Dadurch wird es nahezu unmöglich, die Verantwortlichen direkt zu identifizieren oder Kontakt aufzunehmen.

Bedeutung im Kontext des Falles

  • Die Verschleierung der Identität durch den Privacy-Dienst macht es schwieriger, die Verantwortlichen der Kampagne ausfindig zu machen.
  • Die relativ neue Domain (registriert wenige Monate vor Kampagnenstart) könnte auf eine kurzfristige Planung hindeuten, was bei seriösen Projekten untypisch ist.
  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Domain bereits für betrügerische Zwecke verwendet wurde, aber die Privatsphäre-Einstellungen und geringe Sicherheitsstandards sind potenziell verdächtig.

Die Kampagne „Nikolas – er muss leben“ nutzt „Geev“ für die Abwicklung der Spenden. Dabei agiert die Plattform lediglich als Vermittler zwischen Nutzern und Organisationen, übernimmt jedoch keine Haftung für die Verwendung der Gelder. Nutzerdaten können an Dritte weitergegeben werden, und rechtliche Streitigkeiten werden ausschließlich in Tel Aviv, Israel, geregelt. Diese Aspekte erschweren es internationalen Nutzern, Transparenz einzufordern oder mögliche Unregelmäßigkeiten nachzuverfolgen.

Auffälligkeiten und Risiken: Die Plattform „Geev“ ist auf Spenden- und Fundraising-Prozesse spezialisiert, doch ihre eingeschränkte Haftbarkeit und die geografische Zuständigkeit in Israel erschweren die Verfolgung und Durchsetzung von Ansprüchen. Diese Bedingungen könnten von betrügerischen Kampagnen ausgenutzt werden.

Die Unauffindbarkeit der Familie „Blanc“ sowie der einzigartigen Bilder wirft Zweifel an der Authentizität der Kampagne auf. Weder Rückwärtssuchen noch Social-Media-Recherchen lieferten Hinweise auf die Existenz von Anna, Anton oder Nikolas Blanc. Der Wilms-Tumor, eine seltene Krebserkrankung bei Kindern, wird als zentrales Thema der Kampagne genutzt. Zwar gibt es Organisationen wie die Wilms Foundation, die betroffenen Familien Unterstützung bieten, doch die fehlende Transparenz bei „Nikolas – er muss leben“ bleibt problematisch.

Ergänzung: Was wir noch wissen

  1. Unauffindbare Familie und einzigartige Bilder
    Die Familie „Blanc“ (bestehend aus Anna, Anton und Nikolas) konnte durch Recherchen nicht verifiziert werden. Weder Social-Media-Profile noch andere öffentlich zugängliche Quellen liefern Hinweise auf ihre Existenz. Auch die veröffentlichten Bilder auf der Facebook-Seite sind einzigartig und in keiner Bilderdatenbank auffindbar, was eine Überprüfung zusätzlich erschwert.
  2. Der Wilms-Tumor
    Der Wilms-Tumor, ein seltener Nierenkrebs, der fast ausschließlich Kinder betrifft, wird in der Kampagne als zentrales Thema genutzt. Die Behandlungskosten für solche Fälle in den USA können je nach Klinik zwischen 100.000 und mehreren Millionen US-Dollar liegen. Unterstützung bieten Organisationen wie die Wilms Foundation, die betroffenen Familien weltweit Hilfe anbieten.
  3. Instagram-Veröffentlichung des „Wunschs“
    Der angebliche Wunsch von Nikolas, Spider-Man zu treffen und seine Großmutter in Schweden zu besuchen, wurde bereits im Oktober 2024 auf Instagram bei „spidermaneinherzfuerkinder“ geteilt. Dies war auch der früheste Fundort des Bildes.
Screenshot: Instagram-Beitrag vom 3.10.2024
Screenshot: Instagram-Beitrag vom 3.10.2024

Der Beitrag ist hier zu finden: Instagram-Link. Es bleibt unklar, ob dieser Post direkt mit der Facebook-Kampagne verbunden ist oder unabhängig existiert, wovon wir stark ausgehen.

Die Kombination aus der Unauffindbarkeit der Familie, den einzigartigen Bildern und der Wiederverwendung des „Wunschs“ auf Instagram wirft erhebliche Zweifel an der Authentizität der Kampagne auf. Der gezielte Einsatz emotionaler Geschichten, die auf ein bekanntes Krankheitsbild abzielen, könnte auf eine gezielte Manipulation hinweisen.

Nutzerberichte und Verdachtsmomente

  • Blockierung nach Nachfragen: Mehrere Nutzer berichten, dass sie nach kritischen Fragen von der Seite blockiert wurden.
  • Keine Transparenz: Es fehlen Belege für die Existenz der Familie Blanc sowie für die angegebenen Behandlungskosten.

Fazit: Die Kampagne „Nikolas – er muss leben“ weist zahlreiche Unstimmigkeiten auf, die auf einen möglichen Betrug hindeuten. Die Verbindung zu Tikvah Lechaim, die intransparente Mittelverwendung und die emotionale Manipulation der Nutzer werfen erhebliche Zweifel auf. Bis zur Klärung dieser Fragen wird dringend davon abgeraten, an diese Kampagne zu spenden.

Hinweis für betroffene Nutzer
Falls Nutzer bereits gespendet haben oder Unsicherheiten bezüglich der Kampagne bestehen, wird empfohlen, den Fall bei den zuständigen Verbraucherschutzorganisationen oder Behörden zu melden.

Kostenlos · der tägliche Mimikama-Newsletter

Fakten statt Aufregung. Direkt in dein Postfach.

Die wichtigsten Faktenchecks und Meldungen des Vortags – jeden Morgen kostenlos und unabhängig vom Social-Media-Algorithmus.

Ich möchte den oben angeführten Newsletter erhalten und stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse zu diesem Zweck verarbeitet wird. Ich kann den Newsletter jederzeit abbestellen. Details in der Datenschutzbestimmung.

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.