EU untersucht Booking.com wegen Fake-Angeboten und Phishing

Echte Buchungsdaten können betrügerische Zahlungsaufforderungen glaubwürdig machen. Die EU untersucht nun den Schutz vor Betrug bei Booking.com.

KURZMELDUNG · INTERNATIONAL

Hotelname, Reisedaten und Reservierungsnummer stimmen. Dann fordert eine Nachricht eine weitere Zahlung, sonst werde die Buchung storniert. Seit 21. Oktober 2026 prüft die EU-Kommission, ob Booking.com ausreichend gegen solche Phishing-Versuche und gefälschte Unterkunftsangebote vorgeht.

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Das Verfahren läuft nach dem Gesetz über digitale Dienste, kurz DSA. Untersucht werden auch der Missbrauch von Reservierungs- und Gästedaten sowie die Kennzeichnung bezahlter Platzierungen in den Suchergebnissen. Mit der Eröffnung des Verfahrens ist noch kein Verstoß festgestellt. Booking.com erklärte dem Guardian, mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten.

Das österreichische Computernotfallsteam CERT.at warnte bereits am 14. August 2026 vor Kriminellen, die echte Buchungsdaten für gefälschte Zahlungsaufforderungen nutzen. Gäste können solche Nachrichten sogar über übernommene Konten echter Unterkünfte erhalten. Weder richtige Reisedaten noch der vertraute Nachrichtenkanal beweisen daher, dass eine Forderung echt ist.

Vergleiche eine unerwartete Zahlungsforderung mit den Bedingungen in der ursprünglichen Buchungsbestätigung. Booking.com empfiehlt bei Zweifeln, den Kundenservice direkt zu kontaktieren. Öffne dafür die App oder die bekannte Webseite selbst, statt einem Link aus der Nachricht zu folgen. Verdächtig sind besonders neue Zahlungsmethoden oder die Aufforderung, Kartendaten nochmals einzugeben, um eine angebliche Stornierung zu verhindern.

Der Fall zeigt ein wiederkehrendes Phishing-Muster: Kriminelle verbinden echte persönliche Daten mit künstlichem Zeitdruck. Gerade weil ein Teil der Nachricht stimmt, sollte die Zahlungsforderung über einen zweiten, selbst gewählten Weg geprüft werden.

Quellen

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