Eine Mail mit dem Betreff „Jährliche Aktualisierung der Gewerbedaten“ landet derzeit bei Unternehmen. Als Absender erscheint eine angebliche „Gewerbeaufsicht“, beigefügt ist eine Datei wie „Sicherheitsdaten_Meldung_2026.html“. Die Wirtschaftskammer Österreich warnt seit 1. Oktober 2026 vor dem Betrugsversuch.
Die Nachricht behauptet, aktuelle Vorgaben zur Gewerbeüberwachung machten eine jährliche Kontrolle der Betriebsdaten nötig. Als zuständige Stellen nennt sie ein „Gewerbeaufsichtsamt“ und ein „Referat für Betriebsüberwachung“. Eine Frist bis 28. Februar 2027 soll zusätzlichen Druck erzeugen.
Ein wichtiges Warnsignal steckt in der Absenderadresse. Sie kann etwa „[email protected]“ lauten. Die offizielle Website der Wirtschaftskammer verwendet jedoch wko.at. Dass der bekannte Name „wko“ in einer Adresse vorkommt, sagt nichts darüber aus, wer die Domain betreibt.
Auch eine HTML-Datei ist kein gewöhnliches Dokument. Beim Öffnen stellt der Browser sie wie eine Webseite dar. Die Datei kann dadurch Formulare, Links oder Skripte enthalten und eine täuschend echte Eingabemaske anzeigen. Die Phishing-Seite wird in diesem Fall direkt als Mail-Anhang mitgeschickt.
Welche Daten das aktuelle Formular verlangt und ob es sie direkt übermittelt oder auf eine weitere Website führt, geht aus der WKO-Warnung nicht hervor. Die Wirtschaftskammer stellt aber klar, dass die Nachricht nicht von ihr stammt.
Der Fall zeigt, warum bei Absendern die vollständige Adresse zählt. Betrüger müssen weder das echte WKO-Postfach verwenden noch eine sichtbare Phishing-Webseite verlinken: Ein ähnlich wirkender Domainname und ein lokal geöffnetes HTML-Formular können denselben Eindruck erzeugen.
Quellen
- Wirtschaftskammer Österreich: Phishing mit angeblicher Aktualisierung von Gewerbedaten, 1. Oktober 2026
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