Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt

Facebook erlaubt in manchen Gruppen neue Spitznamen mit Avatar. Wir haben getestet, wie die Funktion funktioniert, wer das echte Profil sieht und warum daraus kein zweites Facebook-Konto wird.

📖Woran erkennt man ein gefälschtes Profil in sozialen Netzwerken? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake-Profile erkennen.
Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

„DynamicAvocado2074“, „PoliteCorgi6495“ oder „ZestyHedgehog4371“: Solche Namen wirken schnell wie Bots oder frisch angelegte Fake-Accounts. Tatsächlich kann dahinter ein ganz normales Facebook-Hauptprofil stecken. Facebook erlaubt in manchen Gruppen eine Teilnahme mit Spitznamen und eigenem Avatar. Wir haben die Funktion selbst ausprobiert – und dabei auch geprüft, was andere Mitglieder sehen und was nicht.

Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt

Eine neue Gruppenidentität statt des echten Namens

Facebook hat die anonyme Teilnahme in Gruppen um Spitznamen erweitert. Wo die Funktion verfügbar und von der Gruppe zugelassen ist, können Mitglieder damit posten, kommentieren und reagieren, ohne den Namen und das Foto ihres Hauptprofils gegenüber anderen Gruppenmitgliedern anzuzeigen.

Auf den ersten Blick schaut das durchaus wie ein eigenes Profil aus: ein eigener Name, ein eigener Avatar, dazu eine wiedererkennbare Identität in der Gruppe. Genau deshalb kann so ein Account schnell für einen Bot oder ein Fake-Profil gehalten werden.

Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
Unser Test in „Mimikama Faktentraining“: Der Einstieg zur Spitznamen-Funktion befindet sich direkt beim Feld „Schreib etwas …“.

So findet man die Funktion

Bei unserem Test in der Facebook-App war der Zugang ziemlich unscheinbar. Links neben „Schreib etwas …“ befindet sich das eigene Profilbild mit einem kleinen Pfeil. Tippt man darauf, öffnet Facebook die Auswahl der Identität, mit der man in der Gruppe auftreten möchte.

Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
Neben dem normalen Hauptprofil bietet Facebook in unserer Gruppe „Spitznamen erstellen“ an. Bei uns erschien dort neben dem normalen Profil direkt die Option „Spitznamen erstellen“. Man muss dafür also nicht erst einen anonymen Beitrag beginnen.

Facebook macht Vorschläge – der Spitzname lässt sich selbst festlegen

Nach dem Öffnen landet man bei „Mit einem Spitznamen teilnehmen“. Facebook schlägt zunächst automatisch einen Namen samt Avatar vor. In unserem Test war das etwa „CuriousNarwhal2045“. Gleichzeitig erklärt Facebook an dieser Stelle bereits, was der Spitzname kann und wer das Hauptprofil trotzdem sehen darf.

Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
Facebook erklärt beim Einrichten: Mit dem Spitznamen kann man posten, kommentieren und reagieren. Admins, Moderatoren und Facebook selbst sehen weiterhin das Hauptprofil.
Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
Wichtig: Man muss keinen der automatisch erzeugten Namen übernehmen. Auf der nächsten Seite gibt es das Eingabefeld „Dein Spitzname“. Dort kann der Name selbst festgelegt werden. Die darunter angezeigten Kombinationen wie „DecisiveRabbit5383“ oder „PoliteCorgi6495“ sind Vorschläge.

Die Vorschläge folgen bei unserem Test einem recht auffälligen Muster: Eigenschaft, Tier oder Gegenstand und eine Zahlenfolge. Facebook servierte uns unter anderem einen höflichen Corgi, eine dynamische Avocado und einen ziemlich selbstbewussten Igel – jeweils mit Sonnenbrille.

Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
„PoliteCorgi6495“ war einer der automatisch angebotenen Vorschläge.
Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
Auch „DynamicAvocado2074“ stand zur Auswahl. Alle gezeigten Screenshots stammen aus unserem eigenen Test.
Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
„ZestyHedgehog4371“: Facebook erzeugt selbst Namen, die auf den ersten Blick schnell nach Bot oder Wegwerfprofil aussehen können.

Der Spitzname ist kein eigenes Facebook-Profil

Das ist für die Einordnung besonders wichtig: Der Spitzname erstellt kein zweites, eigenständiges Facebook-Profil. Er ist eine zusätzliche Identität für die Teilnahme in der jeweiligen Gruppe. In unserem Test tauchte der Spitzname nicht als separates Profil auf, das man wie ein normales Facebook-Konto über die Profilsuche finden könnte.

Für andere Gruppenmitglieder ist damit die Spitznamen-Identität sichtbar, das dahinterliegende Hauptprofil bleibt verborgen. Wer also nur den Namen „DynamicAvocado2074“ sieht, kann daraus nicht auf ein neu angelegtes Fake-Profil schließen.

Admins sehen weiterhin, wer dahintersteckt

Ganz anonym ist die Sache trotzdem nicht. Facebook weist beim Einrichten ausdrücklich darauf hin, dass Admins, Moderatoren und die Facebook-Systeme weiterhin Name und Foto des Hauptprofils sehen können. Gegenüber der normalen Gruppenöffentlichkeit wird das Hauptprofil verborgen, gegenüber der Gruppenverwaltung nicht.

Das ist praktisch relevant, wenn es in einer Gruppe etwa um Regelverstöße oder Missbrauch geht: Für andere Mitglieder wirkt die Person pseudonym, die Gruppenadmins können die Spitznamen-Identität weiterhin dem dahinterliegenden Hauptprofil zuordnen.

Der Spitzname wird zum Standard in der Gruppe

Facebook erklärt außerdem, dass ein erstellter Spitzname zum Standardnamen für die Teilnahme in der Gruppe wird, bis er wieder geändert wird. Es handelt sich damit nicht nur um einen einmaligen anonymen Kommentar. Die pseudonyme Identität kann innerhalb der Gruppe wiederholt verwendet werden.

Zum Einrichten derzeit besser zum Smartphone greifen

Wer am Computer nach der Funktion sucht und sie dort nicht findet, sollte die Facebook-App am Smartphone öffnen. Genau dort konnten wir den Ablauf nachvollziehen. In unserer App erschien die Auswahl direkt über dem kleinen Pfeil beim Profilbild.

Plötzlich kommentieren Avocados und Igel auf Facebook – was hinter den neuen Spitznamen steckt
Noch einmal der Einstieg in unserem eigenen Test: Profilbild antippen und „Spitznamen erstellen“ wählen.

Die Funktion wird außerdem nicht zwingend bei jedem Konto und in jeder Gruppe gleichzeitig angezeigt. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Form der anonymen Teilnahme in der Gruppe verfügbar beziehungsweise zugelassen ist.

Ist „DynamicAvocado2074“ also ein Bot?

Allein am Namen oder am künstlich wirkenden Avatar lässt sich das nicht feststellen. Facebook erzeugt selbst genau solche Kombinationen für normale Nutzer. Das macht die Bewertung von Profilen in Gruppen ein Stück komplizierter: Ein seltsamer Name mit Sonnenbrillen-Igel ist künftig jedenfalls kein brauchbarer Beleg für einen Bot oder ein Fake-Konto.

Wenn euch also künftig eine dynamische Avocado widerspricht, kann dahinter schlicht ein normales Facebook-Hauptprofil stecken, dessen Besitzer in dieser Gruppe lieber unter einem Spitznamen diskutiert. Die Gruppenadmins wissen weiterhin, wer unter der Sonnenbrille sitzt.

Quelle

Meta Newsroom: New Facebook Update Gives Group Admins More Flexibility While Protecting Member Privacy – Meta beschreibt dort die Möglichkeit, in Gruppen mit echtem Namen, anonym oder mit Spitznamen aufzutreten.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)