„Pack deinen Stern ein“: Musiker Gil Ofarim wird Opfer von Antisemitismus
Erlebe die bewegende Geschichte von Gil Ofarim, der in einem Leipziger Hotel Antisemitismus erlebte. Mehr dazu auf Mimikama und was das für uns bedeutet
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Der Musiker und Künstler Gil Ofarim wurde in einem Leipziger Hotel diskriminiert. Mit einem Video machte er den Vorfall nun in den sozialen Medien öffentlich.
In einem Video spricht der Musiker Gil Ofarim über antisemitische Anfeindungen, die er wegen einer Kette um den Hals, auf der ein Anhänger mit einem Davidstern zu erkennen ist, in einem Leipziger Hotel erfahren habe.
Das etwa zweiminütiges Video verbreitet sich derzeit rasch auf Facebook, Instagram und CO. In diesem zu sehen ist der Rockmusiker Gil Ofarim. Er selbst hat das Video, sitzend auf dem Gehsteig vor einem Hotel aufgenommen. Ofarim wirkt dabei sichtlich aufgelöst.
Er beginnt mit: „Ich bin gerade sprachlos, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll“. Es sei oft vorgekommen, dass er in der Vergangenheit oft zu Antisemitismus in Deutschland befragt wurde. Nun wurde der Künstler offenbar selbst zum Opfer.
Er sei am Montag, 4.10.2021 vom Personal eines Leipziger Hotels daran gehindert worden, einzuchecken, berichtet er in einem Video. Er sei aufgefordert worden, seine Kette mit einem Davidstern, einem wichtigen Symbol des Judentums, abzunehmen.
An der Rezeption sei er zuerst darüber informiert worden, dass das Computersystem aufgrund technischer Probleme zusammengebrochen sei. Binnen kürzester Zeit habe sich eine lange Schlange von Gästen vor dem Check-in-Schalter gebildet. Für diese Situation habe er auch Verständnis gezeigt.
Der Rockmusiker sitzt, wie man im Video erkennen kann, vor dem Hotel „The Westin Leipzig2“ Er erzählt, dass er vor der Rezeption in einer Menschenschlange gestanden habe. Der Rezeptionist, er nennt ihn im Video „Herr W.“, habe aber mehrfach dahinter wartende immer wieder vorgezogen.
Als Ofarim an der Reihe gewesen sei und sich beschwert habe, habe jemand aus einer anderen Ecke des Hotels gerufen: „Pack deinen Stern ein“ Der Rezeptionist habe daraufhin ebenfalls dies zu Gil Ofarim gesagt. Er dürfe erst dann einchecken, wenn er die Kette mit dem Davidstern-Anhänger einpacke. Am Ende des Videos ist der Künstler den Tränen nahe.
Der Spiegel schreibt, dass ein Sprecher der Hotel-Kette auf SPIEGEL-Anfrage sagte, das man diese Angelegenheit sehr ernst nehme: „Wir versuchen mit allen Mitteln, Herrn Ofarim zu kontaktieren, da wir dringend herausfinden müssen, was hier passiert ist.“ Das Hotel respektiere und unterstütze alle Gäste und Mitarbeiter „unabhängig davon, welcher Religion sie angehören“.
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Geteilt wurden das Video auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Hierbei handelt es sich um die größte Dachorganisation jüdischer Gemeinden und Landesverbände in Deutschland und deren politische Vertretung.
In diesem Statusbeitrag zitierte man den Präsidenten Josef Schuster: „Die antisemitische Anfeindung gegen Gil Ofarim ist erschreckend.“ Es sei zu hoffen, dass das betreffende Hotel „personelle Konsequenzen zieht“. Zu hoffen sei auch, „dass wir künftig auf Solidarität treffen, wenn wir angegriffen werden“.
„Wirklich?“, fragt der Rockmusiker mit jüdischen Wurzeln am Ende des Videos ungläubig und geschockt.
Screenshot Facebook
Auf Facebook schreibt er im Statusbeitrag zum Video: „Haben wir denn nichts aus der Vergangenheit gelernt? Bin sprachlos! Es ist nicht das erste Mal, aber irgendwann reicht es.“
Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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