Auf Facebook und WhatsApp wird vor zwei arabisch aussehenden Männern in Hattersheim gewarnt, die Kinder mit Schokolade locken wollen.
In dieser Warnung steht:
Screenshot: mimikama.org
„Bitte aufpassen: In Hattersheim laufen 1-2 arabisch aussehende Männer herum, die Kinder ansprechen, Ihnen Schokolade anbieten und sie auffordern mitzukommen. Der 5jährige Sohn einer Freundin wurde heute am Bahnhof angesprochen. Die Babysitterin hat es mitbekommen und ihn weggezerrt. Die Polizei ist informiert. Sie werden öfters Streife fahren und bitten, gleichartige Vorfälle zu melden.“
Die Polizei ist informiert, aber…
…ganz so dramatisch scheint der Vorfall nicht gewesen zu sein. Zwar wurde tatsächlich ein Kind angesprochen, doch durch das „Stille Post“-Prinzip kommt es anscheinend zu einer Überdramatisierung und falschen Angaben.
Hier äußert sich die Polizei Westhessen zu dem Vorfall:
Momentan wird dieser Post, dessen Ursprung in einer Facebook-Gruppe aus #Hattersheim liegt, sehr häufig geteilt…
Was wir dazu sagen können:
Der Grundsachverhalt stimmt…✅ (ein Junge wurde von einem Mann, der von einem anderen Mann begleitet wurde, angesprochen und ihm wurde auch Schokolade angeboten…) ⚠ Aber einige Dinge, die angeführt werden, haben sich so nicht zugetragen.
Der Sachverhalt relativiert sich mittlerweile: ❗ Bisherige Ermittlungen haben ergeben, dass die Männer, die den Jungen angesprochen haben, kein arabisches Aussehen hatten ❗ Der Junge musste von seiner „Babysitterin“ auch nicht weggezerrt werden ❗ Die Örtlichkeit stimmt nicht
Wir unterstellen hier niemandem eine böse Absicht bei der Verbreitung von unwahren Aussagen, sondern gehen eher vom „Stille-Post-Syndrom“ aus.
Unsere KollegInnen der Kriminalpolizei ermitteln in der Sache.
Nichts desto trotz bitten wir euch: ? der gutgemeinte Wille zu warnen, kann schnell Panik erzeugen ? erst denken / hinterfragen, dann teilen ? keine Mutmaßungen / Beleidigungen
ℹ Wir informieren via #KATWARN, den sozialen Medien, der Landesmeldestelle oder über unsere öffentlich einsehbaren Pressemeldungen über polizeilich relevante Geschehnisse aus unserem Präsidium.
Ihr habt jederzeit die Möglichkeit uns zu kontaktieren, wenn euch Meldungen / Posts komisch vorkommen.“
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Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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