Kein Fake: Australien vergiftet Millionen verwilderte Katzen

Kathrin Helmreich, 2. Oktober 2019
Kein Fake: Australien vergiftet Millionen Wildkatzen
Kein Fake: Australien vergiftet Millionen Wildkatzen

Mit dem 5-Jahres-Plan hat die australische Regierung bereits des öfteren Schlagzeilen gemacht. Nun fiel die Entscheidung, Millionen wilde Hauskatzen durch eigens präparierte Würstchen zu töten.

Uns erreichten einige Anfragen zu einem sehr kontroversen Thema. Es geht dabei um die Entscheidung, mehrere Millionen verwilderte Hauskatzen zu töten:

Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Finde die Email nicht mehr in der Gruppe..Wollte wissen ob das echt ist.. Regierung will Millionen Katzen mit Würstchen vergiften. Es ist eine zunächst schockierende Ankündigung, die jetzt schon hoh…

Wer hier nur die Überschrift liest, kann schnell zu dem Schluss gelangen, dass es um Deutschland geht.

Der Faktencheck

Ja, das ist echt – und zwar bezieht sich der Artikel auf den 5-Jahres-Plan der australischen Regierung zur Dezimierung von wilden Katzen. (Wir berichteten)

Bei diesem 5-Jahres-Programm sollen von 2015 bis 2020 rund 2 Millionen wilde  Katzen in Australien getötet werden.

Laut New York Times und Inverse soll hierfür eine aus Kängurufleisch und Hühnerfett produzierte Wurst zum Einsatz kommen. Im Inneren versteckt befindet sich ein Pellet, gefüllt mit Gift, das umgangssprachlich „1080“ genannt wird. Es wirkt auf das zentrale Nervensystem. Das Rezept stammt von Dr. Dave Algar und wurde mit dem Namen „Eradicat®“ versehen.

Ein Bericht der australischen Regierung besagt, dass Köder als „die effektivste Methode zur Bekämpfung von wilden Katzen anerkannt sind, wenn kein Risiko für Nichtzielarten besteht“. Angeblich sollen einheimische Tiere gegenüber dem Gift tolerant sein, da Bestandteile hiervon in der „Gastrolobium“-Pflanze natürlich vorkommen und sich die australische Fauna neben dieser bunten, giftigen Pflanze entwickelt hat.

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Andere zugelassene Methoden der australischen Regierung belaufen sich im Moment auf das Fangen der wilden Katzen sowie das Erschießen. Die Entscheidung, die wilden Katzen überhaupt zu dezimieren bzw. zu „eliminieren“, stieß bereits in der Vergangenheit insbesondere Tierschützern sauer auf.

Es gibt natürlich Bedenken, ob diese Würstchen human sind. Ein Schriftstück aus dem Jahre 1996 – wilde Katzen in Australien sind seit langem ein Problem – beschäftigte sich schon damals mit der Frage, wie schmerzhaft es für ein Tier ist, via „1080“ getötet zu werden. Der Abschlusssatz besagt, dass eine Fluoracetatvergiftung bei Hunden nicht mit Schmerzen verbunden sei.

PETA Australien, die Brigitte Bardot Foundation und viele andere Tierschutzaktivisten-Gruppen argumentieren dennoch, dass das Keulen im Allgemeinen unmenschlich und Sterilisation eine ethischere Wahl ist.

Seit europäische Siedler mit nicht-einheimischen Tieren auf die Insel kamen, sind 130 einheimische Arten ausgestorben. Im Moment sollen von 2,1 bis 6,3 Millionen wilde Katzen in Australien leben.

Fazit:

Ja, die australische Regierung hat entschieden, Millionen Katzen mit Würstchen zu vergiften. Bei den Katzen handelt es sich aber nicht um Haustiere, sondern verwilderte Katzen.

Die Debatte, dass wilde Katzen die heimische Fauna Australiens bedrohen, geht bereits über mehrere Jahre. Es handelt sich um ein kontroverses Thema, bei dem die Meinungen stark auseinandergehen.


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