Keine Mikrochips in Impfungen: Video über angebliches Ukraine-Programm ist erfunden

Ein angebliches Enthüllungsvideo behauptet, die ukrainische Regierung lasse Soldaten per COVID-19-Impfung Mikrochips implantieren, die sie aus der Ferne töten könnten. Dafür gibt es keine Belege.

Die Behauptung

Ein Video der „Foundation to Battle Injustice“ behauptet, die Ukraine habe ein verpflichtendes COVID-19-Impfprogramm für Soldaten eingeführt, bei dem Mikrochips injiziert würden. Diese könnten angeblich aus der Ferne aktiviert werden, um Soldaten zu lähmen oder zu töten, falls sie Befehle missachten.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Falsch

Die Behauptung ist frei erfunden. Es gibt weder ein verpflichtendes COVID-19-Impfprogramm für ukrainische Soldaten noch existiert eine Technologie, mit der Mikrochips per Impfung injiziert und tödlich aktiviert werden könnten. Das Video stammt von einer Organisation mit nachgewiesenen Verbindungen zu russischen Desinformationskampagnen.

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Analyse – Die Fakten dahinter

  • Kein Impfzwang:

Nach übereinstimmenden Recherchen von NewsGuard, FactCheck.org und Medienberichten gibt es bis Dezember 2025 keine Hinweise auf eine verpflichtende COVID-19-Impfung für die ukrainischen Streitkräfte.

  • Technisch unmöglich:

Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass Impfstoffe keine Mikrochips enthalten können. Die Impfstoffe bestehen aus Nano-Partikeln im Nanometerbereich. Mikrochips sind um ein Vielfaches größer und könnten weder in einer Spritze verabreicht noch unbemerkt im Körper funktionieren.
Die Immunologin Lisa Morici (Tulane University School of Medicine) erklärte bereits 2021 gegenüber FactCheck.org, dass ein solcher Chip physikalisch nicht in einen Impfstoff passe.

  • Fragwürdige Quelle:

Die „Foundation to Battle Injustice“ wurde vom verstorbenen russischen Söldnerführer Jewgeni Prigoschin gegründet. Nach dessen Tod wird die Organisation laut Recherchen von Scripps News von russischen Geheimdienststrukturen kontrolliert.
Sie ist wiederholt durch erfundene „Investigativberichte“ aufgefallen, unter anderem über angebliche Kriegsverbrechen, für die es keine Belege gibt.

  • Offizielle Stellungnahme:

Ein Mitarbeiter des ukrainischen Präsidialamts bestätigte gegenüber NewsGuard am 22. Dezember 2025 schriftlich, dass die Behauptung falsch ist.

Wirkung & Mechanismus

Die Geschichte kombiniert bekannte Impf-Mythen mit militärischer Angstkommunikation. Sie nutzt technisches Halbwissen, geheime „Leaks“ und den Kriegskontext, um Misstrauen zu verstärken. Solche Erzählungen sind typisch für gezielte Desinformation, die bestehende Ängste vor Kontrolle, Zwang und moderner Medizin ausnutzt.

Fazit

Für die Behauptung eines ukrainischen Impfprogramms mit tödlichen Mikrochips gibt es keinerlei Belege – sie widerspricht medizinischen Fakten und stammt aus einem bekannten Desinformationsumfeld.

Quellen:

No, Ukraine Doesn’t Have a Microchip Vaccination Program

Magnet Videos Refuel Bogus Claim of Vaccine Microchips – FactCheck.org

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