Die Seite hat tausende Follower, ein Firmenlogo, eine Adresse und Öffnungszeiten. Sie wirkt offiziell. Aber wer steckt wirklich dahinter? Facebook zeigt bei jeder Seite ein paar Angaben, die nicht der Betreiber selbst einträgt, sondern die Plattform erzeugt. Man muss nur wissen, wo sie stehen.
Mit dieser Serie zeigen wir fünf Werkzeuge, mit denen jede und jeder selbst nachsehen kann. Sie kosten nichts und brauchen keine Vorkenntnisse. Den Anfang macht die Seitentransparenz.
Wo findet man die Seitentransparenz?
Sie steckt im Info-Bereich jeder Facebook-Seite. Die genauen Bezeichnungen ändern sich je nach App-Version immer wieder, der Weg ist aber ähnlich.
Was steht dort drin?
Vier Angaben sind besonders nützlich. Jede für sich ist harmlos. Interessant wird es, wenn sie nicht zu dem passen, was die Seite über sich selbst erzählt.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Im August 2026 prüften wir eine Facebook-Seite namens „Antifa Germany GmbH“ mit mehr als 16.500 Followern. Die Seitentransparenz zeigte: Die Seite war schon 2015 als „Antifa UG – haftungsbeschränkt“ angelegt und 2023 umbenannt worden. Das allein bewies noch nichts. Es war aber die Spur, die zu früheren Berichten und schließlich zum Ergebnis unseres Faktenchecks führte.
Noch deutlicher war es bei einer Recherche zu Werbung für eine Entkleidungs-App. Von 18 untersuchten Seiten folgten 17 demselben Muster: Sie wurden unter dem Markennamen erstellt, noch am selben Tag in einen kryptischen Namen umbenannt und Tage später zurückbenannt. Die Seiten nannten US-Adressen. Bei vier Seiten zeigte die Seitentransparenz als Standort der Verwaltenden aber China, bei zwei davon zusätzlich Malaysia.
Was beweisen diese Angaben nicht?
Eine Umbenennung kann völlig normal sein, etwa wenn eine Firma ihren Namen ändert. Auch ein Standort im Ausland ist kein Beweis für Betrug. Laut Facebook zählen alle Personen mit einer Rolle auf der Seite, also auch Agenturen, die eine Seite betreuen. Den Standort ermittelt Facebook aus Profilangaben sowie Geräte- und Verbindungsdaten. Es ist also eine Einschätzung der Plattform, keine geprüfte Adresse.
Ein einzelnes Merkmal ist kein Beweis. Auffällig wird es, wenn mehrere zusammenkommen – eine brandneue Seite, merkwürdige Namenswechsel und Verwaltende in einem ganz anderen Land als die angebliche Firmenadresse. Wer so eine Seite entdeckt, die mit Geld lockt, sollte vorsichtig sein. Was nach einem Betrug zu tun ist, zeigt unsere Serie „Nach dem Klick“, etwa „Betrogen – was jetzt? Die ersten Schritte“.
Quellen
- Mimikama: Antifa Germany GmbH auf Facebook: Die Firma, die keine ist, 20. August 2026.
- Mimikama: KI-Werbung auf Facebook entblößt Frauen trotz Meta-Verbot, 30. August 2026.
- Hutter Consult: Facebook: Verbesserung der Transparenz von Seiten, Februar 2021 – zur Ermittlung des Standorts der Verwaltenden.
- 2Punkt: Facebook Seitentransparenz, 2019.
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