Die Behauptung
Eine Studie vom 4.3.2025 aus Deutschland soll belegen, dass die Übersterblichkeit nicht durch Covid-19, sondern durch die mRNA-Impfstoffe verursacht wurde. Erst nach der Impfkampagne sei die Sterblichkeitsrate stark angestiegen.
Falsch
Falsch! Die Behauptung, dass mRNA-Impfstoffe mehr Menschen getötet hätten als Covid-19, basiert auf einer bewussten Fehlinterpretation der Daten. Die zitierte Studie zeigt eine Übersterblichkeit im Jahr 2022, macht jedoch keine Aussage darüber, dass Impfstoffe die Ursache sind. Vielmehr steht die erhöhte Sterblichkeit in direktem Zusammenhang mit einer starken Grippewelle. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfungen und der Übersterblichkeit wird nicht belegt – eine Tatsache, die von Impfgegnern gezielt ignoriert oder verdreht wird.
Kurze Faktenübersicht:
- Studie zur Sterblichkeit in Frankfurt: Die Untersuchung zeigt eine Übersterblichkeit 2022, liefert aber keinen Beweis für einen Zusammenhang mit den Impfungen.
- Grippewelle Ende 2022: Die erhöhte Sterblichkeit wurde während einer schweren Influenza-Welle festgestellt, nicht während einer Covid-Welle.
- Fehlinterpretationen durch Impfkritiker: Die Studie belegt keinen negativen Einfluss der mRNA-Impfstoffe, wird jedoch in alternativen Medien oft als Beweis dafür missbraucht.
Die Studie und ihre Fehlinterpretation
Die von Impfkritikern zitierte Studie wurde in der Fachzeitschrift „GMS Hygiene and Infection Control“ veröffentlicht und analysiert die Sterblichkeit in Frankfurt am Main zwischen 2020 und 2023. Dabei ergaben sich folgende wesentliche Punkte:
- Während der ersten Pandemiejahre (2020 und 2021) gab es keine signifikante Übersterblichkeit.
- Eine erhöhte Sterblichkeit wurde nur in der zweiten Covid-Welle Ende 2020 festgestellt, also noch bevor die Impfungen eingeführt wurden.
- Im Jahr 2022 gab es eine überdurchschnittliche Sterblichkeit, die jedoch mit einer heftigen Grippewelle am Jahresende zusammenhing.
- Während der Omikron-Wellen 2022 war keine erhöhte Sterblichkeit messbar.
Wissenschaftliche Fakten vs. Fehlinformationen
Die in verschiedenen alternativen Medien verbreitete Behauptung, die Studie beweise eine durch Impfungen verursachte Übersterblichkeit, hält einer näheren Überprüfung nicht stand:
- Fehlinterpretation der Daten: Die Studie bestätigt keine Impfstoff-Todesfälle, sondern beschreibt eine überdurchschnittliche Sterblichkeit während einer Grippewelle Ende 2022.
- Kein Kausalzusammenhang: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die mRNA-Impfstoffe das Immunsystem so geschwächt haben, dass Menschen an der Grippe starben.
- Fehlende Berücksichtigung weiterer Faktoren: Hitzewellen, allgemeine demografische Entwicklungen und langfristige Auswirkungen der Pandemie wurden in den Fehldeutungen außer Acht gelassen.
Warum diese Falschbehauptung gefährlich ist
Diese Art von Fehlinformationen kann dazu führen, dass Menschen sich gegen wirksame Schutzmaßnahmen wie Impfungen entscheiden. Bereits jetzt zeigt sich, dass Impfverweigerung zu erhöhten Krankheits- und Sterblichkeitsraten führt. Die Impfung gegen Covid-19 hat nachweislich Millionen von Leben gerettet und schwere Krankheitsverläufe verhindert.
30 Behauptungen im Faktencheck: Was ist wirklich dran?
Vorab: Der Großteil der Behauptungen im Video ist entweder falsch oder irreführend. Besonders die Verknüpfung zwischen mRNA-Impfstoffen und Übersterblichkeit ist wissenschaftlich nicht belegt und basiert auf Fehlinterpretationen der Studie.
Fazit
Die Behauptung, mRNA-Impfstoffe hätten mehr Todesfälle verursacht als Covid-19, ist falsch und beruht auf einer Fehlinterpretation der Daten. Die Studie zeigt eine Übersterblichkeit im Jahr 2022, die aber mit einer starken Grippewelle zusammenhängt – nicht mit den Impfungen. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für einen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und erhöhter Sterblichkeit.
Studie: https://series.publisso.de/de/journals/hic/volume20/dgkh000533
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