Ein Facebook-Statusbeitrag mit einem Video, welches mit einem Smartphone aufgenommen wurde, soll die Ankunft von „knapp 1.000 Schwarzafrikanern“ am Bahnhof Ashausen dokumentieren.
Diese sollen am 10.7.2019 aus dem Zug ausgestiegen sein. Dem Zuschauer soll vermittelt werden, dass es sich dabei um Flüchtlinge handelt, die ohne Wissen der Bevölkerung, eine Unterkunft erhielten. Im Posting hieß es auch, dass die Behörden es für nicht notwendig hielten, die Bevölkerung darüber zu informieren.
Der Inhalt des Statusbeitrags als Wortlaut:
Ein Zug mit knapp 1.000 (EINTAUSEND) Schwarzafrikanern fuhr gestern in #Ashausen ohne Wissen der Bevölkerung ein! Als eine Frau die Massen filmte, ging ein Migrant auf sie los & bedrängte sie: „Lösch das, LÖSCH DAS!“ Die Frau machte auf sich aufmerksam und rief laut: „WAS WILLST DU VON MIR?“ In den Medien liest man darüber kein einziges Wort. Auch die Behörden hielten es nicht für notwendig, die Bevölkerung darüber zu informieren!?Niedersachsens Innenminister Pistorius (SPD) bekräftigte vor wenigen Tagen noch, dass man bereit sei, jederzeit Flüchtlinge aufzunehmen. Auf die Frage, wie viele man aufnehmen werde, antwortete er: „Da sind wir flexibel.“
Die Fakten
Nein, dieses Video zeigt keine Zuwanderung von „1000 Schwarzafrikanern“, sondern es zeigt Menschen auf dem Weg zur Ihrer Arbeit. Genauer gesagt zeigt es Mitarbeiter eines Logistik-Zentrums im nahegelegenen Winsen.
Die Polizei des Landkreises Harburg hat dazu folgendes auf Twitter veröffentlicht:
Derzeit kursiert ein Video in den sozialen Medien, das eine vermeintlich große Anzahl von Flüchtlingen zeigen soll, die plötzlich und ohne Wissen der Bevölkerung mit einem Zug in
#Ashausen ankommen. Das ist falsch!Richtig ist, dass diese Menschen dort regelmäßig mit dem Zug ankommen und dann mit dem Shuttlebus eines Unternehmens zu ihrer Arbeitsstelle gebracht werden.
Richtig ist auch, dass wir wegen eines Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz ermitteln, da das Video mutmaßlich ohne Zustimmung der abgebildeten Personen veröffentlicht und verbreitet wurde.
Der Beitrag der Polizei Harburg direkt auf Twitter
1 v. 3: Derzeit kursiert ein Video in den sozialen Medien, das eine vermeintlich große Anzahl von Flüchtlingen zeigen soll, die plötzlich und ohne Wissen der Bevölkerung mit einem Zug in #Ashausen ankommen. Das ist falsch!
— Polizei LK Harburg (@Polizei_WL) 12. Juli 2019
Weitere Information zu diesem Thema finden Sie beim dpa-Faktencheck mit dem dem Titel: Video zeigt Berufspendler, keine ankommenden Asylsuchenden
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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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