Feuerwehrmann in Flammen: Was beim Schülerprotest in Bordeaux wirklich geschah

Das Foto aus Bordeaux ist echt, doch die Deutung eines gezielten Angriffs ist nicht belegt. Beim Löschen eines Barrikadenfeuers explodierte ein Aerosol und erfasste einen Feuerwehrmann mit einer Feuerwalze.

Die Behauptung

Ein virales Foto aus Bordeaux soll zeigen, wie Jugendliche bei Schülerprotesten einen Feuerwehrmann gezielt in Brand setzten und den Angriff mit ihren Handys filmten.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Faktencheck: Irreführend

Irreführend. Das Foto zeigt einen echten Zwischenfall bei einer Schülerblockade in Bordeaux. Der Feuerwehrmann wurde durch die Explosion eines Aerosols in einem bereits brennenden Barrikadenfeuer von Flammen erfasst und verletzt. Ein gezieltes Anzünden des Feuerwehrmanns durch Jugendliche ist nicht belegt. Auch die sichtbaren Handys beweisen keinen geplanten Angriff.

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Die Aufnahme ist echt. Irreführend wird sie dort, wo aus der Explosion ein gezielter Angriff auf den Feuerwehrmann gemacht wird.

Am 29. September 2026 gegen 12.30 Uhr rückten Einsatzkräfte zu einem Feuer vor dem Lycée Montaigne in der Rue Sainte-Catherine in Bordeaux aus. Dort hatten Schülerinnen und Schüler im Zuge einer Schulblockade eine Barrikade errichtet.

Instagram-Beitrag zum brennenden Feuerwehrmann bei Schülerprotesten in Bordeaux
Der Instagram-Beitrag zeigt das Foto des von Flammen erfassten Feuerwehrmanns und Aufnahmen aus Bordeaux. Das Bild dokumentiert den dramatischen Moment, nicht den Beweis eines gezielten Angriffs.

Nach Angaben der Präfektur Gironde näherte sich ein Feuerwehrmann dem Feuer, als ein darin befindliches Aerosol explodierte. Die kurze Feuerwalze erfasste ihn. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und konnte noch am selben Nachmittag zu seiner Wache zurückkehren. Ihm wurden mehrere Tage Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.

Französische Medien berichteten zudem über Ermittlungen wegen vorsätzlich gelegten Brandes mit schweren Verletzungsfolgen. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem nachgewiesenen vorsätzlichen Angriff auf den Feuerwehrmann. Aus den bislang veröffentlichten Informationen geht nicht hervor, dass das Aerosol mit dem Ziel in das Feuer gegeben wurde, eine Einsatzkraft zu verletzen.

Die besonders eindrückliche Fotografie wird dem Fotografen Guillaume Bonnaud zugeschrieben. Sie friert genau den Sekundenbruchteil ein, in dem die Flammen den Feuerwehrmann umgeben. Im Hintergrund sind zahlreiche Jugendliche zu sehen, einige mit erhobenen Smartphones. Das Standbild verrät aber nicht, wann sie zu filmen begonnen hatten oder was sie aufnehmen wollten. Es ist daher kein Beleg dafür, dass sie wissentlich einen geplanten Angriff filmten.

Auch andere Aufnahmen der Szene sprechen gegen die in sozialen Netzwerken verbreitete Zuspitzung. EFE Verifica prüfte Behauptungen, wonach Schüler den Feuerwehrmann absichtlich in Brand gesetzt hätten, und kam zum Ergebnis, dass diese Darstellung falsch ist: Der Mann wurde von der plötzlichen Explosion des Aerosols erfasst, als er sich dem Feuer näherte, was man auch in Videos des Vorfalls sehen kann.

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Mehr Informationen

Zusätzliche Zuschreibungen, etwa zu Herkunft oder politischer Gesinnung angeblicher Täter, sind durch die geprüften Quellen ebenfalls nicht belegt.


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