Faktencheck: Das Angebot „vorwiegend für Kinder von Asylbewerbern“

Klarheit über ein umstrittenes Ferienangebot für Kinder von Asylbewerbern bietet Mimikama. Informieren Sie sich über die Hintergründe und Fakten dazu

Ein Ausriß aus einer Zeitung sorgt anscheinend für große Aufregung: Ein Ausflugsangebot, welches sich aber quasi nur an Kinder von Asylbewerbern richtet.

Um jenes Angebot geht es, worüber sich aufgeregt wird:

Faktencheck: Das Angebot „vorwiegend für Kinder von Asylbewerbern“ – mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

„Angebote für Schülerinnen und Schüler und junge Erwachsene
In den Herbstferien bieten wir ein kostenloses Ausflugsprogramm, vorwiegend für Kinder von Asylbewerbern an. Es können aber auch, wenn noch Plätze frei sind, deutsche Kinder daran teilnehmen.“

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Kommentiert wird der Zeitungsausschnitt mit:

„Für deutsche Kinder nur Restplätze.
Das ist Rassismus gegen das eigene Volk und die dafür verantwortlichen gehören in den Knast.
BITTE TEILEN“

Wie man an den Datumsangaben im Bild erkennen kann, gab es dieses Angebot bereits 2015, aber auch vier Jahre später wird sich darüber aufgeregt, ohne die Hintergründe zu kennen. Wir haben bereits 2015 bei der AWO, die dieses Angebot veröffentlichte, angefragt.

Was sagt diese eigentlich zu diesem Image?

Stellungnahme der AWO Schleswig-Holstein zum Ferienprogramm für Kinder

Im sozialen Netzwerk Facebook ist ein Foto von Veranstaltungshinweisen für Schülerinnen und Schüler und junge Erwachsene veröffentlicht worden.

Die aufgeführten Angebote des AWO Ortsvereins sind Teil eines speziellen Sprachförderungsprojektes für Flüchtlingskinder.

Diese Ausflüge werden zusätzlich zu dem üblichen kostenlosen Herbstferienprogramm für die Kinder aus der Region angeboten. Ziel des Projektes „spielend und entdeckend Deutsch lernen“ sind der Spracherwerb sowie das Kennenlernen der Umgebung.

Da mehr Plätze für die Ausflüge zur Verfügung stehen, als für das Projekt benötigt werden, wurde entschieden, die Veranstaltungen im Sinne der Integration zu öffnen und so auch den Austausch der Kinder verschiedener Kulturen zu fördern.

„Wir bedauern, dass die Beschreibung der Veranstaltung aufgrund unglücklicher Formulierung falsch aufgefasst wurde“, betonte Michael Selck, der Geschäftsführer des Arbeiterwohlfahrt Landesverbandes Schleswig-Holstein e. V. „Unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen dort, wo Unterstützung benötigt wird – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Nationalität.“

Screenshot mimikama.org
Screenshot mimikama.org

Fazit

Dieses Angebot der AWO von 2015 richtete sich zusätzlich neben den üblichen Angeboten für alle Kinder  an  Kinder von Flüchtlingen. Es wurde also keinem deutschen Kind der Ausflugsplatz weggenommen!

 

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