Die Behauptung
Flyer mit dem Titel „Bunte Weihnachten – aber sicher“ informieren angeblich im Namen städtischer Behörden darüber, dass für den Besuch von Weihnachtsmärkten ein verpflichtender Sicherheitscheck durch den Verfassungsschutz nötig sei, inklusive einer „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ für 2,50 Euro.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Falsch
Die betroffenen Städte – Braunschweig, Ulm, Freiberg und Bielefeld – stellen ausdrücklich klar, dass die Flyer Fälschungen sind. Es gibt keinen verpflichtenden Sicherheitscheck, keinen Abgleich mit dem Verfassungsschutz und keine Gebühr.
Analyse – Die Fakten dahinter
In Braunschweig, Ulm, Freiberg und Bielefeld sind nahezu identische Flyer in Briefkästen und im Stadtgebiet aufgetaucht. Sie verwenden Logos von „Demokratie leben!“ sowie eines erfundenen „Bürgeramts“.
Inhaltlich behaupten die Flyer, Besucherinnen und Besucher müssten sich vor dem Besuch von Weihnachts- oder Wintermärkten für einen „verpflichtenden Sicherheitscheck“ anmelden. Dafür sei angeblich ein Abgleich mit dem Verfassungsschutz nötig, der in eine kostenpflichtige „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ münde. Die angegebenen Telefonnummern und Mailadressen wirken offiziell, sind jedoch entweder falsch oder missbräuchlich genutzt.
In allen Fällen bestätigen die Städte öffentlich, dass:
- die Flyer nicht von den Stadtverwaltungen stammen,
- die darin genannten Maßnahmen frei erfunden sind,
- kein Sicherheitscheck oder Abgleich mit dem Verfassungsschutz existiert,
- keine der genannten Telefonnummern oder Mailadressen gültige Behördenkontakte darstellen,
- die missbräuchliche Nutzung städtischer Daten rechtlich geprüft wird.
Dies geht aus offiziellen Mitteilungen der Städte hervor:
- Braunschweig (09.12.2025): Die Stadt nennt das Infoblatt eine eindeutige Fälschung und bittet darum, es zu ignorieren.
- Ulm (10.12.2025): Die Stadt erklärt, die Flyer seien nicht von ihr herausgegeben worden. Es existiere keinerlei Sicherheitscheck für den Weihnachtsmarkt.
- Freiberg (09.12.2025): Auch hier distanziert sich die Stadt und betont, dass für den Christmarkt keinerlei zusätzliche Besucherprüfung erforderlich ist.
- Bielefeld: Nach Angaben lokaler Medien ermittelt der Staatsschutz wegen des bundesweit auftretenden Musters der Fälschungen.
Die Flyer sind manipulativ und täuschen behördliche Kommunikation vor. Alle offiziellen Stellen widersprechen den darin enthaltenen Behauptungen deutlich. Der SWR berichtet zudem, dass ähnliche Flyer „bundesweit auch in anderen Städten aufgetaucht“ seien. Konkrete zusätzliche Orte werden dort nicht genannt, die Formulierung deutet jedoch darauf hin, dass die Fälle über die bisher bestätigten Städte hinausreichen könnten.
Wirkung & Mechanismus
Die Aktion nutzt vertraut wirkende Gestaltungselemente – Behördenlogos, sachliche Typografie und plausible Kontaktangaben. Dadurch entsteht auf den ersten Blick institutionelle Nähe. Die Formulierungen ähneln echter Verwaltungssprache, was den Eindruck von Verbindlichkeit verstärkt.
Inhaltlich greifen die Flyer Themen auf, die gesellschaftlich stark diskutiert werden: Migration, Extremismus und Sicherheitsfragen bei Veranstaltungen. Diese Themen werden in einen bürokratisch klingenden Rahmen gesetzt, der oberflächlich plausibel wirkt. Der erfundene Bezug zum Verfassungsschutz und die angebliche Gebühr vermitteln zusätzlich den Eindruck administrativer Strenge und suggerieren staatliche Eingriffe, die es nicht gibt.
Die Kombination aus offizieller Anmutung, formaler Sprache und sensiblen gesellschaftlichen Bezugspunkten erleichtert Verunsicherung. Die Flyer knüpfen an bestehende Debatten an und verschieben sie in einen künstlich erzeugten Kontext. Das fördert Fehlannahmen darüber, wie staatliche Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich ausgestaltet sind.
Fazit
Die geprüften Quellen zeigen klar: Die Handzettel wurden nicht von den genannten Städten herausgegeben. Die darin dargestellten Sicherheitsmaßnahmen sind erfunden und haben keinerlei Bezug zu realen behördlichen Vorgaben.
Faktenbarometer
❌ Falsch
Die Flyer sind nachweislich Fälschungen. Offizielle Stellen und Medien bestätigen eindeutig, dass weder Sicherheitschecks existieren noch Behörden an ihrer Herstellung beteiligt waren.
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