„Blaue Blitzer“ sorgen für Unruhe

Andre Wolf, 21. Juni 2019
Über blaue Blitzer
Über blaue Blitzer

Blitzer sind immer wieder ein tolles Thema auf Social Media, vor allem in Deutschland. Da wird es schnell mal emotional und die Aussagen dazu entsprechend ungenau, so wie bei den „blauen Blitzern“.

Dabei ist bereits die Bezeichnung „blaue Blitzer” irreführend sind, denn diese Geräte nehmen keine Geschwindigkeitskontrollen vor. Deshalb gab es in der Vergangenheit immer wieder fälschlicherweise Warnmeldungen vor diesen Geräten.

Aus diesem Grund veröffentlichte die Polizei Westhessen nochmals eine Erklärung, um was es sich bei den blauen Blitzern handelt. Die Polizei Westhessen schreibt auf Facebook:

Mittlerweile tauchen am Straßenrand häufig diese komischen blauen Säulen auf, die für Blitzer gehalten werden. Wir erklären, wofür die Kontrollsäulen eigentlich eingesetzt werden.

https://www.facebook.com/PolizeiWesthessen/photos/a.1181766958535119/2454661107912358/

Es handelt sich hierbei um Maut-Kontrollsäulen für LKW! Zum 01.07.2018 wurde die LKW-Maut auf alle Bundesstraßen ausgeweitet. Bis dahin galt sie nur auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen. In ihrer Funktion unterscheiden sich die blauen Kontrollsäulen nicht von den Mautbrücken auf Autobahnen, die viele kennen – so ändert sich auch nichts für LKW-Fahrer, wenn sie über Bundesstraßen fahren.

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Die verbauten Kameras scannen erstmal alle Fahrzeuge, die an ihnen vorbei fahren.
Anhand Größe und Achsenanzahl können die Kontrollsäulen die Fahrzeuge aussortieren, die nicht mautpflichtig sind…wie zum Beispiel normale Autos.
Bei LKW können die Kontrollstellen dann erkennen, ob sie die Maut für die Strecke korrekt entrichtet haben oder eben nicht.

Die blaue Farbe ist übrigens nicht zufällig gewählt, sondern soll für eine klare Unterscheidung zu den „normalen“ Blitzern  sorgen und so erschrockenen Reaktionen überraschter AutofahrerInnen entgegenwirken.

Nichts desto trotz:
Fuß vom Gas, auf die Geschwindigkeit achten, vorsichtig fahren und den Kopf nach oben – das Handy hat am Steuer nichts verloren…

Auch Toll Collect erklärt:

Warum sind diese Dinger blau? Ganz einfach: Da die Stationen durch Toll Collect, jene Firma, die im Auftrag des Bundes das deutsche Lkw-Mautsystem betreibt, errichtet wurden, hat man diese kurzerhand im Corporate Design von Toll Collect gestalltet. Also in blau mit einem Hauch von Grün. Wiedererkennunswert eben.

Man findet auf Facebook Fotos aus ganz Deutschland, die soeben errichtete Kontrollstationen zeigen. Einige Fotos wurden auch während der Errichtung aufgenommen und mit öffentlichem Status hochgeladen.

Auf Bundesstraßen werden ab 2018 rund 600 Kontrollsäulen überprüfen, ob die Maut korrekt bezahlt wird. Die Kontrollsäulen an den Bundesstraßen ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG).

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Kontrollbrücken wie über Autobahnen werden an Bundesstraßen nicht errichtet. Technisch sind die neuen Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die Kontrollbrücken.

Mit ihnen werden die Mautkontrollen im fließenden Verkehr durchgeführt, ohne dass Lastwagen angehalten werden müssen. Schlank und blau lackiert fügen sie sich in das Landschaftsbild der Bundesstraßen ein. Bauliche Eingriffe in die Natur beschränken sich so auf ein Minimum

Entsprechend gab es aber auch Korrekturen innerhalb von Statusmeldungen, nachdem bekannt wurde, dass diese Geräte eben nicht die Geschwindigkeit messen. Toll Collect schreibt hierzu:

Die neuen Kontrollsäulen dienen nicht der Geschwindigkeitsüberwachung. Die Kontrollsäulen überprüfen ausschließlich, ob Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlen. Verkehrsteilnehmer können die Kontrollsäulen von „Blitzersäulen“ für die Geschwindigkeitsüberwachung dadurch unterscheiden, dass sie nicht nur blau lackiert, sondern auch fast vier Meter hoch sind.

Technik und Funktionsweise der Kontrollsäule

Die Kontrollsäulen an Bundesstraßen sind stationäre Einrichtungen, die seitlich neben der Fahrbahn aufgestellt werden. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die Fahrtdaten und die fahrzeugspezifischen Angaben an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Unternehmen und der Fahrer verantwortlich.

Hat der Fahrer die Achszahl richtig eingestellt und überprüft, ob die On-Board Unit funktionsbereit ist, werden die Bilddaten verworfen. 2 Für die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule hat der Gesetzgeber mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) die gleichen strengen Vorgaben erlassen wie für die Kontrollbrücken. Wie bereits heute werden ausschließlich Daten von Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, bei denen der Verdacht auf einen Mautverstoß besteht, an ein Kontrollzentrum weitergeleitet. Daten von nicht mautpflichtigen Fahrzeugen werden sofort in der Kontrollsäule gelöscht.

Aufbau der Kontrollsäulen

Mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) stimmte Toll Collect die Standorte ab und prüft, ob dort u.a. Strom- und Telekommunikationsanbindungen verfügbar sind. Danach werden die erforderlichen Zustimmungsverfahren bei den zuständigen Verwaltungsstellen eingereicht. Liegt die Zustimmung vor, beginnt der Tiefbau und das Fundament wird gesetzt. Anschließend wird die Säule montiert und an die zentralen Systeme angeschlossen. Beim Aufbau werden dank moderner Bauverfahren Straßensperrungen auf ein Minimum reduziert.

Hintergrund:

Ende März 2017 trat das Gesetz zur Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli 2018 in Kraft. Aktuell gilt die Maut für Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht auf insgesamt 15.000 Kilometern, auf Autobahnen und bestimmten Bundesstraßen. Am 1. Juli 2018 wächst das Mautnetz um weitere knapp 36.000 Kilometer Bundesstraßen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat Toll Collect mit der technischen Vorbereitung dieser Ausweitung beauftragt.

Quelle „Toll Collect“


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