51 Fake-Profile geben sich per KI-Video als echte Anwälte aus

Maldita.es dokumentiert 51 Social-Media-Profile, die echte Rechtsanwält:innen imitieren. Manipulierte Videos schaffen Vertrauen; auf WhatsApp folgen Forderungen nach Dokumenten, Adressen und Geld.

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KURZMELDUNG · USA

Auf TikTok, Facebook und Instagram spricht scheinbar ein bekannter Anwalt direkt in die Kamera und bietet Hilfe beim Aufenthaltsrecht in den USA an. Danach führt der Kontakt zu WhatsApp. Maldita.es fand 51 Profile, die Namen und Bilder echter Rechtsanwält:innen verwenden; manche Videos wurden mit KI manipuliert.

Die spanische Faktencheck- und Rechercheorganisation Maldita.es erfasste die Accounts bei systematischen Suchen am 22. und 23. September 2026. Mehr als 84 Prozent boten Hilfe bei Einwanderungs- und Aufenthaltsverfahren in den USA an. Am 1. Oktober waren 13 Accounts nicht mehr verfügbar. Ob und wie viele organisatorisch zusammengehören, ist unklar.

Besonders häufig trifft es den US-Einwanderungsanwalt Ángel Leal, der aus dem spanischsprachigen Fernsehen bekannt ist. Seine Identität tauchte bei 29 Profilen auf. Auf seinem echten TikTok-Konto warnt Leal vor manipulierten Videos mit seinem Bild und seiner Stimme, falschen Verträgen sowie Zahlungsforderungen über WhatsApp, Zelle und andere Wege.

Maldita kontaktierte sechs Telefonnummern, die zu Profilen mit Leals Identität gehörten. Bei drei Nummern behaupteten die antwortenden Personen, Leal selbst oder seine Kanzlei zu vertreten. Sie verlangten Fotos der Vorder- und Rückseite einer Aufenthaltskarte, die Wohnadresse und 600 US-Dollar. Die Masche zielt damit auf Geld und sensible Identitätsdaten.

Maldita prüfte außerdem eine Auswahl besonders reichweitenstarker Beiträge. 35 davon trugen keinen Hinweis auf KI oder synthetische Inhalte und erreichten zusammen mehr als 6,3 Millionen Aufrufe. Weitere 16 Beiträge waren gekennzeichnet, aber nur einmal durch den Ersteller selbst. Die Zahlen zeigen keine allgemeine Erkennungsquote der Plattformen und sind auch keine Opferzahl.

Für Österreich, Deutschland und die Schweiz ist diese konkrete Kampagne nicht belegt. Das Muster ist dennoch übertragbar: Ein öffentliches Video leiht sich die Autorität einer realen Person, während die Forderung nach Dokumenten und Geld in einen privaten Chat wandert. Ein sichtbar sprechendes Gesicht ist deshalb kein Identitätsnachweis.

Quellen

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