Der Versuch, Krawalle bei der EM zu verhindern, hat eine bizarre Wendung genommen: Die Polizei Gelsenkirchen soll Fans angeblich zum Cannabis-Konsum aufgerufen haben.

Es klingt wie ein schlechter Scherz, doch laut einem Bericht der englischen Boulevardzeitung „The Sun“ soll die Polizei Gelsenkirchen Fans geraten haben, während der Fußball-Europameisterschaft lieber zu kiffen, als zu trinken, um aggressive Ausbrüche zu vermeiden.

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Screenshot „The Sun“

Diese Behauptung wurde sofort von der Polizei dementiert, aber der Schaden war bereits angerichtet.

Angeblicher Cannabis-Vorschlag sorgt für Aufruhr

„Alkoholkonsum kann aggressiv machen, während Cannabisrauchen die Menschen in eine entspannte Stimmung versetzt“, soll der Polizeisprecher Stephan Knipp gesagt haben. Eine Aussage, die in den sozialen Medien und Nachrichtenportalen viral ging und für Entrüstung sorgte. Die Vorstellung, dass die Polizei einen derartigen Vorschlag macht, passt so gar nicht in das Bild von einer Behörde, die für Recht und Ordnung sorgt.

Die Realität hinter den Schlagzeilen

Tatsächlich hat die Polizei Gelsenkirchen den Bericht umgehend als falsch zurückgewiesen. „Diverse Medien berichten, die Polizei in Gelsenkirchen habe dazu aufgerufen, lieber Cannabis als Alkohol zu konsumieren. Das ist falsch. Diese Fehlinformation stammt von einem einzelnen englischen Journalisten, der einen Sprecher der Polizei Gelsenkirchen falsch zitiert hat,“ heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Der Polizeiführer Peter Both betonte, dass die Sicherheit der Fans oberste Priorität habe und man unabhängig von konsumierten Substanzen auf aggressive Gruppen reagiere.

Ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen

Die Polizei machte klar, dass das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Volljährige Personen dürfen in Deutschland zwar bis zu 25 Gramm Cannabis mit sich führen, aber der Konsum ist in der Nähe von Schulen, Kindergärten und bei Veranstaltungen wie der EM verboten. Peter Both betonte: „Die Polizei fordert Fußballfans ausdrücklich nicht zum Kiffen auf.“ Stattdessen sorgt man mit Maßnahmen wie dem Ausschank von Bier mit reduziertem Alkoholgehalt (2,5 Prozent) im Stadion für ein sichereres Umfeld.

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Die Absurdität des Medienrummels

Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell ein falsch wiedergegebenes Zitat für Empörung und Missverständnisse sorgen kann. Es ist absurd, dass ein einzelner Journalistenfehler solche Wellen schlägt und die Glaubwürdigkeit einer ganzen Behörde in Frage stellt.

Der eigentliche Fokus: Sicherheit bei der EM

Letztlich geht es darum, die Sicherheit bei der EM zu gewährleisten. Das Hochrisikospiel zwischen England und Serbien in Gelsenkirchen ist ein Beispiel dafür, wie intensiv die Polizei arbeitet, um Gewalt zu verhindern. Mit Maßnahmen wie dem Verkauf von Bier mit geringem Alkoholgehalt und verstärkten Sicherheitsvorkehrungen wird versucht, die Fans zu schützen.

Fazit: Sensationsgier versus Fakten

Die Polizei Gelsenkirchen hat klargestellt, dass sie Fans nicht zum Kiffen auffordert. Diese Falschmeldung zeigt, wie wichtig es ist, Informationen zu überprüfen und nicht alles ungefiltert zu glauben. Während die Medienlandschaft sich weiter auf Sensationen stürzt, bleibt die Hauptaufgabe der Polizei, für Sicherheit zu sorgen – unabhängig davon, welche Substanzen konsumiert werden.

Quelle: Polizei Gelsenkirchen
Artikelbild: Freepik

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