Und auch keine Attacke mit einer Schere. Dieses Gerücht verbreitet sich seit einigen Tagen bereits in den sozialen Medien und erwies sich als haltlos.
Solcherlei Meldungen werden geteilt:
Screenshot mimikama.org
„Messer Attacke im Netto Reichenbach Ortsteil Löbau bei Görlitz!!! Asylant beim Diebstahl erwischt, darauf hin wurde die Kassiererin mit einer Schere in den Hals gestochen es ist absolute Presse Sperre verhängt worden, sie haben Angst vor Ausschreitungen!!!“
Was ist wahr?
Tatsächlich wurde die Polizei zu einem Ladendiebstahl in den Netto Reichenbach gerufen wurde, da ein 20-jähriger Mann eine Schere stehlen wollte. Gegen den jungen Mann wird nun wegen Diebstahls von geringwertigen Sachen ermittelt.
Was ist falsch?
Die Behauptung, dass der Mann einer Kassiererin mit der Schere in den Hals gestochen habe und es aus Angst vor Ausschreitungen eine Nachrichtensperre gäbe.
Hier berichtet die Polizei ausführlich über den Vorfall und den jungen Mann auf Facebook:
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„Vielleicht haltet ihr euch ja auch an diese Nachrichtensperre?“
Ein Vorwurf, den wir immer wieder hören: Wir gehören ja auch zum „System“. Dann bitten wir euch, zu bedenken, wie umfangreich eine solche Sperre sein müsste: Es dürften nicht nur sämtliche Medien nicht davon berichten, es müssten auch das Opfer, ihre Angehörigen, die Angestellten, alle beteiligten Polizisten, deren Vorgesetzte und das Krankenhauspersonal zum Stillschweigen verpflichtet werden. Und das in kürzester Zeit. Logistisch wäre das schon ein Kraftakt, menschlich ist klar, dass es immer jemanden gibt, der Informationen durchsickern lässt. Und einige wenige Sätze auf Facebook von Leuten, die „das gehört haben wollen“, sind kein Beweis, sondern ein Gerücht.
„Und warum sagt die Polizei nicht, ob es sich um einen Flüchtling handelt?“
Weil die Nationalität in dieser Straftat völlig unerheblich ist. Viele Hobby-Statistiker würden natürlich gerne solche Vorfälle in ihre Sammlung „Straftaten von Flüchtlingen“ aufnehmen und möchten es deshalb genau wissen. Jedoch würde es auch für Diskussionen sorgen, wenn da stünde, dass der Täter ein Deutscher war, dann kommen nämlich wieder Andere, die sich beschweren und sagen „Ach ja, da wird betont, dass es ein Deutscher ist, aber die Taten von Flüchtlingen werden bestimmt wieder unterdrückt!„. Deswegen wird die Nationalität eines Täters gar nicht genannt, wenn es keinen unmittelbaren Zusammenhang mit einer Tat gibt.
Fazit
Es gab einen versuchten Diebstahl in einem Netto in Reichenbach, der der Polizei gemeldet wurde. Alles darüber hinaus sind haltlose Gerüchte.
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Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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