„Bitte bestätigen Sie, dass Sie kein Roboter sind“ – warum Sie bei diesem Fenster niemals Tasten drücken dürfen

Betrüger verstecken ein gefälschtes Prüffenster auf tausenden ganz normalen Internetseiten. Wer die Tasten drückt, holt sich selbst ein Schadprogramm. Wir erklären das so einfach wie möglich.

→Wie erkennt man schädliche Programme auf dem eigenen Gerät? Antworten finden Sie im Leitfaden Malware erkennen.

Sie wollen wissen, wann der Zahnarzt offen hat. Sie rufen seine Internetseite auf. Die Seite kommt. Dann wird sie plötzlich unscharf. In der Mitte steht ein Fenster. Es sagt: „Bitte bestätigen Sie, dass Sie kein Roboter sind.“ Und es sagt, welche Tasten Sie dafür drücken sollen. Tun Sie das nicht. Wir erklären, warum.

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Kurz gesagt

Das Wichtigste in drei Sätzen

  • Auf einer ganz normalen Internetseite – Zahnarzt, Installateur, kleiner Shop – erscheint plötzlich ein Fenster, das aussieht wie die bekannte Prüfung „Ich bin kein Roboter“.
  • Nur verlangt es keinen Klick, sondern dass Sie Tasten drücken: Windows-Taste, dann Strg und V, dann Enter.
  • Wer das macht, startet damit selbst ein Schadprogramm, das Betrüger vorher in die Seite geschmuggelt haben – und der Virenschutz greift nicht ein, weil Sie es eigenhändig getan haben.

Solche Fenster kennen Sie

Fast jede Internetseite fragt einen irgendwann: Sind Sie ein Mensch? Das ist normal. Damit halten sich die Seiten automatische Programme vom Hals. Die echten Fenster sehen so aus:

Echtes Prüffenster von Google: ein Kästchen mit dem Text „Ich bin kein Roboter“ zum Anklicken.
Echt: ein Kästchen. Sie klicken es an. Fertig. Screenshot: Mimikama
Echte Bildaufgabe von Google: mehrere kleine Fotos, man soll alle mit Straßenschildern anklicken.
Echt: manchmal sollen Sie Bilder anklicken. Auch das geht nur mit der Maus. Screenshot: Mimikama
Echtes Prüffenster von Cloudflare: ein Kästchen mit dem Hinweis, zu bestätigen, dass man ein Mensch ist.
Echt: dieses Fenster kommt oft, bevor eine Seite überhaupt lädt. Ein Häkchen, fertig. Screenshot: Mimikama

Alle echten Fenster haben eines gemeinsam. Sie wollen einen Klick. Ein Häkchen, ein paar Bilder. Mehr nicht. Kein echtes Fenster hat jemals gesagt: „Drücken Sie jetzt diese Tasten.“

Das gefälschte Fenster sieht genauso aus. Gleiche Farben, gleiche Wörter, gleiches Logo. Aber es will keinen Klick. Es will, dass Sie die Windows-Taste drücken. Dann noch eine Taste. Dann Strg und V. Dann Enter. Das ist der Unterschied. Und das ist die Falle.

Warum ist das Fenster auf der Seite vom Zahnarzt?

Der Zahnarzt hat das Fenster nicht eingebaut. Betrüger haben es getan. Sie haben sich in seine Internetseite eingeschlichen, so wie ein Einbrecher in ein Haus. Dort haben sie das Fenster versteckt. Die Seite sieht aus wie immer. Der Zahnarzt merkt nichts. Nur seine Besucher bekommen das Fenster zu sehen.

Und das ist nicht ein Zahnarzt. Eine Sicherheitsfirma hat in den letzten Monaten mehr als 5.400 solcher Seiten gezählt. Arztpraxen, Installateure, kleine Geschäfte. Ganz normale Seiten, bei denen niemand mit etwas Bösem rechnet. Wo genau diese Seiten stehen, weiß man nicht. Eine Liste gibt es nicht. Das Fenster kann also auf jeder kleinen Firmenseite auftauchen. Deshalb hilft es nicht, Seiten zu meiden. Es hilft nur, das Fenster zu erkennen.

Was passiert, wenn Sie die Tasten drücken?

Stellen Sie sich das so vor. In dem Moment, in dem das Fenster erscheint, steckt es Ihnen heimlich einen Zettel in die Tasche. Sie merken das nicht. Auf dem Zettel steht ein Befehl für Ihren Computer. Dann bittet das Fenster Sie um drei Dinge. Öffnen Sie das Fenster, in dem Ihr Computer Befehle annimmt. Legen Sie den Zettel hinein. Sagen Sie „Mach das“.

Ihr Computer macht es. Denn Sie sind der Chef. Wenn der Chef sagt „Mach das“, dann fragt der Computer nicht nach. Er lädt das Schadprogramm herunter und startet es. Sie sehen davon nichts. Der Computer läuft weiter wie vorher. Nur dass jetzt jemand mitliest, was Sie tippen: Passwörter, Bankdaten, alles.

So läuft der Trick

Die Betrüger machen den ersten Schritt. Die anderen drei machen Sie.

1

Das Fenster steckt Ihnen heimlich einen Zettel zu

Auf dem Zettel steht ein Befehl. Sie sehen ihn nicht.

2

Sie öffnen das Befehlsfenster

Windows-Taste und R. Das Fenster sagt Ihnen, wie.

3

Sie legen den Zettel hinein

Strg und V. Jetzt steht der Befehl im Fenster.

4

Sie sagen „Mach das“

Enter. Der Computer gehorcht. Das Schadprogramm ist drauf.

Ihr Virenschutz hilft nicht. Er passt auf Fremde auf – nicht auf den Chef.

Warum hilft der Virenschutz nicht?

Ein Virenschutz ist wie ein Türsteher. Er hält Fremde ab, die ins Haus wollen. Aber hier kommt niemand von draußen. Hier gehen Sie selbst zur Tür, holen den Fremden herein und sagen dem Türsteher: „Der gehört zu mir.“ Da hält er nicht auf. Genau deshalb machen die Betrüger es so. Sie müssen keine Tür aufbrechen. Sie müssen Sie nur dazu bringen, sie zu öffnen.

Was heißt das für Sie?

Sie müssen keine Angst vor dem Internet haben. Sie müssen keine Seiten meiden. Sie müssen sich eine einzige Sache merken: Wenn ein Fenster will, dass Sie Tasten drücken, ist es eine Falle. Egal, wie echt es aussieht. Egal, ob die Seite vom Zahnarzt ist, den Sie seit zwanzig Jahren kennen. Fenster schließen, Seite schließen, fertig. Wer nichts drückt, dem passiert nichts.

Echt oder Falle?

Echt

Es will einen Klick.

  • Ein Häkchen setzen
  • Bilder anklicken
  • Nur die Maus

Falle

Es will Tasten.

  • Windows-Taste drücken
  • Strg und V drücken
  • Enter drücken

Tasten verlangt nur die Falle. Immer.

Wenn es schon passiert ist

Ich habe die Tasten gedrückt. Was jetzt?

  • 1. Internet aus.WLAN ausschalten oder das Kabel ziehen. Dann kann nichts mehr weggeschickt werden.
  • 2. Passwörter ändern – am Handy, nicht am Computer.Zuerst E-Mail. Dann Bank. Dann der Rest.
  • 3. Bank anrufen.Sagen Sie, was passiert ist. Schauen Sie die nächsten Wochen auf Ihr Konto.
  • 4. Hilfe holen.Jemand, der sich auskennt, soll den Computer prüfen. Am sichersten ist, Windows neu aufzuspielen.

Sie haben das Fenster nur gesehen und nichts gedrückt? Dann ist nichts passiert.

Sie haben selbst eine kleine Firmenseite?

Dann rufen Sie sie ab und zu selbst auf, so wie ein Kunde. Kommt ein Fenster, das Sie nie eingebaut haben, ist Ihre Seite gekapert. Dann brauchen Sie die Person, die Ihre Seite gemacht hat. Sie muss die Zugangsdaten ändern und das fremde Zeug entfernen. Und die Seite aktuell halten – veraltete Seiten sind für Betrüger am leichtesten zu knacken.

Quellen


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