Ethylenoxid ist ein giftiges Zeug. Richtig. Aber nein, es befindet sich nicht in dem Biontech-Impfstoff.

„Polyethylenglykol“ klingt ganz schön chemisch. Und das Zeug ist wohl auch im Biontech-Impfstoff enthalten. Also googlete wohl mal einer nach dem Begriff und entdeckte durch diese „Recherche“ etwas vermeintlich Skandalöses:

Das Sharepic über Polyethylenglykol
Das Sharepic über Polyethylenglykol

Das Sharepic beschreibt, dass der Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoff als Inhaltsstoff unter anderem Polyethylenglykol enthält.
Doch ebenfalls wird auf dem Sharepic beschrieben, dass der Einsatz von PEG bedenklich sei, da der Hauptstoff der Polyethylenglykole Ethylenoxid ist, ein Stoff, der hochgiftig, erbgutschädigend, fruchtschädigend und krebserregend sei.

Die Herkunft der Texte

Die Inhaltsstoffe des Biontech-Impfstoffs finden sich unter anderem in einem Dokument der Food and Drug Administration (FDA): „Merkblatt für Empfänger und Betreuer“.
Auf Seite 2 des Dokuments findet sich auch exakt der Text, der sich auf dem Sharepic befindet.

Der Text über Ethylenoxid, welches als Hauptstoff der Polyethylenglykole bezeichnet wird, findet sich in einem Artikel von 2016 der Seite „Reformhaus“ (siehe HIER). Thematisch geht es um den Artikel um PEG in Kosmetikprodukten, die laut dem Artikel den ganzen Organismus schädigen können.

Was ist Polyethylenglykol?

Dabei handelt es sich um wasserlösliches und nicht-toxisches Polymer, welches in der Medizin als Wirkstoffträger, in industriellen Anwendungen und in der zellbiologischen Forschung eingesetzt wird.

PEG findet sich in einer Vielzahl von Medikamenten, Lebensmitteln und Kosmetikprodukten, es wird durch eine chemische Reaktion (Polymerisation) von Ethylenoxid mithilfe einer alkalischen oder basischen Katalyse hergestellt.

Moment…. Ethylenoxid?

Richtig, Ethylenoxid. PEG wird aus Ethylenoxid hergestellt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich Ethylenoxid in dem Impfstoff befindet.

In dem Impfstoff ist Polyethylenglykol, welches in dieser Form gar nicht mehr die Eigenschaften von Ethylenoxid  besitzt.

Einfach ausgedrückt: Zu warnen, dass sich Ethylenoxid in dem Impfstoff befindet, ist in etwa genauso logisch wie eine Warnung vor Salz, weil es aus dem reaktionsfreudigen Natrium (welches bei Kontakt mit Wasser buchstäblich explodiert) und dem hochgiftigen Chlor besteht.

Als Einzelstoff findet sich Ethylenoxyd gar nicht mehr in PEG, sondern nur das daraus entstandene Oxyethyl als Glied einer langen Kette, wie Rolf Hömke, Sprecher des Verbands der forschenden Arzneimittelherstellerinnen und -hersteller gegenüber AFP erklärt.

Fazit

Polyethylenglykol steht tatsächlich zwar auch in der Kritik, wenn es um die Verwendung in Lebensmitteln oder Kosmetikprodukten geht (so empfiehlt der empfiehlt der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe einen ADI-Wert von 10mg/kg Körpergewicht und Tag), die im Impfstoff enthaltene Menge ist jedoch viel zu gering, um schädigend zu wirken.

Zudem wird Polyethylenglykol im menschlichen Körper nicht verstoffwechselt und aufgrund ihrer guten Wasserlöslichkeit schnell wieder ausgeschieden, Ethylenoxid  kann nach Umsetzung und Aufreinigung nicht mehr vorhanden sein.

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Weitere Quelle: AFP
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