Kennst du „BOLO“?
BOLO ist die Abkürzung für „Be on the Lookout“. Es handelt sich dabei um eine Liste, auf derer sich nach Angaben des US-Fernsehsender CNBC Facebooknutzer befinden, die sich kritisch oder gar bedrohlich gegenüber Facebook äußern. Diese Angaben hat CNBC von mehr als ein Dutzend ehemaliger Facebook-Sicherheitsmitarbeiter bekommen und am 14.02.2019 veröffentlicht (vergleiche).
Darin erfährt man nicht nur von der Liste, sondern auch von der Handhabe, Facebook nutze seine Apps, um Benutzer zu verfolgen, von denen es glaubt, dass sie Mitarbeiter und Büros bedrohen könnten.
Bereits seit 2008
Die BOLO-Liste existiert übrigens schon seit 2008 und werde wöchentlich einmal aktualisiert. Nach Angaben von ehemaligen Facebook-Mitarbeitern befinden sich hunderte von Menschen auf dieser Liste. Zu jeder Person gibt es einen kurzen Bericht mit ein paar Informationen über die entsprechende Person. Diese Informationen bestehen aus ihrem Namen, dem Foto, dem allgemeinen Standort und eine kurze Beschreibung, warum sie hinzugefügt wurde.
So wie CNBC es beschreibt, werden Nutzer, die das Unternehmen, einzelne Mitarbeiter oder die Büros öffentlich bedrohen in die Liste aufgenommen. Auch ein missmutiger Ausdruck gegenüber Zuckerberg kann der Weg auf die Liste sein. Diese Aussagen werden als „unsachgemäße Kommunikation“ oder „bedrohliche Kommunikation“ beschrieben.
https://www.facebook.com/futurezoneat/posts/2245022012185258
Wie schnell man genau auf dieser Liste landet, sei gemäß der Aussagen ehemaliger Mitarbeiter teilweise gar nicht so schwer gewesen. Ein einfacher Ausdruck wie „F*ck you, Mark“, „F*ck Facebook“ oder „I’m gonna go kick your a**“ hätte angeblich genügt.
Wie so vieles bei Facebook ist natürlich auch diese Liste völlig intransparent. Man kann nicht erfragen, ob man darauf stehe. So stehen beispielsweise nicht nur Nutzer auf dieser Liste, sondern auch ehemalige Mitarbeiter.
Alles aus Gründen der Sicherheit
Facebook hingegen beteuert, dass diese Liste nur aus Gründen der eigenen Sicherheit bestehe. Mitarbeiter und Büros sollen geschützt sein und potentielle Gefahren im Vorfeld erkannt und abgewehrt werden können. Man tracke nicht allein Personen mit Bedrohungsstatus, sondern über das „Pinging“, also einem kurzen anpingen des Facebook-Accounts, kann man auch feststellen, ob die eigenen Mitarbeiter in Sicherheit sind.
via CNBC
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