Die Behauptung

Ein virales Video in sozialen Medien zeigt einen Mann, der nach einem angeblichen Messerangriff im City Carré Magdeburg am Boden fixiert wird.

Unser Fazit

Die Polizei bestätigt, dass der Mann kein Messer bei sich hatte, sondern Kunden belästigte und an einer Prügelei beteiligt war. Das Video wurde in einen falschen Kontext gebracht.

Die Polizei warnt nun vor der Verbreitung falscher Informationen und gibt eine offizielle Stellungnahme zum Vorfall der angeblichen Messerattacke ab.

Der Vorfall im City Carré: Was wirklich geschah

Am Samstagabend gegen 20 Uhr kam es im City Carré, einem Einkaufszentrum in der Magdeburger Innenstadt, zu einem Polizeieinsatz. Ein 24-jähriger Mann stand im Verdacht, in einem Supermarkt Kunden belästigt und sich anschließend an einer Schlägerei beteiligt zu haben. Bis zum Eintreffen der Polizei wurde er von einem Zeugen festgehalten und am Boden fixiert. Von dieser Handlung kursiert nun ein Video in sozialen Medien.

Screenshot des Videos in einem Beitrag auf X
Screenshot des Videos in einem Beitrag auf X (hier archiviert)

Das Video sorgt für Empörung und Bestürzung. Dieser Beitrag wurde bereits über eine Million mal aufgerufen und tausende Male geteilt.

Polizeiliche Maßnahmen und Ermittlungen

Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam und leitete ein Strafverfahren gegen ihn ein. Wichtig ist jedoch die Klarstellung, dass der 24-Jährige entgegen mehrfacher Behauptungen in sozialen Netzwerken kein Messer bei sich hatte und auch keines eingesetzt wurde. Dies haben die bisherigen Ermittlungen eindeutig bestätigt.

Offizielle Erklärung der Polizei Magdeburg

Die Polizeiinspektion Magdeburg hat sich klar zu den kursierenden Falschmeldungen geäußert:

„Gegenwärtig wird ein Video im Kontext eines vermeintlichen Messerangriffs in Magdeburg verbreitet, in dem ein Mann einen anderen Mann am Boden fixiert. Aus polizeilicher Sicht ist dieser Kontext nicht zutreffend.

Das Polizeirevier Magdeburg kam am Samstag, den 15.06.2024 gegen 20:00 Uhr in einem Einkaufszentrum im innerstädtischen Bereich zum Einsatz. Ein 24-jähriger Beschuldigter aus Rumänien stand im Verdacht, Kunden in einem Supermarkt belästigt zu haben und darauffolgend an einer körperlichen Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein. Schließlich wurde er bis zum Eintreffen der Polizei durch einen Zeugen festgehalten und am Boden fixiert. Die Polizei übernahm den Beschuldigten und leitete entsprechende Strafverfahren ein. Die Ermittlungen führten nicht zu der Erkenntnis, dass der Beschuldigte ein Messer bei sich geführt oder gar eingesetzt haben soll.“

Stellungnahme des Polizeireviers Magdeburg (hier archiviert)

Kein Zusammenhang mit anderem Vorfall in Magdeburg

Das fragliche Video wird fälschlicherweise mit einem anderen Vorfall am Magdeburger Hauptbahnhof in Verbindung gebracht. Dabei geht es um einen 36-jährigen Mann, der am vergangenen Dienstag eine Frau mit einem Messer bedroht und verfolgt haben soll.

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Die Polizei betont, dass es sich um zwei unterschiedliche Fälle handelt, die in keinem Zusammenhang stehen. Der Vorfall, den man im Video sieht, hat sich am 15. Juni zugetragen. Der Vorfall am Hauptbahnhof / Willy Brandt-Platz bereits am 11. Juni.

Warnung vor Falschmeldungen
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Vorsicht bei der Verbreitung von Informationen über soziale Medien. Falschmeldungen können nicht nur die Ermittlungen erschweren, sondern auch Persönlichkeitsrechte verletzen und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Fragen und Antworten zum Vorfall

  1. Was genau ist im City Carré in Magdeburg passiert?
    Ein 24-jähriger Mann belästigte in einem Supermarkt Kunden und war in eine Schlägerei verwickelt. Ein Zeuge hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei am Boden fest. Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam und leitete ein Strafverfahren ein.
  2. Hatte der Mann wirklich ein Messer dabei?
    Nein, die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der 24-Jährige kein Messer bei sich hatte und auch keines eingesetzt wurde.
  3. Hat das Video etwas mit einem anderen Vorfall am Hauptbahnhof zu tun?
    Nein. Das Video wird fälschlicherweise mit einem Vorfall am Magdeburger Hauptbahnhof von Dienstag, 11. Juni 2024, in Verbindung gebracht, bei dem ein Mann eine Frau bedrohte und mit einem Messer verfolgte. Die Polizei bestätigt jedoch, dass es sich um zwei getrennte Vorfälle handelt, die in keinem Zusammenhang stehen.
  4. Was sagt die Polizei zu den Falschmeldungen?
    Die Polizei warnt eindringlich vor der Verbreitung von Falschmeldungen und betont die Wichtigkeit der Verbreitung von korrekten und geprüften Inhalten.
  5. Welche rechtlichen Folgen können Falschmeldungen haben?
    Die Verbreitung von Falschmeldungen kann die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzen und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, insbesondere wenn es sich um die Verbreitung von Gewaltdarstellungen handelt.
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Fazit

Das Video eines Vorfalls im City Carré in Magdeburg wird mit einem zweiten Vorfall, der jedoch am Hauptbahnhof in Magdeburg zugetragen hatte, in Verbindung gebracht. Die beiden Vorfälle stehen in keinem Zusammenhang zueinander.

Die Aufklärung und Prävention von Falschmeldungen ist unerlässlich, um die Integrität der Ermittlungen zu wahren und die Rechte der Betroffenen zu schützen. In Zeiten von viralen Videos und schnellen Informationen in sozialen Netzwerken ist es wichtiger denn je, verantwortungsvoll mit geteilten Inhalten umzugehen.

Quellen: Polizeiinspektion Magdeburg, Mitteldeutsche Zeitung, Volksstimme.de

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)