Das Abzockgeschäft mit der Angst vor Wespen!

Andre Wolf, 5. Juli 2019
Artikelbild von Anest / Shutterstock.com
Artikelbild von Anest / Shutterstock.com

Vorsicht vor dubiosen Kammerjägern über das Internet! Am Ende wird es teuer und die Wespen sind trotzdem noch da.

In so eine Falle ist eine Familie aus Gütersloh getappt: Um ein Wespennest entfernen zu lassen, suchte sich die Familie einen Kammerjäger über das Internet. Dieser  entpuppte sich jedoch als Abzocker.

Durch gezielte Suchmaschinenoptimierung wurde der Kammerjägerdienst aus Essen für die Gütersloher Familie in den Suchergebnissen angezeigt. Dieser hatte entsprechend nicht nur einen weiten Anfahrtsweg, sondern war auch teuer. Am Ende stellte sich sogar heraus, das der gesamte Einsatz wirkungslos war:

Das eingesetzte Sprühmittel hat die Wespen nicht vertrieben. Geld also weg, Wespen noch da. Was da noch alles passiert ist, beschreibt die Lokal ansässige Zeitung Haller-Kreisblatt in diesem Artikel.

[mk_ad]

Die Tricks von Kammerjägern

Wie kommt es dazu, dass Kammerjäger aus einem völlig anderen Ort in einer Suche angezeigt werden, wenn man einen expliziten Ortsnamen eingibt? Hier wird tatsächlich auf Webseiten getrickst! Ein Beispielfund, unabhängig von dem im Haller-Kreisblatt beschriebenen Fall. So werden Suchergebnisse beeinflusst und man findet in Suchergebnissen Ortsangaben für Kammerjäger, an denen sie gemäß Impressum gar nicht sesshaft sind.

Hier werden dynamische Skripte verwendet. Je nach Angabe in der URL wird auf der Webseite dynamisch ein Ort erzeugt. Sucht man nacht Gütersloh, erscheint Gütersloh als Ortsangabe. Je nach gesuchtem Ortsnamen wird dieser auf die Seite implementiert und kann sogar entsprechend manuell manipuliert werden:

 

Vorsicht! Hier kann eine räumliche Nähe  unter Umständen nur vorgegaukelt sein! Speziell dann, wenn der Kontakt nur über eine Mobilrufnummer stattfindet. Ein Blick in das Impressum offenbart häufig einen ganz anderen Ort als Firmensitz.

[mk_ad]

So schützen Sie sich vor Abzocke bei Notdiensten:

Die Verbraucherzentrale Thüringen rät:

  • Wählen Sie einen Anbieter mit Festnetznummer aus Ihrer Region. Beauftragen Sie niemanden, der nur eine 0800-Nummer oder Handynummer angibt.
  • Wenn Sie im Internet recherchieren, klicken Sie auf das Impressum der Seiten. Dort erfahren Sie, ob der Anbieter tatsächlich in Ihrer Nähe sitzt.
  • Schauen Sie sich über Berufsverbände nach Notdiensten in Ihrer Umgebung um.
  • Machen Sie sich vorher für Notfälle in Ihrer Umgebung schlau. Schreiben Sie sich die Nummern für wichtige Notdienste auf, wenn Sie die Ruhe für eine Recherche haben. Sinnvoll sind z.B. auch Schlüsseldienste, deren Nummern sie am besten im Portemonnaie mitnehmen.
  • Zahlen Sie niemals sofort. Sie haben das Recht, die Rechnung überprüfen zu lassen, zum Beispiel bei Ihrer Verbraucherzentrale.
  • Ein Profi stört oder tötet Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit den Naturschutzbehörden zusammen.

Artikelbild von Anest / Shutterstock.com


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama