Ein Skin kostet nicht 7,99 Euro, sondern 900 Edelsteine. Wer ihn kaufen will, muss womöglich zuerst ein größeres Paket Spielgeld erwerben. Seit 30. September 2026 prüft das EU-Verbraucherschutznetz CPC solche Kaufmodelle in Minecraft, Candy Crush Saga, Clash of Clans und sechs weiteren Spielen.
Die Europäische Kommission koordiniert neun neue Verfahren gegen Crytek, InnoGames, King.com, Mojang, Plarium Europe, PLR Worldwide Sales, Riot Games, Supercell und Ubisoft EMEA. Untersucht werden Candy Crush Saga, Clash of Clans, Forge of Empires, For Honor, Gardenscapes, Hunt: Showdown 1896, Mech Arena, Minecraft und Valorant.
Die Behörden prüfen, ob Preise verständlich ausgewiesen werden und die tatsächlichen Kosten digitaler Gegenstände erkennbar bleiben. Es geht auch um unnötig große Guthabenpakete, Informationen vor dem Kauf, Widerrufsrechte und den Schutz von Kindern. Ein Rechtsverstoß steht noch nicht fest – welche konkrete Praxis welchem Spiel zugeordnet wird, haben die Behörden nicht veröffentlicht.
Die CPC-Grundsätze für virtuelle Spielwährungen bestehen seit März 2025. Nach Angaben der Europäischen Kommission brachten Gespräche mit der Spielebranche keine ausreichenden Lösungen. Werden die beanstandeten Punkte nicht ausgeräumt, können nationale Verbraucherschutzbehörden weitere Schritte setzen.
Ein separates Verfahren läuft bereits seit Anfang 2026 zu Microsoft beziehungsweise Activision Blizzard. Bei Call of Duty Mobile und Diablo Immortal geht es zusätzlich um Datensammlung, möglicherweise suchtfördernde Gestaltung, voreingestellte Elternkontrollen, Kaufaufforderungen an Kinder und Accountsperren. Diese Spiele gehören nicht zu den neun neuen Verfahren.
Virtuelle Währungen schaffen Abstand zwischen dem Klick und dem tatsächlichen Geldwert. Entscheidend ist deshalb nicht nur der Preis eines Gegenstands in Münzen oder Edelsteinen. Auch der Preis des kleinsten passenden Guthabenpakets und das verbleibende Restguthaben zeigen, was ein Kauf wirklich kostet.
Quellen
- Europäische Kommission / Consumer Protection Cooperation Network: Social media, online games and search engines – Nine CPC coordinated actions concerning in-game virtual currencies, 30. September 2026
- The Brussels Times: EU probes gaming firms as concerns mount over virtual currency practices, 30. September 2026
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