Achtung vor Anrufen, die mit: „Kennst du mich?“ beginnen.

Tom Wannenmacher, 1. Februar 2020
Achtung vor Anrufen die mit: "Kennst du mich?" beginnen.
Achtung vor Anrufen die mit: "Kennst du mich?" beginnen.

Aktuell warnt die Polizei vor einer neue Masche falscher Polizeibeamter!

Das Wichtigste in Kürze

  • Betrüger rufen an und fragen: „Kennst du mich“? (Es handelt sich dabei um einen Enkeltrick)
  • Kurze Zeit später ruft ein „Franz Meyer“ oder ein gewisser „Michael Steinbeck“ vom LKA an um über den Enkeltrick aufzuklären.
  • Betrüger passen ihre Masche dahingehend an, dass sie zuerst mit dem ebenfalls bekannten Enkeltrick die Personen kontaktieren. Danach erfolgt ein Anruf eines falschen Polizeibeamten, der die Personen auf den vorangegangen Enkeltrickbetrug hinweist und so das Vertrauen der Angerufenen erschleicht.

Am 30.01.2020 erhielt ein Augsburger einen Anruf mit unterdrückter Rufnummer. Die männliche unbekannte Person fragte: „Kennst du mich?“ – der Augsburger, der einen ehemaligen Kollegen vermutete, ging auf das Gespräch ein. Im Laufe des Telefonats wollte sich der unbekannte Anrufer mehrere tausend Euro leihen. Der Augsburger verneinte und beendete daraufhin das Gespräch.

Diese Masche ist bereits seit einiger Zeit als sogenannter „Enkeltrick“ bekannt. Doch es ging weiter:

Ca. 10 Minuten später rief eine weitere männliche Person an und teilte mit, dass er Franz Meyer heiße und vom LKA München sei. Er habe mitbekommen, dass der Augsburger soeben von einem vermeintlichen Bekannten angerufen wurde. Um sicherzugehen, dass er jetzt mit der richtigen Polizei spricht, solle er doch auf seinem Telefon die „Sterntaste“ und anschließend die 110 wählen, um mit der Polizeieinsatzzentrale verbunden zu werden. Der Augsburger hinterfragte dies aber und wurde misstrauisch. Daraufhin wurde das Gespräch seitens des unbekannten Anrufers beendet.

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Die Besonderheit: Als Rufnummer wurde die 0821/323-110 angezeigt. Hierbei handelt es sich um eine dem Polizeipräsidium Schwaben Nord sehr ähnliche Telefonnummer, die außerdem die Notrufnummer 110 vortäuscht. Wir warnen ausdrücklich vor dieser modifizierten Betrugsmasche!

Wir raten euch, in so einem Fall und bereits beim ersten Zweifel sofort AUFZULEGEN! Lasst euch auf keinen Fall weiterverbinden. Legt sofort auf und wählt SELBSTÄNDIG die 110.

Ein weiterer Fall! Nun nannte sich der falsche Polizeibeamte „Michael Steinbeck“

Der falsche Polizeibeamte erzählte von Einbrechern, die es angeblich auf das Vermögen der Frau abgesehen hätten. Als die verunsicherte 49-Jährige bestätigte, Vermögensgegenstände zu besitzen, versprach ihr der falsche Polizist, diese für sie sichern zu können. Der Betrüger forderte die Frau auf, ihr Vermögen bei der Bank abzuholen und anschließend weitere Anweisungen abzuwarten.

Kurzzeitige Zweifel der Frau an der Echtheit des angeblichen Polizisten, konnten die Betrüger ausräumen, indem sie die 49-Jährige aufforderten, nach einem Signalton die 110 zu wählen. Dabei wurde das Telefonat lediglich zu einem weiteren Betrüger umgeleitet, welcher sich ebenfalls als Polizist ausgab und der Frau bestätigte, dass ihr Vermögen in Gefahr sei.

Daraufhin begab sich die 49-Jährige zur Bank und holte einen Bargeldbetrag im unteren fünfstelligen Eurobereich ab.

Bei einem anschließenden Telefonat mit dem Betrüger wurde die Frau angewiesen, an einen entfernten Übergabeort zu fahren, da ihre Wohnung unsicher sei. Als die 49-Jährige von den Betrügern telefonisch in Richtung Kleinaitingen navigiert wurde, kamen ihr erneut Zweifel an der ganzen Sache. Daraufhin teilte die 49-Jährige den Sachverhalt bei der echten Polizei mit.

Gleichzeitig erhielt die Frau weiterhin Anweisungen von der Betrügern. Ihr wurde ein öffentlicher Parkplatz in Kaufbeuren genannt, dort sollte die das Geld in einer Tüte an einem bestimmten Platz ablegen.

Kurz nachdem die Frau die Tüte wie vereinbart hinterlegt hatte, holte ein Mann die Geldtüte ab. Der 44-jährige Betrüger konnte noch am Abholort durch Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Schwaben Nord festgenommen werden.

In enger Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Schwaben Süd / West wurde zudem die Wohnung des 44-Jährigen in Kaufbeuren durchsucht.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg erließ der zuständige Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Augsburg gegen den 44-Jährigen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachtes des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs und setzte ihn in Vollzug.

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Mögliche weitere Geschädigte, welche einen Anruf des angeblichen Michael Steinbeck von der Kriminalpolizei Augsburg erhielten, werden gebeten, sich bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle zu melden.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang erneut vor falschen Polizeibeamten. Aktuell passen die Betrüger ihre Masche dahingehend an, dass sie zuerst mit dem ebenfalls bekannten Enkeltrick die Personen kontaktieren. Danach erfolgt ein Anruf eines falschen Polizeibeamten der die Personen auf den vorangegangen Enkeltrickbetrug hinweist und so das Vertrauen der Angerufenen erschleicht.

Hinweis: Die Polizei wird Sie weder zu Wertgegenständen befragen, noch bietet die Polizei eine versicherte Verwahrung Ihres Vermögens an.

Quelle: Polizei Schwaben Nord, Polizei Bayern


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