Immer mehr Menschen nutzen den Facebook Marketplace, um gebrauchte Gegenstände zu verkaufen. Doch nicht immer geht dabei alles mit rechten Dingen zu. Das musste auch eine Facebook-Nutzerin erfahren, die Opfer eines raffinierten Betrugs wurde.

Da es ihr ein persönliches Anliegen ist, dass so viele Nutzer wie möglich gewarnt werden und nicht in dieselbe Falle tappen wie sie, hat sie uns Screenshots zur Verfügung gestellt. (Vielen Dank an dieser Stelle!) – Hier also ihre Geschichte und wichtige Tipps, um nicht Opfer eines solchen Betruges zu werden.

Facebook Marketplace: Der vermeintliche Kauf – eine perfide Täuschung

Die Nutzerin erhielt über den Facebook Messenger eine Kaufanfrage. Die vermeintliche Käuferin schlug vor, dass der DPD-Dienstleister den Kaufpreis in bar übergeben und im Gegenzug die Ware mitnehmen könne.

Screenshot aus dem Chatverlauf
Screenshot aus dem Chatverlauf

Das klang zunächst praktisch und unkompliziert, also willigte die Verkäuferin ein. Kurze Zeit später erhielt sie eine E-Mail mit einer Zahlungsaufforderung über 100 Euro als Sicherheit für die Transaktion, angeblich von der „DPD Service Group“. Dieser Betrag sollte über „recharge.com“ bezahlt werden, um einen für die Abwicklung nötigen Code zu generieren.

Die erste Falle schnappt zu

Die Nutzerin wurde in einer E-Mail aufgefordert, ihre Adresse zu bestätigen, was sie auch tat. Zwischenzeitlich drängte sie die vermeintliche Käuferin im Messenger, den Code so schnell wie möglich an die „DPD Service Group“ zu senden, um die Transaktion abzuschließen. Noch ahnungslos folgte die Verkäuferin den Anweisungen und bedauert im Nachhinein, dass sie hier nicht bereits misstrauisch geworden ist.

Als die Nutzerin ihre Bedenken äußerte, wurde beschwichtigt, was allerdings wie ein Vorwurf klang.

Screenshot aus dem Chatverlauf
Screenshot aus dem Chatverlauf

Kurze Zeit später kam die nächste E-Mail: Der Code sei falsch. Sie solle noch einmal 100 Euro bezahlen, um einen neuen Code zu erhalten. Man versicherte ihr, dass sie das Geld zusammen mit dem Warenwert bei Lieferung zurückerhalten würde. Auch dieser Forderung kam sie nach, bis schließlich eine weitere E-Mail mit der Bestätigung des Codes und einer erneuten Zahlungsaufforderung über 100 Euro – nun für angebliche Zollgebühren – eintraf.

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Auf Abbruch der Kommunikation folgen Drohungen

In diesem Fall erkannte die Verkäuferin den Betrug. Da auch der Druck der vermeintlichen Käuferin immer größer wurde, brach sie an dieser Stelle die Kommunikation ab.

Doch die Reaktion der Betrüger ließ nicht lange auf sich warten. Per Messenger wurde ihr mit unbekanntem Besuch gedroht und behauptet, die Polizei werde sie verhaften, eine Strafe von 75.000 Euro verhängen und sie zu fünf Jahren Haft verurteilen, wenn sie nicht weiter zahle.

Screenshot aus dem Chatverlauf
Screenshot aus dem Chatverlauf

Eine letzte E-Mail von „DPD“ forderte außerdem 1.240 Euro.

Screenshot der gefälschten DPD E-Mail
Screenshot der gefälschten DPD E-Mail

DPD bestätigte, dass die E-Mails der „DPD Service Group“ nicht von ihnen stammten. Alle verwendeten Bilder und Texte seien von der echten DPD-Website gestohlen und für den Betrug missbraucht worden.

Wichtig zu wissen: DPD liefert zwar Pakete aus, übergibt aber niemals Bargeld.

Die Folgen und die richtigen Schritte

Nachdem die Verkäuferin insgesamt 200 Euro an die Betrüger überwiesen hatte, meldete sie den Vorfall über Facebook Marketplace und erstattete online Anzeige bei der Polizei.

Es ist wichtig, alle Daten, E-Mails und Chatverläufe zu sichern, um sie als Beweismittel vorlegen zu können.

Fragen und wichtige Tipps zur Prävention

  1. Wie erkenne ich Betrug im Facebook Marketplace oder auf anderen Kleinanzeigenportalen?
    Es gibt verschiedene Warnsignale, die auf einen Betrug hindeuten. Dazu gehören ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen, insbesondere von Drittanbietern wie in diesem Fall „recharge.com“. Seien Sie misstrauisch, wenn ein Käufer ungewöhnliche Vereinbarungen trifft, wie z. B. die Abholung von Waren durch Paketdienste mit Barzahlung. Recherchieren Sie solche Dienste und fragen Sie direkt beim vermeintlichen Dienstleister nach.
  2. Was soll ich tun, wenn ich Opfer eines Betrugs geworden bin?
    Wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, sollten Sie den Vorfall umgehend auf Facebook Marketplace melden und Anzeige bei der Polizei erstatten. Bewahren Sie alle relevanten Daten, E-Mails und Chatverläufe als Beweismittel auf. Diese Dokumentation hilft den Behörden bei ihren Ermittlungen und kann anderen Nutzern helfen, ähnliche Betrugsversuche zu erkennen.
  3. Welche Sicherheitsmaßnahmen kann ich ergreifen, um Betrug zu vermeiden?
    • Verwenden Sie sichere Zahlungsmethoden und vermeiden Sie unbekannte Bezahldienste.
    • Geben Sie persönliche Informationen wie Ihre Adresse nur an vertrauenswürdige Käufer weiter.
    • Hinterfragen Sie ungewöhnliche Forderungen oder Angebote kritisch.
    • Überprüfen Sie die Identität des Käufers.
    • Treffen Sie sich, wenn möglich, persönlich an einem öffentlichen Ort zur Übergabe.
    • Lesen Sie Bewertungen und Erfahrungen anderer Nutzer.
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Fazit

Dieser Betrugsfall zeigt, wie wichtig es ist, bei Online-Transaktionen wachsam und vorsichtig zu sein. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl und hinterfragen Sie ungewöhnliche Forderungen kritisch. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Speichern Sie alle relevanten Daten und informieren Sie die zuständigen Stellen, wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)