Falsche Bankmitarbeiter holen Bankomatkarten an der Haustür ab

In Kärnten verbinden Betrüger Anrufe und SMS-Codes mit einem Abholer vor Ort. Eine Frau verlor einen fünfstelligen Betrag, in einem weiteren Fall nahm die Polizei vier Verdächtige fest.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
KURZMELDUNG · ÖSTERREICH

Das Telefon läutet, angebliche Bankmitarbeiter warnen vor einem gehackten Konto. Wenig später steht ein Mann vor der Haustür und will die Bankomatkarte abholen. Die Landespolizeidirektion Kärnten meldete am 2. Oktober 2026 zwei aktuelle Fälle dieses Musters.

In Villach wurde eine 68-Jährige zwischen 28. September und 2. Oktober mehrfach angerufen. Ein angeblicher Mitarbeiter einer IT-Sicherheitsfirma brachte sie dazu, einen SMS-Code weiterzugeben. Am 1. Oktober gegen 22:15 Uhr übergab sie einem Abholer ein Kuvert mit ihrer Bankomatkarte, jener ihres Ehemannes und den genannten Codes. Die Bank stellte danach drei unberechtigte Abbuchungen fest. Der Schaden lag laut Polizei im fünfstelligen Eurobereich.

Ein 69-Jähriger aus dem Bezirk Hermagor hörte am Telefon eine ähnliche Geschichte. Er überwies mehrere fünfstellige Beträge und sollte seine Bankomatkarte samt Code vor dem Haus hinterlegen. Der Mann verständigte jedoch die Polizei. Sie nahm am 30. September vier Verdächtige im Alter von 20 und 21 Jahren nahe dem Wohnhaus fest. Eine weitere Person flüchtete.

Ob die beiden Fälle direkt zusammenhängen, hat die Polizei bislang nicht mitgeteilt. Erkennbar ist aber dasselbe Grundmuster: Die Täter erzählen zuerst von einem Sicherheitsproblem, verlangen Codes und schicken schließlich eine reale Person zur Kartenabholung.

Gerade dieser letzte Schritt kann die erfundene Geschichte glaubwürdig erscheinen lassen. Der Abholer ist aber kein Beweis für einen echten Auftrag der Bank, sondern kann Teil des Betrugs sein. Die Masche zeigt, wie Telefonbetrug, digitale Zugangsdaten und persönlicher Druck an der Haustür miteinander verbunden werden.

Quellen

Über dieses Format: Für unsere Kurzmeldungen sammeln und prüfen wir aktuelle Entwicklungen aus verlässlichen Quellen. Nach der redaktionellen Bearbeitung werden die Meldungen über unser eigenes Mimikama-Kurzmeldungs-System veröffentlicht. Daher können mehrere Beiträge denselben Veröffentlichungszeitpunkt tragen.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)