Die Behauptung
Ein verbreitetes Video zeigt eine echte Aktion von BVB-Fans in Dortmund, bei der sie ein großes Banner mit dem Vereinslogo und der Aufschrift „FCK AFD“ tragen.
Aufgestellt von: Ein auf X verbreitetes Video
Falsch
Falsch. Das große Banner wurde nachträglich in das Video eingefügt. Die Originalaufnahme auf dem offiziellen BVB-Account vom 28. Februar 2026 zeigt die Fans ohne dieses Transparent. Die dpa ordnet die Bearbeitung als KI-Fälschung ein. Das tatsächliche Engagement des BVB gegen Rechtsextremismus ist unabhängig davon belegt.
Im Originalvideo von Borussia Dortmund ist die Straße voller Fans, die gemeinsam singen und hüpfen. Das große gelbe Transparent mit „FCK AFD“ fehlt dort vollständig. Der Vergleich mit der verbreiteten Fassung zeigt dieselbe Straßenszene und dieselben Gebäude, allerdings mit einem nachträglich eingefügten Banner. Die Aufnahme belegt daher keine solche Banneraktion in Dortmund. Die dpa hat die Manipulation ebenfalls geprüft und als KI-Fälschung eingeordnet.
Das Originalvideo stammt vom 28. Februar 2026
Borussia Dortmund veröffentlichte die ursprüngliche Aufnahme auf seinem offiziellen X-Account am 28. Februar 2026. Der Beitrag trägt den Text „Alles bebt, Borussia kommt!“ und den Hashtag zum Spiel gegen Bayern München. Laut dpa zeigt das Video Fans auf dem Weg zum Stadion vor dieser Partie. Die Menschenmenge ist also real, ebenso die Begeisterung der Fans. Das Transparent gehört zur bearbeiteten Version.
In der manipulierten Fassung fallen außerdem auffällige Veränderungen auf: Das Vereinszeichen und das Motiv auf dem Banner verformen sich während des Clips stark. Zahlreiche Gesichter wirken glatt und verlieren erkennbare Konturen. Solche Auffälligkeiten passen zu einer KI-Bearbeitung. Für den Nachweis des eingefügten Banners ist vor allem der direkte Vergleich mit der früher veröffentlichten Originalaufnahme entscheidend. Die dpa berichtet zusätzlich über weitere Bildfehler und eine veränderte Tonspur.
Der BVB engagiert sich tatsächlich gegen Rechtsextremismus
Die Fälschung ändert nichts am dokumentierten Engagement des Vereins. Mit der Kampagne „Borussia verbindet. Gemeinsam gegen Rassismus.“ bezieht der BVB Stellung gegen Diskriminierung. Zu seiner Bildungsarbeit gehören auch Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz und in die Region Lublin, die gemeinsam mit Partnerorganisationen durchgeführt werden.
Auch aus der Fanszene sind echte Aktionen gegen die AfD dokumentiert. Das Fanzine schwatzgelb.de berichtete im August 2025 darüber und zeigt Spruchbänder auf der Südtribüne. Diese belegten Aktionen müssen von dem gefälschten Straßenvideo getrennt beurteilt werden. Aus der Manipulation lässt sich keine gemeinsame politische Haltung sämtlicher BVB-Fans ableiten.
Quellen
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