Klar, jeder möchte doch gerne etwas ohne zu bezahlen  bekommen, also „umsonst“.

Insofern freut man sich, wenn Nutzer auf Facebook groß propagieren, dass sie soeben ein DMmusterpaket (sic) geliefert bekommen haben. 24 tolle Artikel, ohne etwas zu bezahlen.

Nun, schaut man sich jedoch diese tolle, mit einem Haufen bunter Emojis gespickte Meldung an, sieht man direkt ein paar Ungereimtheiten. Diese Statusmeldung kommt nicht als einfache Meldung von Freunden daher, sondern ist eine gesponserte Meldung:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Ja, völlig korrekt gesehen. Mal wieder eine Bullshit-Meldung, an der Facebook Geld verdient. Kann man machen, man muss sich dann jedoch nicht wundern, wenn die Versuche des Konzerns gegen Fakenews zu kämpfen als reines Whitewashing wirken.

Was hier passiert:

Man sieht also nun auf Facebook die oben abgebildete Nachricht. Es handelt sich bei dieser Nachricht um den sogenannten Gewinnspielköder. Dieser Köder gaukelt ein Gewinnversprechen vor und suggeriert, dass man den Gewinn im Grunde bereits in der Tasche habe. Sie vermitteln die Leichtigkeit der Teilnahme und locken auf eine Webseite. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf. Sobald man dem Link folgt, öffnet sich eine Webseite auf dem Smartphone.

Übrigens, hat sich mal jemand die Adresse dieser Webseite angeschaut? Hier wird fröhlich getrickst, um den Anschein zu vermitteln, dass wirklich dm hinter diesem Musterpaket steckt: dm-drogerlemarkt.net. Der Buchstabe in der Mitte ist kein I, sondern ein kleines L.

Auf dieser Webseite findet sich ein vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde. Sie soll lediglich ein Gewinnspiels vortäuschen. Wir nennen diesen Schritt auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake-Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet.

Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedient. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

Hier wird man übrigens auch aufgefordert, dieses Fake-Gewinnspiel an mehrere Kontakte zu senden.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Und so endet das Ganze:

Im dritten und abschließenden Schritt wird man auf ein sogenanntes Affiliate-Programm verlinkt. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang.

Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann.

Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

Fazit:

Das Versprechen, ein DM-Musterpaket so locker und hürdenlos zu bekommen, bleibt unerfüllt. Stattdessen landet man am Ende in viralen Provisionsprogrammen. Wer also diese Art von Nachrichten empfängt, sollte sie gekonnt ignorieren!


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2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)