Anak Krakatau: Der Ausbruch ist echt, dieses Video nicht

Der Vulkan Anak Krakatau ist im September wirklich ausgebrochen. Ein Video davon mit Häusern und fliehenden Menschen ist aber nicht echt – es wurde mit KI gemacht, sagt sein Macher selbst.

Die Behauptung

Ein etwa zehn Sekunden langes Video zeigt den Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau in Indonesien im September 2026 – mit Häusern, Autos und fliehenden Menschen im Vordergrund.

Aufgestellt von: X-Beitrag eines deutschsprachigen Nutzers vom 13. September 2026; außerdem Facebook und Instagram

Faktencheck: Falsch

Das Video zeigt nicht den Ausbruch des Anak Krakatau. Sein Macher sagt selbst, dass er es mit künstlicher Intelligenz erstellt hat. Im ersten Beitrag war es auch so gekennzeichnet. Rund um den Vulkan gibt es außerdem keine Häuser. Der Ausbruch selbst fand Anfang September 2026 aber tatsächlich statt.

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Ein Vulkan explodiert mit einem lauten Knall. Lava schießt in den Himmel. Vorne stehen Häuser und Autos, Menschen rennen weg. Dieses kurze Video wurde im September auf X, Facebook und Instagram geteilt.

Es soll den Vulkan Anak Krakatau in Indonesien zeigen. Der ist Anfang September tatsächlich ausgebrochen. Das Video ist trotzdem nicht echt. Es wurde mit einem Computerprogramm gemacht, das Videos erfinden kann. Solche Programme nennt man Künstliche Intelligenz, kurz KI.

Woran erkennt man, dass das Video nicht echt ist?

Die Nachrichtenagentur AFP hat das Video genau untersucht. Dabei hat sie drei deutliche Hinweise gefunden.

Drei Gründe, warum dieses Vulkan-Video nicht echt ist
1
Der Macher sagt es selbst
Das Video erschien am 7. September auf der Facebook-Seite „Workflowforge“. Dort ist es als „KI-Inhalt“ markiert. Darunter steht: „Hättest du erraten, dass dies generiert wurde?“ Zu AFP sagte der Macher außerdem, es zeige „keinen tatsächlichen Vulkanausbruch“.
2
Dort gibt es keine Häuser
Der Vulkan steht allein auf einer kleinen Insel im Meer. Dort wohnt niemand. Die nächsten Häuser sind mehr als 16 Kilometer entfernt.
3
Ein Mensch verschwindet
Am Anfang stehen fünf Menschen an einer Straße. Nach etwa sechs Sekunden ist einer von ihnen einfach weg. Auch die Hände der anderen sehen verbogen aus.
Quellen: AFP-Faktencheck vom 24. September 2026, IQAir. Stand: 24. September 2026. mimikama.org

Solche Fehler passieren bei KI-Videos immer wieder. Das Programm filmt ja nichts, sondern erfindet das Video Bild für Bild. Dabei „vergisst“ es manchmal, was gerade noch da war. AFP hat das Video außerdem durch ein Erkennungsprogramm laufen lassen, das ebenfalls auf KI tippte. Solchen Programmen sollte man aber nicht blind vertrauen, denn sie irren sich manchmal.

Wie wurde aus dem KI-Video eine angebliche Aufnahme?

Auf Facebook kam das Video gut an: 2.600 Menschen gaben ein Like, 232 teilten den Beitrag. Am 13. September tauchte es dann bei einem deutschsprachigen Nutzer auf X auf. Von KI war dort keine Rede mehr. Er schrieb dazu: „Erfährt man sowas nicht mehr durch die Nachrichten?“ Mehr als 800 Menschen gaben dem Beitrag ein Like, angezeigt wurde er über 28.000 Mal. Das Video tauchte auch in anderen Sprachen auf und laut AFP sogar bei einigen klassischen Medien in Griechenland.

X-Beitrag vom 13. September 2026 mit dem Text „Indonesien, Anak Krakatau“ und einem Standbild aus dem KI-Video: Hinter Häusern, Autos und einem Strommast bricht ein Vulkan aus. Name und Profilbild sind unkenntlich gemacht.
Der Beitrag auf X. Name und Profilbild haben wir unkenntlich gemacht. Screenshot: X

Wer den KI-Hinweis als Erster weggelassen hat, ist nicht bekannt. Der Macher sagt, er wollte niemanden täuschen. Ganz ohne Bezug zum echten Ausbruch war sein Beitrag aber nicht. Er ist mit dem Ort „Anak Gunung Krakatau“ markiert und spricht davon, der Vulkan sei „gestern“ ausgebrochen. Die Seite beschreibt sich selbst mit „Viral Reels, AI-powered“ – also kurze KI-Videos, die sich möglichst schnell verbreiten sollen.

Links die Facebook-Seite „Workflowforge“ mit der Selbstbeschreibung „Viral Reels, AI-powered“. Rechts der Beitrag vom 7. September mit dem KI-Video, der Kennzeichnung „KI-Inhalt“, der Ortsmarkierung Anak Gunung Krakatau und der Frage „Hättest du erraten, dass dies generiert wurde?“.
Links die Seite hinter dem Video, rechts der erste Beitrag. Markierungen: Mimikama. Screenshot: Facebook

Ob das Absicht war, wissen wir nicht. Für eine Täuschung braucht es auch keine böse Absicht. Einer speichert das Video und lädt es ohne Hinweis neu hoch. Der Nächste hält es dann für echt und teilt es weiter.

Warum fallen so viele darauf herein?

Dabei war der Ausbruch in vielen Nachrichten. Hunderte Flüge fielen aus. Am 6. September saßen laut indonesischem Verkehrsministerium 150.000 Reisende an Flughäfen fest. Wer davon gehört hat, sieht das Video und denkt: Passt ja.

Genau das ist die Falle. KI-Videos können sich an echte Nachrichten anhängen. Dann stimmt der Text darunter, nur das Bild ist erfunden.

Zum Mitnehmen
Bei Videos von Katastrophen zwei Dinge prüfen
1. Ist das wirklich passiert?
Schau nach, ob bekannte Nachrichtenseiten darüber berichten.
2. Zeigt das Video wirklich das?
Such, wo das Video zuerst aufgetaucht ist, und ob dort „KI“ steht. Vergleiche den Ort mit einer Landkarte. Achte auf Hände, Gesichter und Menschen, die plötzlich auftauchen oder verschwinden.
Die zweite Frage vergessen viele. Das gilt bei Erdbeben, Hochwasser und Bränden genauso.
Anlass: KI-Video zum Ausbruch des Anak Krakatau, September 2026. Stand: 24. September 2026. mimikama.org

Quellen


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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